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Konjunktur: Deutschlands Wirtschaftswachstum droht die Altersfalle


Konjunktur  

Deutschlands Wirtschaftswachstum droht die Altersfalle

02.07.2010, 14:13 Uhr | bv, t-online.de

Konjunktur: Deutschlands Wirtschaftswachstum droht die Altersfalle. Blick in die Zukunft: deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen (Foto: imago)

Blick in die Zukunft: deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Deutschland muss sich langfristig auf niedrige Raten beim Wirtschaftswachstum einstellen. Grund dafür ist der ungünstige demografische Wandel, der durch eine rückläufige Bevölkerungszahl und ein steigendes Durchschnittsalter gekennzeichnet ist. Das ist das Ergebnis des "Deutschland Reports 2035" des Basler Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Das Wachstum in Deutschland wird demnach bis zum Jahr 2035 im Durchschnitt nur bei 1,0 Prozent pro Jahr liegen. Bei rückläufiger Bevölkerungszahl entspreche dies 1,2 Prozent pro Kopf, hieß es.

Die Forscher betonen, dass die niedrige Wachstumsrate keinesfalls auf pessimistischen Annahmen beruht. "Investitionen und technischer Fortschritt werden sich nicht ungünstiger entwickeln als in der Vergangenheit", sagte Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff. Auch die langfristigen Auswirkungen der Krise spielen eine Rolle, sind aber nur ein Faktor unter vielen.

Ältere und Frauen müssen mehr und länger arbeiten

Um das vorhergesagte, niedrige Wachstum überhaupt zu erreichen, müsse die Erwerbsbeteiligung deutlich steigen. Dazu müssten sich auch Menschen über 60 Jahre sowie Frauen aller Altersstufen deutlich stärker am Erwerbsleben beteiligen als heute. Das könne den Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsumfangs zunächst kompensieren. Prognos rechnet damit, dass die Erwerbstätigenquote von heute 75 Prozent bis zum Jahr 2035 auf 83 Prozent ansteigt - vorausgesetzt, mehr Frauen gehen arbeiten und sich das faktische Renteneintrittsalter erhöht. Zwar wird das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben, der tatsächliche Renteneintritt liegt nach Böllhoffs Angaben im Moment aber noch bei knapp über 60 Jahren.

"Mit der Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung – die sich ab 2020 beschleunigen wird – ist langfristig ein Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens unvermeidbar", erklärte Michael Böhmer, Projektleiter Deutschland Report bei Prognos. "Würde es uns nicht gelingen, die Erwerbsbeteiligung in diesem Maße zu erhöhen, wäre sogar das moderate Wachstum von 1,0 Prozent gefährdet." Prognos geht davon aus, dass 2035 noch knapp 2,1 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sind, was einer Quote von 5,1 Prozent entspräche.

Annäherung an die Vollbeschäftigung

Dieser Wert liegt schon sehr nahe an der vorherrschenden Definition von Vollbeschäftigung, die von einer Arbeitslosenquote von etwa vier Prozent ausgeht. Böllhoff sagte zu t-online.de, die Herausforderung des Arbeitsmarktes der Zukunft sei hauptsächlich der Fachkräftemangel und die Matching-Problematik - dass also die Qualifikation der Arbeitssuchenden und die Erfordernisse der freien Stellen nicht optimal zusammenpassen. Deshalb müsse unter anderem die Ausbildung junger Menschen verbessert werden. "Es gibt viel zu viele Jugendliche ohne Abschluss, die dann dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen", sagte Böllhoff.

Die Arbeitslosenquote von vier Prozent bei Vollbeschäftigung beruht unter anderem auf der Annahme sogenannter friktioneller Arbeitslosigkeit, die kurzfristig entsteht, wenn Menschen von einem Job in den nächsten wechseln oder aus verschiedenen Gründen dauerhaft nicht in der Lage sind, eine Arbeit aufzunehmen.

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