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Rewe und Netto: Lebensmittelkonzerne hatten offenbar Verträge mit Lohndumping-Firma

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Rewe und Netto  

Lebensmittelkonzerne hatten offenbar Verträge mit Lohndumping-Firma

21.09.2010, 19:51 Uhr | AFP

Rewe und Netto: Lebensmittelkonzerne hatten offenbar Verträge mit Lohndumping-Firma. Beschäftigten die Konzerne einen Personaldienstleister, der Lohndumping betreibt? (Foto: imago)

Beschäftigten die Konzerne einen Personaldienstleister, der Lohndumping betreibt? (Foto: imago)

Die Lebensmittelkonzerne Rewe, Netto und Edeka haben nach Informationen der ARD-Sendung "Report Mainz" mit einem Personaldienstleister zusammengearbeitet, der Lohndumping betreibt. Wie das Fernsehmagazin in einer Vorabmeldung berichtete, haben oder hatten die Unternehmen für ihre Logistikzentren Werkverträge mit der Firma "headway logistic" aus Bayern, die den Lagerarbeitern fast ausschließlich Akkordlohn zahlt. Ein Mitarbeiter der betroffenen Firma gab demnach an, er habe in einem Monat trotz Vollzeitarbeit nur knapp 380 Euro verdient.

Unter Berufung auf mehrere vorliegende Arbeitsverträge berichtete "Report Mainz", dass sich der Verdienst der Angestellten nach der Zahl der bewegten Verpackungseinheiten richtet, die in den Lagern für den Transport in die einzelnen Supermärkte zusammengestellt werden. Dafür gebe es lediglich geringe Cent-Beträge. Neben dem Akkordlohn werde zwar noch eine Anwesenheitsprämie von 75 Cent pro Stunde gezahlt. Diese entfalle bei einem Tag Krankheit jedoch für den gesamten Monat.

Netto und Rewe schlossen Verträge ab

Auf Anfrage von "Report Mainz" bestätigten Netto und Rewe, Verträge mit der Firma abgeschlossen zu haben. Die Firma Edeka nannte die Firma nicht ausdrücklich; "Report Mainz" lag jedoch eine E-Mail des Betriebsleiters am Edeka-Logistikstandort im sächsischen Hof vor, welche die Zusammenarbeit bestätigt. Die Lebensmittelunternehmen teilten mit, sie ließen sich von Fremdfirmen zusichern, dass die in ihren Logistikzentren tätigen Arbeiter tariforientiert beziehungsweise branchenüblich bezahlt würden. Bei Netto müssen externe Dienstleister dem Bericht zufolge eine entsprechende Verpflichtungserklärung unterschreiben.

Ver.di kritisiert "Sklavenverhältnisse"

Die stellvertretende Ver.di-Bundesvorsitzende Margret Mönig-Raane sprach von "Sklavenverhältnissen" und forderte Rewe, Netto und Edeka auf, die Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister zu beenden. Nach Prüfung der Arbeitsverträge sagte sie der ARD: "Das ist ja wirklich als hätte man einen Strick um den Hals und kämpft permanent darum, dass man überhaupt noch Luft bekommt. Ich finde so etwas unmoralisch."

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