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Milliarden-Geschäft Oktoberfest


Volksfeste  

200 Jahre Münchner Wiesn - ein Milliarden-Geschäft

27.09.2010, 18:13 Uhr | mmr mit Material von dpa, dpa, t-online.de

Milliarden-Geschäft Oktoberfest. Münchner Oktoberfest (Foto: imago)

Münchner Oktoberfest (Foto: imago)

Das Münchner Oktoberfest ist nicht nur für die Wiesn-Wirte ein gutes Geschäft. Die fast sechs Millionen Gäste lassen viel Geld in der Landeshauptstadt - ob bei der Übernachtung im Hotel oder der Fahrt im Taxi. Viele gönnen sich außerdem ein zünftiges Dirndl oder eine Lederhose für den standesgemäßen Auftritt im Bierzelt. Das größte Volksfest der Welt spült nach Berechnungen des Tourismusamts jährlich etwa 830 Millionen Euro in die Münchner Stadtkasse. Zur Jubiläumswiesn - das Oktoberfest ist 200 Jahre alt und dauert diesmal einen Tag länger - könnte dieser Betrag sogar an die Milliarden-Grenze steigen. Bis zur Wiesn-Halbzeit am Sonntagabend kamen trotz eines Streiks im öffentlichen Nahverkehr bislang 3,5 Millionen Besucher - 200.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Alleine auf der Theresienwiese geben die Besucher aus aller Welt in gut zwei Wochen insgesamt 324 Millionen für Fahrgeschäfte, Essen und Trinken aus. Das sind 54 Euro pro Person. Rund 12.000 Arbeitsplätze gibt es in dieser Zeit auf dem Festgelände. Touristen lassen außerdem rund 205 Millionen für Verpflegung, Einkäufe, Bus oder Taxi in der Stadt. "Ein Taxifahrer kann zur Wiesn-Zeit zwischen 20 und 50 Prozent mehr Umsatz machen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Taxi-München, Franz Kuhle. Während des Oktoberfestes seien so gut wie alle 3400 Münchner Taxis im Einsatz. Und viele Fahrer machten Überstunden. Einer von ihnen komme sogar jedes Jahr aus Südafrika nach München, um in diesen zwei Wochen Gäste von A nach B zu fahren.

Einige Hotels verlangen satte Aufschläge

Für die Übernachtung bezahlen die jährlich rund sechs Millionen Gäste etwa 301 Millionen Euro. 65 Prozent von ihnen buchen ein Hotel, eine Pension oder schlagen ihr Zelt auf einem Campingplatz in München auf. Die restlichen übernachten bei Freunden und Familie. Ausgebucht sind die rund 57.000 Hotelbetten in und um München auch in diesem Jahr bei weitem nicht. "Wer wirklich will, findet immer eine Übernachtungs-Möglichkeit", sagte Conrad Mayer, Vorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Betriebe, die zur Wiesn-Zeit kräftig an der Preisschraube drehen, seien "wenn, dann Einzelfälle". Mayers Rat für die Gäste: "Wem es zu teuer ist, der sollte ins Umland ausweichen."

Jeder fünfte Besucher aus dem Ausland

Die Hotels haben zur Wiesn die meisten Buchungen im Jahr. Dazu tragen die vielen Besucher aus dem Ausland bei. Gut 19 Prozent kommen aus der ganzen Welt fürs Oktoberfest nach München, die meisten davon sind Italiener (17 Prozent), US-Amerikaner (14 Prozent), Engländer (12 Prozent) und Australier (11 Prozent). Gut ein Drittel der Besucher aus Deutschland und dem Ausland schauen sich bei ihrem München-Besuch auch Sehenswürdigkeiten an oder gehen in der Landeshauptstadt einkaufen.

Viele Geschäfte stellen ihr Sortiment zur Wiesn-Zeit extra auf Trachten um. So wie das Kaufhaus C&A - es wirbt mit Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick im Dirndl und Ex-Fußballer Mehmet Scholl in der Krachledernen für sein Trachtensortiment. Selbst der Erotik-Handel Beate Uhse springt auf den Festzug auf und bietet in den Münchner Filialen Dessous für den sexy Auftritt auf der Wiesn - von Satin-BHs bis hin zu Bustiers mit Balconett-Ausschnitt fürs Dirndl.

Günstigere Alternativen in Stuttgart, NRW, Bremen und Hamburg

Am 4. Oktober ist der Spuk vorbei. Natürlich nur bis zum nächsten Spätsommer, wenn der Rummel von vorne losgeht und wieder Millionen von Euro in die Kassen der Münchner Wirte, Hoteliers oder Geschäfte spült. Wer nicht solange warten möchte, hat mit den anderen großen deutschen Volksfesten nette, oft günstigere Alternativen. Das nach der Wiesn größte deutsche Volksfest, die Cranger Kirmes, lockt im August etwa 4,3 Millionen Gäste ins nordrhein-westfälische Herne. Die Düsseldorfer Rhein-Kirmes besuchen jedes Jahr im Juli etwa 4,2 Millionen Vergnügungssüchtige, Cannstadter Wasen in Stuttgart, Bremer Freimarkt oder Hamburger Dom kommen jeweils auf rund vier Millionen Kirmesgäste.

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