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Görg und die Millionen – der Fehler liegt im System


Görg und die Millionen – der Fehler liegt im System

Bastian Berkner

08.10.2010, 14:15 Uhr

Ein Kommentar von Bastian Berkner

27 Millionen Euro wird Klaus Hubert Görg netto für die Rettung von Karstadt einstreichen. Für viele Bürger ist das eine unerhöht hohe Summe für einen Job, der gerade einmal 15 Monate gedauert hat. Umgerechnet auf den Monat beträgt das Gehalt satte 1,8 Millionen und selbst wenn man die Kosten für den Stab an Mitarbeitern herausrechnet, dürfte am Ende immer noch ein hübsches Sümmchen übrig bleiben.

Entsprechend groß ist Volkes Zorn, doch es wäre zu kurz gedacht, sich nur auf die bloße Summe zu konzentrieren. Denn wenn Rechtsanwalt Görg wirklich gewollt hätte, wäre am Ende noch viel mehr drin gewesen. Bis zu 50 Millionen Euro hätte die Insolvenzordnung zugelassen und hier liegt der eigentliche Knackpunkt. Das Problem ist nicht die Vergütung, sondern die ihr zugrunde liegenden Verordnungen und Gesetze.

Der Gesetzgeber ist nun also gefragt, solche irrsinnigen Vergütungen in Zukunft zu verhindern. Doch damit lässt er sich bisher Zeit. Vor mehr als einem Jahr haben Experten zum ersten Mal errechnet, was für Herrn Görg am Ende unterm Strich herauskommt, und bereits zu diesem Zeitpunkt war der Aufschrei groß.

Bundesweit wurde über das "skandalöse" Gehalt berichtet und Politiker aller Couleur forderten lautstark eine Reform des Insolvenzrechts. Die lässt bis heute auf sich warten und so nutzt Görg am Ende nur sein gutes Recht, auch wenn das manchem nicht rechtens erscheinen mag. Der Fehler liegt also nicht beim Insolvenzverwalter, sondern – wieder einmal – im System.

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