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Konjunkturprogramm: US-Notenbank kauft Staatsanleihen für 600 Mrd. Dollar


Fed-Zinsentscheid  

US-Notenbank pumpt massiv Geld in die Wirtschaft

03.11.2010, 20:00 Uhr | dpa-afx,AFP, dapd, dapd, dpa-AFX, t-online.de, AFP

Konjunkturprogramm: US-Notenbank kauft Staatsanleihen für 600 Mrd. Dollar. US-Notenbank Fed kauft Anleihen für 600 Milliarden Dollar (Foto: imago)

Niedrige Zinsen sollen die Amerikaner zu mehr Konsum animieren (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Auf diesen Moment haben Marktteilnehmer weltweit gewartet: Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Klar war von Anfang an, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik nochmals lockern würde, um der lahmenden US-Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Offen war nur, auf welche Weise und wie viel Geld die Federal Reserve in den Markt pumpen würde. Am Abend teilte die Fed nun mit, sie werde für rund 600 Milliarden Dollar (knapp 430 Milliarden Euro) weitere Staatsanleihen aufkaufen.

Die Käufe der zusätzlichen Staatsanleihen sollen bis zum Ende des zweiten Quartals 2011 durchgeführt werden, woraus sich eine monatliche Summe von rund 75 Milliarden Dollar ergibt. Marktteilnehmer hatten eine geringes Volumen von 500 Milliarden Dollar und eine deutlich kürzere Laufzeit von einem halben Jahr erwartet. In Folge der Meldung legte der Euro deutlich zu. Mit der Aktion will die Notenbank die Zinsen auf Hypotheken und andere Schulden weiter nach unten drücken.

Geldspritze soll Konjunktur in Schwung bringen

Die Idee der Fed: die US-Bürger sollen das Geld, das sie weniger für ihre Hypotheken aufwenden müssen, zu Konsumausgaben nutzen und somit der lahmenden Konjunktur auf die Sprünge helfen. Diese Stütze der Konjunktur soll wiederum zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Kritiker bezweifeln jedoch die Wirksamkeit dieses Ansatzes, da die Zinsen ohnehin schon auf einem historischen Tiefstand sind.

"Das Tempo der Erholung in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt bleibt langsam", erklärte der Offenmarktausschuss der Fed nach seinem Treffen in Washington. Ziel der neuen Geldspritze sei es, "ein stärkeres Tempo der konjunkturellen Erholung zu fördern" und eine Deflation zu vermeiden.

Leitzins bleibt unverändert

Den Leitzins beließ die Fed unterdessen unverändert in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Sie setzt damit ihre faktische Nullzinspolitik fort. Dies dürfte sich so schnell auch nicht ändern: Die Notenbank versprach erneut, den Leitzins eine längere Zeit auf dem ungewöhnlich niedrigen Niveau zu belassen. Gegen die Entscheidungen stimmte abermals der Präsident der regionalen Notenbank von Kansas, Thomas Hoenig.

Bereits vor den neuen Käufen galt die amerikanische Geldpolitik als historisch beispiellos expansiv. So liegen die Leitzinsen in den USA seit Ende 2008 faktisch bei null Prozent. Zudem hat die Fed seit der Finanzkrise Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere über insgesamt 1,7 Billionen Dollar gekauft. Nicht wenige Experten halten der Fed vor, mit dieser immensen Geldschwemme ähnliche Probleme zu schaffen, die zum Ausbruch der Finanzkrise geführt haben.

"Die Verbraucherausgaben oder die Investitionen der Firmen werden dadurch nicht besonders stimuliert", bewertete Analyst Marco Annunziata von Uni-Credit den Schachzug der Fed. "Die Konsumenten in den USA arbeiten noch immer ihren jahrelangen Kreditexzess ab, und zusätzliche Liquidität wird sie nicht dazu verleiten, mehr Geld auszugeben", sagte der Experte dem "Wall Street Journal". Auch der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, hatte gewarnt, man solle sich von dem Manöver nicht zu viel versprechen.

Allein die Erwartung bewegte allerdings massiv die Märkte. Seit Fed-Chef Ben Bernanke die Idee Ende August in die Debatte warf, legte der US-Leitindex Dow Jones um mehr als zehn Prozent zu, Rohstoffpreise zogen an, der Dollar verlor gegenüber dem Euro ebenfalls um zehn Prozent - gut für US-Exporte. Allerdings erheben Kritiker den Vorwurf, die USA seien "unredlich", wenn sie anderen Ländern im selben Atemzug eine künstliche Verbilligung ihrer Währung vorwerfen.

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