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Pleite-Staaten: China auf dem Weg zur Weltbank


Pleite-Staaten: China auf dem Weg zur Weltbank

29.12.2010, 11:34 Uhr | AFP, AFP

Pleite-Staaten: China auf dem Weg zur Weltbank. China springt immer mehr Pleite-Staaten in Europa zur Seite (Foto: imago)

China springt immer mehr Pleite-Staaten in Europa zur Seite (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Wo liegt die neue Weltbank? In China: Hunderte Milliarden Dollar hat die Volksrepublik bereits in Staatsanleihen der USA gesteckt. Nun hat die Regierung in Peking angekündigt, auch den hoch verschuldeten Euro-Staaten zur Seite springen und Staatsanleihen zu kaufen. Das Geld dazu besitzt China, es verfügt über die größten Währungsreserven der Welt. Das Interesse der Führung des kommunistischen Staates dürfte aber nicht nur in einem guten Geschäft liegen. Die Motivation ist vermutlich ebenso geopolitisch und strategisch.

Mehr als 2,6 Billionen Dollar (zwei Billionen Euro) betragen die Währungsreserven des Landes. Das ist fast so viel wie das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres. Etwas mehr als 900 Milliarden Dollar davon hat China in US-Anleihen geparkt. Seit der Finanzkrise versucht die politische Führung jedoch, das Geld breiter zu streuen. Und das neueste Ziel heißt Europa.

Willkommene Hilfe

Erst jüngst kündigte das chinesische Außenministerium an, es sei bereit "den Ländern der Euro-Zone zu helfen, die Finanzkrise zu überwinden und ihre wirtschaftliche Erholung zu meistern." Europa werde in Zukunft einer der wichtigsten Märkte der Volksrepublik für die Investition ihrer Rücklagen sein. Auch Vize-Regierungschef Wang Qishan machte deutlich: "Es ist im grundlegenden Interesse Chinas und der EU, ihre Zusammenarbeit zu verstärken."

Den Schuldenstaaten in Europa - allen voran Griechenland, Irland und Portugal - ist die chinesische Hilfe willkommen. Sie dürfte die Märkte beruhigen und die Spekulationen auf eine Pleite der Länder einschränken. Allerdings handelt Peking nicht als reiner Wohltäter. Es hilft der Volksrepublik natürlich, wenn die Wirtschaft in seinen Exportmärkten gut läuft, doch es steht mehr auf dem Spiel als nur der Absatzmarkt.

Showdown im Währungspoker

"Die Motivation scheint eher geopolitisch und strategisch als finanziell zu sein", schätzt Patrick Artus, Chefvolkswirt der französischen Bank Natixis, die Lage ein. Die globale Bedeutung Chinas würde steigen, und auch in einer Reihe wirtschaftlicher und politischer Streitfragen kann es auf eine bessere Position hoffen. Eilt China den Euro-Staaten zur Hilfe, dürfte sich etwa der Druck auf Peking abschwächen, seine Währung aufzuwerten.

Die USA und Europa kritisieren seit langem, der Yuan sei unterbewertet - was die chinesischen Exportwaren so günstig mache. Und ginge des nach dem Willen der Vereinigten Staaten, würden die Europäer in dieser Frage mehr Druck machen. Die EU ist deshalb bemüht zu betonen, sie habe China keinerlei Zugeständnisse im Gegenzug zum Aufkauf europäischer Schuldtitel gemacht. Es habe "keinen irgendwie gearteten Handel oder Verhandlungen" gegeben, ließ EU-Währungskommissar Olli Rehn über seinen Sprecher erklären.

Investitionen bisher eher gering

Bislang sind die Investitionen in europäische Anleihen nach Schätzungen von Natixis eher gering. Die Volksrepublik hat demnach vor allem in Anleihen großer Staaten wie Deutschland und Frankreich investiert. "Die Chinesen haben einen kleinen Betrag griechischer Anleihen gekauft, mehrere hundert Millionen Euro - das ist eher unbedeutend -, und ein paar Milliarden Euro portugiesische Schuldpapiere", schätzt Chefvolkswirt Artus.

Der Kauf von Anleihen hochverschuldeter Staaten berge für China auch ein gewisses Risiko, sagt Ken Peng, Analyst der Citigroup in Peking. "Aber sie bringen auch höhere Erträge. Und das zusätzliche Risiko im gesamten Investment-Portfolio ist sehr klein", betont er. Deutlich größer könnte der politische Gewinn für China sein - nämlich dann, wenn sich die Volksrepublik auch als Bank für Europa etabliert und zum "Weißen Ritter", zum Retter in der Not, für den Kontinent aufschwingt.

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