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Windenergie-Branche hofft auf Ende der Flaute


Windenergie-Branche hofft auf Ende der Flaute

05.01.2011, 09:55 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de, dpa-AFX, dpa

Windenergie-Branche hofft auf Ende der Flaute. Windkraftanlagen haben sich 2010 nicht mehr so gut verkauft (Foto: AFP)

Windkraftanlagen haben sich 2010 nicht mehr so gut verkauft (Foto: AFP) (Quelle: AFP)

Gern bescheinigen Politiker der Windenergie weltweit eine goldene Zukunft. Sie gilt als wichtigster Pfeiler für eine grünere Stromerzeugung. Die Träume von unbegrenztem Wachstum haben sich 2010 praktisch gesehen in Luft aufgelöst. Von alten Wachstumszahlen jenseits der 30 Prozent ist die Branche weit entfernt. Es herrscht Flaute und deutsche Unternehmen wie Nordex und Repower mussten ihre Erwartungen reduzieren.

Vielen Unternehmen macht diese Entwicklung zudem zu schaffen, da sie in Erwartung eines ungebrochenen Zuwachses weltweit ihre Produktion ausbauten. Die Folge ist ein sich verschärfender Wettbewerb und steigender Druck auf die Preise. Der dänische Weltmarktführer Vestas etwa streicht 3000 Stellen und schließt alte, dem neuen Wettbewerb nicht mehr gewachsene Werke. Diese Gefahr sieht die Branche in Deutschland allerdings nicht. "Wir waren in der Vergangenheit beim Ausbau unserer Werke eher vorsichtig", sagt etwa Repower-Chef Andreas Nauen.

US-Strom wegen Krise günstiger

Die Branche litt zuletzt noch unter den Spätfolgen der Wirtschaftskrise, als sich viele Banken mit der Finanzierung von Windprojekten zurückhielten. Da die Windenergie-Industrie als spätzyklische Branche gilt, wirkten sich diese Probleme erst 2010 voll auf die Ergebnisse aus. Die alten Wachstumszahlen dürften aber auch künftig so schnell nicht wiederkommen. Der Maschinenbauverband VDMA, der auch die Hersteller von Windanlagen vertritt, rechnet eher damit, dass sich das Wachstum auf einem niedrigeren, aber nachhaltigen Wachstumsniveau einpendeln dürfte.

Besonders die USA erwiesen sich 2010 als Enttäuschung. Die mit Präsident Barack Obama verbundene Hoffnung auf eine Energiewende blieb bislang unerfüllt. In den USA dürfte sich der Markt in diesem Jahr sogar nach Branchenschätzungen auf nur noch fünf bis sechs Gigawatt fast halbiert haben. Ein Grund ist, dass die Energiepreise wegen der anhaltenden Schwäche der US-Wirtschaft deutlich gesunken sind. Neue Windanlagen sind da nicht mehr so lukrativ.

Deutschlandgeschäft bleibt stabil

Das Geschäft in Deutschland sei mit einem Zubau von rund zwei Gigawatt im vergangenen Jahr stabil gewesen, sagt ein VDMA-Sprecher. Erstmals habe der Anteil der Offshore-Anlagen - also der Windmühlen auf hoher See - mit 125 Megawatt eine nennenswerte Größe erreicht. In diesem Jahr rechnet der Verband mit einer neuinstallierten Leistung von mehr als zwei Gigawatt, davon 300 Megawatt auf hoher See.

Einzig in China ist von Stagnation nichts zu spüren. Die Volksrepublik rüstet windtechnisch deutlich auf und dürfte mit einer neuen Leistung von 14 Gigawatt mit Abstand zum Windland Nummer eins geworden sein. Parallel dazu baut die Regierung eine eigene Industrie auf, die den Markt künftig auch international aufmischen könnte. Noch sind die Chinesen aber nicht soweit.

Keine Angst vor Konkurrenz aus China

Dass den deutschen Windpionieren wie Repower, Nordex und Enercon eine ähnliche Entwicklung wie in der Solarbranche drohen könnte, befürchtet die Branche aber nicht. Die deutschen Photovoltaik-Unternehmen waren lange Weltspitze, verlieren aber derzeit rapide Marktanteile an die Konkurrenz aus Fernost. Noch seien die chinesischen Windenerige-Firmen technologisch nicht auf dem Stand der europäischen Konkurrenten, sagt Ulf Gerder vom Bundesverband Windenergie. Zudem seien Windanlagen viel stärker ein Ingenieurprodukt, Solarzellen hingegen Massenware.

Gefahr droht den mittelständisch geprägten Windunternehmen allerdings von Großkonzernen wie Siemens und General Electric (GE), die mit Macht in das Windgeschäft drängen. Diese Entwicklung sei aber aber zu begrüßen, sagte Gerder. "Das kann die Akzeptanz der Branche nur verbessern."

Allerdings ist laut Gerder die Verunsicherung aufgrund der unklaren politischen Rahmenbedingungen groß. Die Planung von Windprojekten dauert lange, viel länger etwa als im Solarsektor. Dass nun alle drei Jahre das Erneuerbare-Energien-Gesetz überprüft wird, passt der Branche daher gar nicht. 2012 steht wieder eine Novelle an. Das sei Gift für die langfristig angelegten Investitionsentscheidungen in dem Sektor, zumal die oft mittelständischen Unternehmen in Deutschland auf die Vergabe von Fremdkapital angewiesen sind - und bei unsicheren Aussichten halten sich die Banken gern zurück.

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