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Maschmeyer will ARD-Sendung verhindern: Zoff um "Drücker"-Doku


Drücker-König  

Streit um Maschmeyer-Dokumentation in der ARD

21.01.2011, 16:11 Uhr | dpa, t-online.de - mmr, dpa, t-online.de

Trotz Intervention des Medienanwalts Matthias Prinz will die ARD eine Dokumentation über den Finanzunternehmer und Gründer des AWD, Carsten Maschmeyer, am heutigen Mittwoch (21.45 Uhr) senden. "Bislang gibt es nichts, was einer Ausstrahlung der Dokumentation entgegenstünde", sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke auf Anfrage. Bei der redaktionellen Abnahme des Films "ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik. Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer" habe auch das NDR-Justiziariat mitgewirkt.

Druck auf ARD-Intendanten

Der Hamburger Anwalt Prinz hat nach eigenen Angaben für seinen Mandanten ein umfangreiches Schreiben an alle neun ARD-Intendanten geschickt. Die "zu erwartenden Rechtsverletzungen unseres Mandanten" seien geeignet, zitiert die "Süddeutsche" aus einem Schreiben der Kanzlei, "dass das Handeln des NDR bzw. der ARD (...) als Präzedenzfall dazu geeignet wäre, die Grenzen der gebührenfinanzierten und gesetzlichen Grundversorgung gerichtlich feststellen zu lassen". In dem etwa 60 Seiten umfassenden Schreiben werden die Intendanten aufgefordert zu prüfen, ob der Film die journalistische Sorgfaltspflicht erfülle.

Keine konkreten Fragen?

Sein Mandant Maschmeyer habe keine Gelegenheit erhalten, angemessen zu Wort zu kommen. Es habe zwar immer wieder Interview-Anfragen, aber keine konkreten Fragen gegeben, die sein Mandant gerne beantwortet hätte, sagte Prinz der Nachrichtenagentur dpa.

Keine Antwort von Maschmeyer

Dagegen heißt es beim NDR, Maschmeyer selbst habe sich mehrere Monate lang einem Interview verweigert, bis ihn der Reporter Christoph Lütgert "vors Mikrofon" bekommen habe. Im Film fragt der Journalist den AWD-Gründer persönlich, ob es eine generelle Bereitschaft für ein Interview gebe. Maschmeyer äußert sich nicht. Ein beistehender Assistent sagt: "Keine Antwort ist auch eine Antwort."

Pointierte Zusammenschau

Stephan Wels, Leiter der Abteilung Innenpolitik beim NDR, sagte bei der Pressevorführung in Hamburg, der Film liefere keine neuen nachrichtlichen Erkenntnisse, vielmehr handle es sich um "eine pointierte Zusammenschau" über Maschmeyer und seine Arbeit beim AWD.

Verbindungen zu Politikern

Unter anderem kommt eine Mitarbeiterin der Zeitschrift "Finanztest" zu Wort, die eine Einschätzung zu den Finanzprodukten und dem Beratersystem beim AWD abgibt. Das Verbraucher-Magazin warnte seit den 90er-Jahren mehrfach vor den Drückerkolonnen des AWD. Beleuchtet wird auch die Verbindung Maschmeyers zu prominenten Größen der deutschen Politik wie etwa Bundespräsident Christian Wulff, Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD) und Politikberater Bert Rürup, der lange Zeit mit der Bundesregierung zusammengearbeitet hat.

AWD-Kunden klagen über Verluste

Maschmeyer gründete 1988 den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD). Die Mehrheit der seinerzeit im MDAX notierten AWD Holding wurde 2007 vom Versicherungskonzern Swiss Life übernommen. 2009 schied der Gründer aus dem Vorstand der AWD Holding AG aus. "Ungezählte AWD-Kunden klagen heute über den Verlust sämtlicher Ersparnisse und ihrer Altersvorsorge", heißt es in der NDR-Pressemitteilung zum Film. Mit dem ehemaligen Wirtschaftsweisen Rürup gründete Maschmeyer im Januar 2010 die Beraterfirma MaschmeyerRürup AG. Er lebt mit der Schauspielerin Veronica Ferres zusammen.

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