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Satelliten-Navigationssystem Galileo wird immer teurer


Satelliten-Navigationssystem Galileo wird immer teurer

19.01.2011, 09:04 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Satelliten-Navigationssystem Galileo wird immer teurer. GIOVE-A war 2005 der erste Galileo-Satellit im All (Grafik: DLR/ dpa)

GIOVE-A war 2005 der erste Galileo-Satellit im All (Grafik: DLR/ dpa) (Quelle: dpa)

Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo wird weit teurer als bisher bekannt. Allein für den Aufbau der Technik veranschlagt die EU-Kommission jetzt insgesamt 5,3 Milliarden Euro - rund 1,9 Milliarden Euro zusätzlich. Das geht aus einem Bericht hervor, den Industriekommissar Antonio Tajani vorstellte. Deutschland pocht trotz der Kostensteigerung auf einen vollständigen Aufbau des Galileo-Systems.

Aus dem EU-Haushalt werden Galileo und der Vorläufer Egnos zwischen 2007 und 2013 mit 3,4 Milliarden Euro finanziert. Zur Fertigstellung der Infrastruktur dürften von 2014 bis 2020 weitere 1,9 Milliarden Euro nötig sein, heißt es in dem Bericht. Zu den neuen Zahlen hieß es aus Kreisen der Bundesregierung, bei der Entwicklung so komplexer Systeme seien höhere Kosten in der Praxis fast unvermeidlich.

Auch Betriebskosten steigen

Der Europäische Rechnungshof kalkuliert schon seit längerem mit Kosten von mehr als fünf Milliarden Euro. Die jährlichen Betriebskosten von Galileo setzt die EU-Kommission jetzt mit 800 Millionen Euro an. Zuvor war laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" von 750 Millionen Euro ausgegangen worden.

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"Wir begrüßen die bisherigen Fortschritte und sind fest entschlossen, dieses Projekt zum Erfolg zu führen", erklärte Kommissar Tajani. Mit Galileo könne sich Europa in einer Wachstumsbranche behaupten, die durch die Globalisierung und den Eintritt von Schwellenländern geprägt sein werde. Das weltweite Geschäftsvolumen mit Satellitennavigations-Anwendungen sei kräftig gestiegen und werde für 2020 auf 240 Milliarden Euro geschätzt.

Erste Navi-Dienste sollen 2014 starten

Die ersten drei Dienste sollen ab 2014 angeboten werden und über zunächst 18 Satelliten laufen - 14 sind bei OHB in Bremen in Auftrag gegeben. Geplant ist, später zwei weitere Dienste bereitzustellen, sobald die volle Funktionsfähigkeit mit 30 Satelliten erreicht ist. Nach der Vergabe von vier Auftragspaketen an die Industrie mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Milliarden Euro soll in diesem Jahr der Zuschlag für zwei letzte Pakete erteilt werden.

Mit Galileo wollen die EU und die Europäische Weltraumorganisation ESA die Vormachtstellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll präziser als das amerikanische System arbeiten und weltweit die metergenaue Positionsbestimmung möglich machen. Auch China und Russland haben Systeme am Start.

Deutschland hält an Galileo fest

Deutschland will trotz höherer Kosten das Galileo-System komplett aufbauen: Bei der nächsten Finanzierungsstufe des Megaprojekts 2014, über die 2010 verhandelt wird, müssten ausreichende EU-Mittel für Entwicklung und Betrieb von Galileo zur Verfügung stehen, hieß es. Zwischen den EU-Partnern wird derzeit auch diskutiert, ob es bei den geplanten Galileo-Navigationsdiensten - etwa zur Kontrolle von Verkehrs- und Datenströmen - abgespeckte Lösungen geben könnte.

Der Satellitenproduzent OHB ist derweil von der Enthüllungsplattform Wikileaks in die Bredouille gebracht worden. Vorstandschef Berry Smutny wurde entlassen, weil er laut Wikileaks Galileo als "Verschwendung von Steuergeldern" und "Unfug" bezeichnet haben soll. Smutny bestreitet die Äußerung.

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