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Inflation wird wohl deutlich zulegen


Inflation  

Konjunkturexperten stellen Verbraucher auf kräftige Preissteigerungen ein

27.01.2011, 15:37 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de - mmr, dpa-AFX , AFP , t-online.de

Inflation wird wohl deutlich zulegen. Die Bürger müssen sich auf höhere Preise einstellen

Die Bürger müssen sich auf höhere Preise einstellen (Quelle: imago images)

Führende Bankvolkswirte rechnen damit, dass auf Deutschlands Verbraucher in den nächsten Jahren eine Teuerungswelle zukommt. "Ein Anstieg der Inflationsrate bis auf vier Prozent ist durchaus möglich", sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, der "Bild"-Zeitung. Auch das Bankhaus Metzler hatte kürzlich ähnliche Prognosen veröffentlicht. Im Jahre 2010 lag die Preissteigerungsrate laut Statistischem Bundesamt bei 1,1 Prozent und damit noch deutlich unter der Marke von knapp zwei Prozent, die für die Europäischen Zentralbank (EZB) Preisstabilität bedeutet.

Steigende Preise über Jahre hinweg?

Auch der Chefvolkswirt der Postbank, Marco Bargel, rechnet mit einem deutlich steigenden Preisniveau. Schon in zwei bis drei Jahren seien Inflationsraten von vier Prozent "durchaus realistisch". Eine Inflationsrate in dieser Höhe könne es sogar "für mehrere Jahre" geben, sagte Bargel. Der Chef des Außenhandelsverbands BGA, Anto Börner, warnte laut "Welt" sogar vor noch höheren Inflationsraten. Selbst eine zweistellige Teuerungsrate hält er nicht für ausgeschlossen.

Sachwerte kaufen

Müssen wir nun alle damit rechnen, dass unsere Ersparnisse bald viel weniger wert sind? Dass wir uns wegen höherer Preise weniger leisten können und auch weniger leisten werden? Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung GfK meint "ja, übermäßige Preiserwartungen wirken sich negativ auf die Anschaffungsneigung aus". Doch Sparer und Geldanleger können bis zu einem gewissen Maße der Geldentwertung entgegenwirken. "Sachwerte kaufen" rät z.B. Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Einfuhrpreise steigen rasant

Verrückt machen sollte man sich jedoch nicht, beruhigen Fachleute wie EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Der an mehreren Faktoren ablesbare Inflationstrend ist in Deutschland noch nicht wirklich gefährlich. Ein Faktor, der jüngst veröffentlicht wurde: die Jahresteuerung bei importierten Gütern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg sie im Dezember auf den höchsten Stand seit 1981. Grund ist eine Explosion bei den Einfuhrpreisen für Energie und Nahrung. Höhere Importpreise schlagen erfahrungsgemäß mit Zeitverzug zumindest zum Teil auf die Verbraucherpreise durch.

Die Einfuhrpreise lagen nach Angaben der Statistik-Behörde im Dezember 2010 um 12 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber November 2010 stiegen die Einfuhrpreise um 2,3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt erhöhten sich die Importpreise gegenüber 2009 um 7,8 Prozent und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Höhere Lebensmittelpreise

Höhere Agrar-Investition könnten nach Ansicht des weltweit größten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé ein Mittel im Kampf gegen die Preisexplosion auf dem Lebensmittelmarkt sein. In den vergangenen zehn Jahren "blieb der Produktivitätszuwachs im Agrarsektor hinter dem Bevölkerungswachstum zurück", sagte Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Letmathe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Jede Sekunde wachse die Weltbevölkerung um vier Menschen, zugleich gingen 0,3 Hektar Agrarfläche verloren.

Die Zahl der Hungernden sei nach einem zwischenzeitlichen Rückgang seit 2008 wieder auf mehr als eine Milliarde gestiegen. "Das ist inakzeptabel", betonte er. Anders als 2008, als die Finanz- und Wirtschaftskrise die Preissteigerungen bei Lebensmitteln abrupt beendet habe, könnte der Anstieg nun von Dauer sein. "Gerade deshalb ist es ein absoluter Wahnsinn, Agrarflächen zur Erzeugung von Biodiesel zu verwenden, auch wenn die Ziele für den Einsatz dieser nachwachsenden Rohstoffe nicht zuletzt in den Vereinigten Staaten reduziert worden sind", ergänzte Brabeck-Letmathe.

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