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Roubini: "Die Eurozone stellt eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar"


Weltwirtschaftsforum Davos  

"Die Eurozone stellt eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar"

27.01.2011, 15:46 Uhr | dpa-AFX, t-online.de - mmr, dpa-AFX, t-online.de

Roubini: "Die Eurozone stellt eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar". US-Ökonom Nouriel Roubini

US-Ökonom Nouriel Roubini (Quelle: dpa)

Er prognostizierte frühzeitig die Finanzkrise und wird seither "Dr. Doom" genannt: der renommierte US-Ökonom Nouriel Roubini. Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos warnte er vor zuviel Konjunktur-Euphorie. Er sieht sogar ein steigendes Risiko, dass die Währungsunion in Europa auseinander bricht. Nicht jetzt, aber in zwei, drei Jahren könnte dies der Fall sein, sagte er in einem Interview mit der österreichischen Zeitung "Der Standard". Auch andere Wirtschaftsfachleute warnten in Davos vor blinder Euphorie nach der schnellen Wirtschaftserholung. Es bestünden weiterhin große Risiken, auch in den Schwellenländern wie etwa China. Frankreichs Präsident Sarkozy verteidigte den Euro derweil vehement.

Keine zweite Konjunktur-Talsohle?

"Die Konjunktur in den USA und in Europa ist schwach", sagte Roubini. Die Gefahr einer Double-Dip-Rezession sei geringer, selbst wenn die neuesten Zahlen in Großbritannien und am Rand der Eurozone dies nicht als ausgeschlossen erscheinen lassen. "Die Eurozone stellt sicherlich eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar", lautet das Fazit des Ökonomen.

Euro-Krisenmechanismus kommt zu spät

Die Eurozone brauche mehr Liquidität, sagte Roubini mit Blick auf das hoch verschuldete Griechenland und die anderen Krisenstaaten. Er kritisierte, in Europa gebe es keine Gesamtstrategie, die das Wirtschaftswachstum ankurbele. Und: "Erst 2013 einen echten Krisenmechanismus für den Euro zu etablieren, ist zu spät", glaubt Roubini. "Die Stimmung der Märkte ist im Moment besser als die Lage."

Sarkozy schwört auf den Euro

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy stellte sich derweil demonstrativ hinter den Euro. "Wir werden dem Euro niemals den Rücken kehren, wir werden den Euro niemals aufgeben", sagte Sarkozy am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Am zweiten Tag des Forums, zu dem bis Sonntag rund 2500 Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft erwartet werden, stand die wirtschaftliche Unsicherheit trotz der nun fast überall überwundenen Finanzkrise im Mittelpunkt.

Erneute Finanzkrise droht

Nach einer ebenfalls in Davos vorgelegten Studie der Managementberatungsgesellschaft Oliver Wyman dürfen die Risiken nicht vergessen werden. Wegen verbliebener Schwachpunkte drohe eine erneute Finanzkrise innerhalb der nächsten fünf Jahre. Mögliche Krisentreiber seien das Wachstum des nicht regulierten Schattenbankensektors, Spekulationsblasen in Schwellenländern und Ausfälle von Staatsanleihen. "Das Glas sei halb voll, halb leer", sagte US-Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini weiter. Zwar kehre das Vertrauen zurück, die Bilanzen seien gestärkt worden und viele Konzerne verfügten über viel Bargeld. Auf der anderen Seite sei die Schuldenkrise eine der größten Gefahren.

"Zeit der Bescheidenheit" wird kommen

Ebenfalls kritisch sieht der Gründer des Forums, Klaus Schwab (72), der bis Sonntag über 1400 Wirtschaftsführer und mehr als 30 Staats- oder Regierungschefs eingeladen hat, die aktuelle Lage. Nach der Wirtschaftskrise der vergangenen zwei Jahre müssten sich die Menschen auf eine "Zeit der Bescheidenheit" einstellen, schrieb Schwab in einem Beitrag für das "Handelsblatt". Er verwies in seinem Beitrag auf die großen Veränderungen, die die Finanzkrise nach sich ziehen werde. "In dieser neuen Realität werden von uns kollektive Opfer verlangt, um die Zukunft zu sichern", schrieb Schwab.

Stimmung wird immer besser

Unterdessen wird die Stimmung bei den Unternehmen trotz dieser Warnungen immer besser: So ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter mehr als 1200 Führungskräften in 69 Ländern, dass fast die Hälfte (48 Prozent) der Konzernchefs "sehr zuversichtlich" für das laufende Jahr ist. Nach der PwC-Umfrage sind die meisten Wirtschaftschefs wieder so optimistisch wie vor der Finanzkrise. Und sie gehen auch davon aus, dass ihr Unternehmen in diesem Jahr den Umsatz steigern kann. So sahen es im vergangenen Januar nur knapp ein Drittel.

Deutsche Konzern-Chefs am optimistischsten

Etwas weniger Zuversicht gibt es unter den Konzernchefs in Westeuropa, die die hohe Verschuldung ihrer Heimatstaaten als Grund für eine gedämpfte Stimmung angaben. Nur in Deutschland sieht es anders aus. Dort ergab die PwC-Umfrage eine große Zuversicht von satten 80 Prozent, nach 20 Prozent vor einem Jahr. Insgesamt wollen über die Hälfte der Unternehmenschefs in ihren Betrieben neues Personal einstellen.

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