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Neue Steuer treibt Flugpreise im Januar in die Höhe


Neue Steuer treibt Flugpreise im Januar in die Höhe

11.02.2011, 13:59 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Neue Steuer treibt Flugpreise im Januar in die Höhe. Auf Langstrecken beträgt die Luftverkehrssteuer 45 Euro (Foto: dpa)

Auf Langstrecken beträgt die Luftverkehrssteuer 45 Euro (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die umstrittene neue Luftverkehrssteuer hat die Preise für Flugreisen aus Deutschland in die Höhe getrieben. Im Januar, dem ersten Monat mit der neuen Abgabe, lagen die Preise um 4,3 Prozent über denen vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Bei konstanten Steuern hätte die Steigerung gegenüber dem Vorjahr lediglich 0,1 Prozent betragen. Vor allem bei Inlandsflügen macht sich die Steuer bemerkbar.

Wie stark sich die jüngste Steuererhöhung auswirkt, zeigt vor allem die Preisentwicklung vom Dezember bis zum Januar. In diesem Zeitraum sind die Flugpreise um 0,6 Prozent gestiegen. Jahreszeitlich üblich ist eigentlich, dass die Preise im Januar im Vergleich zu Dezember sinken. Ohne die nur an deutschen Flughäfen erhobene Abgabe wären sie laut Statistikamt im Schnitt um 3,5 Prozent billiger geworden.

Auch Pauschalreisen teurer

Innerdeutsche Flüge verteuerten sich von Dezember auf Januar um 8,3 Prozent. Die Preise zu europäischen Zielen fielen gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent, wären aber ohne die Steuer 5,8 Prozent günstiger geworden. Statt um 2,2 Prozent zu sinken, stiegen die Preise für Interkontinentalverbindungen nun um 1,6 Prozent. Pauschalreisen, bei denen der Flug nur einen kleineren Teil der Gesamtkosten ausmacht, verteuerten sich in der Jahresfrist um 2,6 Prozent.

Flugsteuer dient der Haushaltssanierung

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte die Luftverkehrssteuer als Teil ihres Pakets zur Haushaltssanierung beschlossen und will damit jährlich eine Milliarde Euro einnehmen. Die Abgabe gilt bereits seit September für alle Abflüge von deutschen Flughäfen ab 1. Januar 2011. Sie ist nach Entfernungen gestaffelt: Bei nahen Zielen werden 8 Euro fällig, die Mittelstrecke kostet 25 Euro extra und die Langstrecke sogar 45 Euro.

Die Branche hatte vergeblich versucht, die Belastung politisch zu verhindern. Sie warnte davor, dass Passagiere in Grenzregionen auf nahe Flughäfen im Ausland ausweichen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Airlines Mehrkosten auf die Ticketpreise aufschlagen. Doch Branchenprimus Lufthansa hatte noch im alten Jahr signalisiert, dass dies angesichts des Konkurrenzkampfes nicht eins zu eins möglich sein dürfte.

Air Berlin will Angebot ausdünnen

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hat als Reaktion auf die Steuer angekündigt, ihr Angebot auszudünnen. Trotz wieder anziehender Konjunktur soll die Kapazität zum Sommerflugplan Ende März/Anfang April um fünf Prozent gekappt werden. Auch Europas größter Billigflieger Ryanair will Flüge in Deutschland aufgeben.

Inwiefern teurere Tickets auch die Buchungszahlen drücken, ist aber noch ungewiss. Die Berliner Flughäfen, die dadurch in diesem Jahr einen spürbaren Dämpfer befürchten, meldeten gerade für Januar ein Passagierplus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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