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Erdbeben Japan: Toyota und Sony stoppen Produktion


Toyota und Sony stoppen zum Teil die Produktion

15.03.2011, 14:50 Uhr | cs mit dpa-afx, dapd und AFP, t-online.de, dpa-AFX

Erdbeben Japan: Toyota und Sony stoppen Produktion. Das Erdbeben in Japan bedroht die dortige Wirtschaft - auch die Autoindustrie (Foto: Reuters)

Das Erdbeben in Japan bedroht die dortige Wirtschaft - auch die Autoindustrie (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Das Erdbeben in Japan hat die Wirtschaft des Landes empfindlich getroffen. Bei Toyota, Nissan und Honda steht die gesamte Produktion still. Auch Sony kann in vielen Fabriken nicht mehr produzieren. Das gleiche Bild zeigt sich bei einer Vielzahl namhafter Konzerne. Dazu kommen Stromausfälle. In der Hauptstadt wird bereits der Strom rationiert. Die Wirtschaft ist wie paralysiert. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem Japans Wirtschaft gerade begann, aus ihrer jahrelangen Depression herauszukommen. Nun interveniert offenbar die japanische Notenbank.

Schwerste Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Naturkatastrophe hat schwerste Auswirkungen auf die ohnehin geschwächte Wirtschaft des 127-Millionen-Einwohner-Landes. Es droht eine Rezession. Außerdem wird der ohnehin enorme Schuldenberg des ostasiatischen Landes weiter wachsen. Denn das Land wird viele Milliarden in den Aufbau der zerstörten Städte stecken müssen. Auch der durch das Beben ausgelöste Atomunfall und die Abschaltung von zahlreichen Atomkraftwerken schadet der japanischen Wirtschaft. Es werde vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, erklärte etwa Tokyo Electric Power. Ab Montag werde auch in anderen Städten des Landes der Strom zeitweise abgestellt. Eine Hiobsbotschaft folgt der nächsten.

Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch die exportabhängige japanische Wirtschaft. In vielen Werken kam es zu Explosionen, in einer Erdölraffinerie des Konzerns Cosmo Oil brannte es. Längere Produktionsausfälle könnten der Wirtschaft großen Schaden zufügen. Es droht eine Rezession. "Das Erdbeben wird beträchtliche Folgen für die wirtschaftliche Aktivität einer großen Zahl von Branchen haben", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Allerdings wird es noch Wochen dauern, bis es einen Überblick über die tatsächlichen Auswirkungen des Bebens auf die Wirtschaft gibt.

Vor allem der japanischen Automobilindustrie drohen nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer kräftige Einbußen. Im schlimmsten Fall könne es bis zu drei Monate dauern, bis die Autofertigung wieder läuft. Das entspreche einem Produktionsausfall von 2,5 Millionen Fahrzeugen, der nur zu etwa 30 Prozent durch Produktionsausweitungen der Werke außerhalb Japans auszugleichen sei. "Damit würden die japanischen Autobauer etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge "verlieren", schreibt Dudenhöffer. "Dies entspricht in etwa einem Schaden von 25 Milliarden Euro für die japanische Automobilindustrie." Der Autoexperte weist jedoch darauf hin, dass überhaupt noch nicht absehbar sei, welche Produktionsanlagen wie stark beschädigt wurden.

Zerstörung von Infrastruktur

Ein großes Problem für die Unternehmen ist die Zerstörung von Infrastruktur. Commerzbank-Volkswirt Wolfgang Leim weist in einer ersten Analyse vom Freitag darauf hin, dass das Beben selbst eine Region erschüttert hat, die nur 2,5 Prozent zum japanischen Bruttoinlandsprodukt beisteuere. "Bedeutender sind die Produktionsausfälle im Großraum Tokio, der etwa 18 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.". Zudem dürften Schließungen von Fabriken, Raffinerien und Kraftwerken die Produktion landesweit treffen. Daher rechnet Leim für das 1. Quartal 2011 mit einem erneuten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes.

Dabei gab Japans Wirtschaft schon vor der Katastrophe keinen Anlass zum Jubeln. Vor einem Monat räumte Tokio offiziell ein, dass Japan nach mehr als 40 Jahren seinen Rang als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt an China abtreten musste. Durch die Produktionsausfälle droht Japan jetzt eine Rezession. Nach drei Quartalen des Wachstums war die Wirtschaft schon im letzten Quartal 2010 leicht geschrumpft. "Das Timing der Katastrophe hätte nicht schlimmer sein können", erklärte die Beratungsfirma Capital Economics.

Super-GAU für die Atomwirtschaft

Von Belang ist auch die Mega-Katastrophe in den japanischen Atomkraftwerken. Dem Land droht eine nukleare Katastrophe. In sechs Reaktoren an der Ostküste fiel die Kühlung aus. Am gefährlichsten ist die Lage im AKW Fukushima Eins. Die Geschehnisse können Sie hier im Live-Ticker verfolgen. Dabei setzt Japan auf die Kernenergie: Die mehr als 50 japanischen Atomkraftreaktoren decken den Strombedarf des Landes zu rund 30 Prozent. Mehrere Kraftwerke sind seit dem Beben runtergefahren.

Durch die Schäden der Naturkatastrophe und die abgeschalteten Atomkraftwerke werde die Wirtschaft im ersten Quartal 2011 "spürbar geschwächt", sagt Leim. Hoffnung macht den Ökonomen jedoch, dass der Wiederaufbau der Katastrophengebiete umfangreiche Investitionen nötig macht. Dies erlaube es, "die Wirtschaftsmaschine schnell wieder anzuwerfen". Das Baugewerbe, die Stahlproduktion und die Telekommunikationsbranche würden von den notwendigen Reparaturarbeiten profitieren.

Stabilität der Finanzmärkte sichern

Jetzt interveniert erst mal die Bank of Japan. Der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press zufolge will die Notenbank bereits am Montag mehrere Billionen Yen in den Markt pumpen. Das soll Engpässe an den Finanzmärkten verhindern. Außerdem könnte die zusätzliche Liquidität helfen, den Fall der japanischen Wirtschaft zu mildern. Zuletzt hatte die japanische Notenbank im Mai über außerordentliche und kurzfristige Maßnahmen zwei Billionen Yen in den Markt gepumpt, um die Turbulenzen der Eurozonen-Schuldenkrise zu bekämpfen.

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