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Japan-Krise: Autobauern gehen die Lacke aus


Japan-Krise: Autobauern gehen die Lacke aus

13.04.2011, 13:11 Uhr | dpa-AFX, bv, dpa-AFX, t-online.de

Einige Spezialfarben für die Autoindustrie werden knapp, weil wegen der Katastrophe in Japan ein Werk des Darmstädter Unternehmens Merck KGaA geschlossen ist. Die Anlage rund 45 Kilometer vom Gefahren-Atomkraftwerk Fukushima entfernt sei nach dem Erdbeben evakuiert worden, sagte Unternehmenssprecher Gangolf Schrimpf. Die rund 160 Mitarbeiter und ihre Familien seien in Sicherheit gebracht worden. Wann das Werk wieder in Betrieb genommen werden könne, sei ungewiss.

In Japan stellt Merck ein sogenanntes Effekt-Pigment mit der Bezeichnung "Xirallic" her, ein mit einem besonderen Verfahren veredeltes Aluminium-Oxid. Das japanische Werk sei weltweit die einzige Anlage, in der "Xirallic" produziert werde, sagte Schrimpf. Das Pigment werde an Farbenhersteller geliefert, die daraus Autofarben mit Glitzereffekt machen. Die Farben heißen zum Beispiel "Kosmisches Türkis" oder "Galaxie-Blau". Nach Angaben des "Handelsblatts" sind praktisch alle großen Autohersteller betroffen.

Bei Ford können demnach bestimmte große Modelle nicht mehr in schwarz geordert werden. Auch Rottöne würden knapp, hieß es. Die Hersteller suchten nun nach Ersatz. Für Merck selbst halte sich der Schaden in Grenzen, denn der Umsatz der gesamten Pigment-Sparte, die nicht nur "Xirallic" umfasst, betrug 2010 rund 325 Millionen Euro - bei einem gesamten Konzernumsatz von 9,3 Milliarden Euro.

Japans Autohersteller müssen mit Strom haushalten

Japanische Autohersteller überlegen derweil Branchenkreisen zufolge, ihre Produktion abwechselnd herunterzufahren, um Strom zu sparen. Damit wollen die Konzerne verhindern, dass ihre Stromversorgung wegen Engpässen nach dem Ausfall des Atomkraftwerks Fukushima rationiert wird. So wollten die Autokonzerne für die Produktion schädliche "Blackouts" vermeiden. Ein kompletter Stromausfall für drei Stunden würde zum Beispiel eine Karosseriefertigung für insgesamt neun Stunden lahmlegen.

Erwartet wird, dass sich die Unternehmen in Kürze im Rahmen eines Treffens beim Branchenverband auf einen Rotationszeitplan einigen. Andere Industriezweige könnten folgen, hieß es in dem Bericht. Die Produktion in der japanischen Autobranche ist derzeit durch die Folgen des schweren Erdbebens ohnehin bereits deutlich eingeschränkt. Die acht größten Hersteller erwarten Produktionsausfälle von etwa 365.000 Fahrzeugen. Wenn die Bänder nicht zu den bisher geplanten Zeitpunkten wieder anlaufen könnten, seien höhere Ausfälle nicht ausgeschlossen.

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