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Wincor Nixdorf: Leichtes Spiel für Geldautomaten-Betrüger


Leichtes Spiel für Geldautomaten-Betrüger

12.05.2011, 10:27 Uhr | dapd, dapd

Wincor Nixdorf: Leichtes Spiel für Geldautomaten-Betrüger. Schwachstelle bei Geldautomaten: Eingabe der Geheimzahl (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Schwachstelle bei Geldautomaten: Eingabe der Geheimzahl (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Der Marktführer für Geldautomaten in Deutschland hat offenbar im vergangenen Jahr mit einem größeren Sicherheitsproblem zu kämpfen gehabt. Viele Geräte des Herstellers Wincor Nixdorf mussten ausgetauscht werden, weil sie vermutlich anfällig für Betrugsversuche waren, wie aus der Bankenbranche zu vernehmen war. Damit wurde ein Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigt. Ein Sprecher des Geldautomaten-Herstellers kommentierte dies am Mittwoch zunächst nicht.

Zahl der Angriffe im letzten Jahr gestiegen

Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hatte bereits am Dienstag gesagt, die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten sei im vergangenen Jahr gestiegen. Meist versuchten die Täter dabei, durch Ausspionieren am Automaten an Kartendaten und Geheimzahlen zu kommen. Mit gefälschten Bankkarten können sie dann die Konten der Opfer leerräumen.

Bank tauschte hunderte von Automaten aus

Ziercke sagte aber auch, im zweiten Halbjahr 2010 sei die Zahl der Attacken zurückgegangen, weil eine bundesweit vertretene Bank mehrere hundert Automaten älterer Bauart ausgetauscht habe, die besonders anfällig für Attacken gewesen seien. Der Name der Bank wurde ausdrücklich nicht genannt.

Postbank hat laut Sprecherin "kein Problem"

Die Postbank war nach Angaben einer Sprecherin nicht betroffen. Von deren 2000 Geldautomaten kämen nur etwa 200 von Wincor Nixdorf. Die anderen seien vom US-Konkurrenten NCR. Von den fraglichen Wincor-Nixdorf-Automaten seien 180 neueren Baudatums - sie seien erst im vergangenen Jahr installiert worden - und nicht anfällig für die Betrugsversuche, um die es jetzt gehe. Die Postbank habe also kein Problem, sagte die Sprecherin.

Commerzbank tauschte Automaten turnusmäßig aus

Ein Commerzbank-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur dapd, im vergangenen Jahr "mehrere hundert Geldautomaten ausgetauscht" zu haben. Der Austausch sei aber einhergegangen mit der normalen Auswechselung von Geräten. Genaue Zahlen nannte der Sprecher nicht.

Deutsche Bank nennt keine Zahlen

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, sein Konzern mache grundsätzlich weder Angaben zur Zahl seiner Automaten noch zur Frage, wie viele davon ausgetauscht wurden. Laut "FTD" wechselte das Institut im vergangenen Jahr 1200 seiner Automaten aus. Der Deutsche-Bank-Sprecher wollte diese Zahl nicht kommentieren.

Modernisierung bei HypoVereinsbank

Die HypoVereinsbank wechselte in den vergangenen zwei Jahren alle ihre Geldautomaten aus, wie ein Sprecher erklärte. Dies sei aber im Zuge einer Modernisierung erfolgt und habe nichts mit Sicherheitsbedenken zu tun gehabt. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken haben die privaten Banken in Deutschland etwa 11.500 Geldautomaten. "Ein Automatentausch ist etwas durchaus Normales", sagte ein Sprecher. Er könne aber nicht bestätigen, dass im vergangenen Jahr ein Drittel der Geräte ausgetauscht worden sei, wie es die "FTD" berichtet hatte.

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