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Korruption in China: Beamte unterschlugen Milliarden


Beamte schmuggelten riesige Geldsummen aus dem Land

17.06.2011, 14:54 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Korruption in China: Beamte unterschlugen Milliarden. Viele chinesische Beamte setzten sich in den vergangenen Jahren ins Ausland ab (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Viele chinesische Beamte setzten sich in den vergangenen Jahren ins Ausland ab (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Ein geheimer Bericht sorgt für massive Empörung in China: Nach Angaben der Notenbank schmuggelten korrupte Regierungsbeamte binnen 15 Jahren rund 123 Milliarden Dollar aus dem Land - oft in die USA. Das Dokument entlarvt auch die beliebtesten Tricks der Betrüger.

Korruption ein gewaltiges Problem

Chinas Regierung bezeichnet Korruption bisweilen als Staatsfeind Nummer eins. Nun ist ein geheimer Bericht aufgetaucht, der eine Vorstellung ermöglicht, wie gewaltig das Problem tatsächlich ist. Er stammt von der chinesischen Zentralbank - und sorgte nach seiner Veröffentlichung für massive Empörung in der Volksrepublik.

Rund 800 Milliarden Yuan sollen korrupte chinesische Regierungsbeamte aus dem Land geschmuggelt haben, umgerechnet gut 123,6 Milliarden Dollar. Ausgeschleust worden sei das Geld über einen Zeitraum von rund 15 Jahren: Mitte der neunziger Jahre bis 2008. Schätzungen zufolge sollen in diesem Zeitraum 16.000 bis 18.000 Beamte und Angestellte staatlicher Unternehmen aus dem Land getürmt sein - teils mit beträchtlichen Summen Geld.

Empörte Berichte in chinesischen Zeitungen

Der Bericht datiere auf Mitte Juni 2008, schreibt die britische "Financial Times". Er sei aber erst diese Woche auf der Web-Seite der Geldwäscheabteilung der chinesischen Notenbank aufgetaucht. Die Veröffentlichung sorgte für empörte Berichte in chinesischen Zeitungen, kritisch äußerte sich unter anderem "Shanghai Daily". Kurz nachdem die ersten negativen Berichte erschienen waren, sei der 67 Seiten lange Bericht wieder von der Seite der Notenbank verschwunden, berichtet das "Wall Street Journal". Das Dokument kursiere jedoch weiter im Internet. Die chinesische Zentralbank kommentierte den Vorgang zunächst nicht.

Das Dokument ist den Angaben zufolge in zwei Teile gegliedert. Im ersten wird benannt, welche Beamten in welche Länder geflohen sind. Hochrangige Staatsangestellte habe es besonders oft in die USA gezogen. Auch Kanada, Australien und die Niederlande seien beliebt gewesen. Niedrigrangige Beamte, die nicht so schnell an entsprechende Visa kommen, seien oft über Hongkong in westliche Länder geflohen, heißt es den Angaben zufolge in dem Bericht. Oder sie hätten sich in Chinas Nachbarländern niedergelassen, beispielsweise in Thailand, Malaysia oder Russland.

Die Tricks der Schmuggler

Der zweite Teil des Dokuments benennt, mit welchen Tricks Geld aus China herausgeschmuggelt wurde - und nennt aufgeflogene Schleuser beim Namen:

  • So habe ein früherer Angestellter des Finanzministeriums rund eine Million Yuan auf das Konto seines Sohns überwiesen, der im Ausland studiert.
  • Ein Top-Politiker habe Geld über das Konto einer Geliebten in Hongkong ins Ausland geschafft.
  • Ein hochrangiges Mitglied der Kommunistischen Partei habe Geld in Kasinos geschleust, die sich in der Sonderverwaltungszone Macao befinden.
  • Wieder andere Personen hätten Geld in Auslandsinvestitionen gesteckt oder große Mengen Luxusgüter per Kreditkarte bezahlt. Später seien die Ausgaben über schwarze Kassen ausgeglichen worden.

Der Bericht der Notenbank schließt den Angaben zufolge mit einer Warnung: Korruption sei eine ernsthafte Bedrohung für die Kommunistische Partei. Laut "Wall Street Journal" kündigt die Zentralbank zudem an, enger mit ausländischen Behörden zusammenzuarbeiten, um den Geldschmuggel künftig zu begrenzen.

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