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EADS plant Raketen-Passagierflugzeug als Concorde-Nachfolger


Concorde-Nachfolger  

EADS plant Raketen-Passagierflugzeug

24.06.2011, 16:33 Uhr | t-online.de - mmr, t-online.de, mmr

EADS plant Raketen-Passagierflugzeug als Concorde-Nachfolger. Geplanter Überschall-Jet:  Reisen mit einer Rakete  (Comp.Bild: dpa)

Geplanter Überschall-Jet: Reisen mit einer Rakete (Comp.Bild: dpa)

Direkt vor der am Montag beginnenden weltgrößten Luftfahrt-Show Le Bourget (bei Paris) macht EADS mit einem neuen Überschallflieger auf sich aufmerksam. Bereits seit 2006 arbeiten EADS-Ingenieure im Auftrag von Franzosen und Japanern an dem Konzept für einen Öko-Jet, der Passagiere mit Mach 4 um den Globus rasen lässt. Die Strecke Paris - Japan würde dann nur noch zweieinhalb Stunden dauern.

Möglicher Concorde-Nachfolger

Der Wundervogel erinnert äußerlich an die legendäre Concorde. Das französisch-britische Passagierflugzeug flog ab den 70er-Jahren in gut drei Stunden von Europa nach New York. Wer es sich leisten konnte, düste in 18 Kilometern Höhe mit etwa 1700 km/h über den Atlantik. Sicherheitsbedenken nach einem Absturz im Jahre 2000 und mangelnde Wirtschaftlichkeit schickten den Düsenflieger Ende 2003 dann ins Museum.

Überschall ohne Emissionen?

Doch EADS hat den Traum des Überschall-Reisens nicht aufgegeben. Unter dem Arbeitstitel ZEHST wird auf der Pariser Airshow ein Konzept-Modell vorgestellt. ZEHST steht in französisch für "Zero Emission Hyper-Sonic Transportation" bzw. in englisch für "Zero Emission High Speed Transport". Um die Welt düsen, ohne die Umwelt zu belasten, das schreiben sich die EADS-Forscher auf die Fahne. Mit einer Kombination aus Turbojet, Raketenantrieb und Ramjet soll der Flieger weitgehend umweltverträglich daherkommen, kündigen seine Designer an.

ZEHST: Passagiere sitzen vor riesigen Flüssigwasserstoff- bzw. Flüssigsauerstoff-Tanks - zum Vergrößern klicken  (Comp.Bild: dpa)ZEHST: Passagiere sitzen vor riesigen Flüssigwasserstoff- bzw. Flüssigsauerstoff-Tanks (Comp.Bild: dpa) Passagier-Rakete

Der Jet soll 50 bis 100 Passagieren Platz bieten und in 32 Kilometern Höhe mit mehr als 4200 Stundenkilometern fliegen. Die anspruchsvolle Triebwerkstechnik wurde bislang nur bei Raketen praktisch angewendet. Das Flugzeug soll drei Antriebssysteme miteinander verbinden: Für den Start werden zwei Turbo-Triebwerke (im Bild hellgrün) die Passagiere auf Mach 0,8 beschleunigen, dann werden zwei Booster-Raketen gezündet, wie sie bei der Ariane zum Einsatz kommen. Dazu sind zwei riesige Flüssigwasserstoff-Tanks mit an Bord. Sie jagen den Flieger auf Mach 2,5. In etwa 23 Kilometer Höhe werden dann zwei Staustrahl-Düsen gezündet, die unter den Tragflächen hängen. Mit deren Hilfe geht's dann hoch auf 32 Kilometer und Mach 4.

Reisende sollen Geschwindigkeit kaum spüren

"Für Reisende unterscheidet sich der Flug überhaupt nicht von einer Reise in einem herkömmlichen Flugzeug, nur beim Steigflug spüren sie Beschleunigungskräfte, die aber nicht das 1,2fache des eigenen Körpergewichts übersteigen", verspricht EADS-Forschungschef Jean Botti in einer Pressemitteilung. Das Projekt ist offenbar schon so weit fortgeschritten, dass ein Prototyp bereits in etwa zehn Jahren zu bestaunen sein wird. Serienreife wird der Concorde-Nachfolger aber wohl nicht vor 2050 erlangen.

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