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Presse: Neuer Beratungsskandal bei Munich-Re-Tochter ERGO


Presse: Neuer Beratungsskandal bei Munich-Re-Tochter ERGO

21.06.2011, 09:33 Uhr | dapd, dpa-AFX, dapd, dpa-AFX

Nach den Skandalen um eine Sex-Orgie für Versicherungsvertreter und falsch berechnete Riester-Verträge steht Deutschlands zweitgrößter Versicherer ERGO schon wieder wegen Verkaufspraktiken in der Kritik. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" haben Vertreter der einstigen Ergo-Tochter Victoria 2009 systematisch und "auf Anweisung von oben" Kunden mit beitragsfrei gestellten Lebensversicherungen geraten, ihre Verträge zu kündigen. Das Geld steckten die Kunden in Produkte, für die hohe Provisionen anfielen. Überdies entgíngen den Verbrauchern Steuervorteile.

Hohe Provisionen für ERGO-Mitarbeiter

Zwischen 2000 und 4000 beitragsfrei gestellte Policen seien gekündigt und mit dem Geld Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr (UBR) abgeschlossen worden. Lars Gatschke von der Verbraucherzentrale Bundesverband nannte dies laut "FTD" einen "unglaublichen Vorgang, bei dem es nur um Abschlussprovisionen ging".

Den Kunden sei häufig verschwiegen worden, dass sie mit der Lebensversicherung in vielen Fällen auch Steuervorteile und die Zinsgarantie aufgaben, hieß es in dem Bericht weiter. Diese betrug bis zu vier Prozent. UBR-Policen seien dagegen umstritten, da sie die Unfalldeckung mit einem mäßig verzinsten Sparvertrag verbinden. Die Mitarbeiter hätten für diese Beratung hohe Provisionen erhalten.

ERGO sieht keine systematische Aktion

Ein ERGO-Sprecher bestätigte, dass es 2009 zu derartigen Umstellungen gekommen sei, wies aber die Darstellung der Zeitung zurück, wonach es sich um eine systematische Aktion gehandelt habe. Im Gegenteil: Ergo habe die Unfallversicherung gegen Einmalzahlung im Juli 2009 eingeführt. Als es im August erste Anzeichen für derartige Umstellungen gegeben habe, habe der Vorstand sofort deutlich gemacht, dass diese Praxis unerwünscht sei.

ERGO auch wegen Riester-Verträge und Sex-Party unter Beschuss

Auch wegen falsch berechneter Riester-Verträge steht das Unternehmen in der Kritik. Nach Informationen des "Handelsblatt" habe ERGO bereits seit über fünf Jahren vom Betrug bei Riester-Verträgen gewusst. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass ERGO-Vertreter im Jahr 2005 Riester-Verträge unter Vorspiegelung von zu niedrigen Kosten angeboten hatten. Wie die Tochter des Rückversicherers Munich Re am vergangenen Freitag einräumte, waren davon 14.000 Kunden betroffen. Wenige Tage davor hatte die Versicherungsgruppe noch schriftlich erklärt, dass es nur wenige Betroffene gebe.

Staatsanwalt sieht Verdacht auf Betrug

Dabei waren die fehlerhaften Verträge laut "Handelsblatt" keine Neuigkeit für das Unternehmen. "Wir haben ermittelt, dass der Fehler im Oktober 2005 der Antragsabteilung bekannt wurde", sagte Ergo-Sprecher Alexander Becker der Zeitung. Der Aufsichtsrat habe nun davon zum ersten Mal erfahren. Strafrechtlich betrachtet bewege sich Ergo nun im Bereich des vorsätzlich fortgesetzten Betruges, sagte der ehemalige Mainzer Staatsanwalt Volker Hoffmann der Zeitung.

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