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Immer weniger Firmenpleiten


Historischer Tiefstand  

Immer weniger Firmenpleiten

27.06.2011, 15:13 Uhr | dapd, dapd

Die Wirtschaft boomt und auch die Zahl der Firmenpleiten geht deutlich zurück und scheint einen historischen Tiefstand zu erreichen. Meldeten im vergangenen Jahr noch rund 32.000 Unternehmen Insolvenz an, so könne die Zahl schon in diesem Jahr wieder auf 29.000 sinken, sagte Helmut Rödl von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Düsseldorf. "Damit bewegen wir uns am unteren Rand dessen, was wir in den vergangenen zehn Jahren an Insolvenzen hatten."

Ähnlich niedrige Werte waren im vergangenen Jahrzehnt nur in den Boomjahren 2007 und 2008 erreicht worden. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen dürfte deutlich zurückgehen, erklärte Rödl.

Deutschland wieder auf Vorkrisenniveau

Bereits im ersten Halbjahr 2011 sank die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland nach Angaben von Creditreform um 11,1 Prozent auf knapp 15.000. "Der Wirtschaftsaufschwung hat sichtbar positive Auswirkungen auf das Insolvenzgeschehen", sagte der Creditreform-Vorstand. Deutschlands habe als einziges der großen Industrieländer bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht und davon profitierten die Unternehmen.

Doch nicht nur die Zahl der Insolvenzen sank, sondern auch der durch sie verursachte Schaden. Die finanziellen Verluste durch die Firmenpleiten verringerten sich Rödl zufolge im ersten Halbjahr um 29,3 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro. Die Zahl der durch Insolvenzen bedrohten Arbeitsplätze sank um 29 Prozent auf 110.000. Dies sei der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre, sagte Rödl. Gleichzeitig entstanden durch Firmenneugründungen fast 166.000 neue Jobs. Auch 2012 rechnet Creditreform mit Ruhe an der Insolvenzfront.

Angleichung zwischen Ost und West

Rückläufig war im ersten Halbjahr auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Sie sank um 5,1 Prozent auf 51.300. Auch für das Gesamtjahr rechnet Creditreform mit einem weiteren Absinken der Zahlen.

Verantwortlich dafür ist nach Ansicht der Experten allerdings weniger die Konjunkturerholung, als die Diskussion um eine deutliche Verkürzung der sogenannten Wohlverhaltensperiode bei Privatinsolvenzen um die Hälfte auf nur noch drei Jahre. Hier lohne es sich für die Betroffenen zu warten, um in den Genuss einer schnelleren Restschuldbefreiung zu kommen, sagte Rödl.

Kommt es zu der erwarteten Verkürzung der Fristen, erwartet Creditreform in den Folgejahren unabhängig von der Konjunkturentwicklung wieder einen deutlichen Anstieg der Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Schließlich seien mehr als sechs Millionen Bundesbürger überschuldet. Angeglichen hat sich unterdessen das Insolvenzgeschehen in Ost und Westdeutschland. Lag die Zahl der Firmenpleiten in Ostdeutschland vor einem Jahrzehnt noch mehr als doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern, so liegen Ost und West nun Kopf an Kopf.

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