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Plagiarius 2010: Anti-Oscar für Produktpiraten


Plagiarius 2010  

Anti-Oscar für Produktpiraten

12.02.2010, 15:12 Uhr | t-online.de/business

Plagiarius 2010: Anti-Oscar für Produktpiraten. Gefälschte Produkte vom Eiswürfelbehälter bis zur Liebeskugel -  links das Original, rechts die Kopie.  (Foto: Aktion Plagiarius/dpa-tmn)

Gefälschte Produkte vom Eiswürfelbehälter bis zur Liebeskugel - links das Original, rechts die Kopie. (Foto: Aktion Plagiarius/dpa-tmn)

Ideenklau vom Feinsten: Ganz gleich, ob Hightech-Artikel, Erotik-Spielzeug oder Küchenzubehör - Produktpiraten aus aller Welt machen offenbar vor nichts Halt. Sie klauen regelmäßig Entwicklungen oder Produkte aus Deutschland und ahmen die Neuerungen dreist nach. Als Trophäe winkt der Schmähpreis Plagiarius, ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – ein Symbol für die immensen Gewinne, die die Fälscher sprichwörtlich auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. Wir zeigen Ihnen, was in diesem Jahr als dreiste Fälschung "ausgezeichnet" wurde.

Die dreisteste Kopie kommt aus China

Aus insgesamt 43 Einsendungen erhielt die chinesische Kopie des Tupperware-Eiswürfelbehälters „Eisi“ den Negativpreis Plagiarius. Der hat in diesem Fall bereits positive Wirkung gezeigt: Zwei deutsche Händler haben Unterlassungserklärungen unterschrieben, die Plagiate vom Markt genommen und Restbestände des Produkts vernichtet.

Plagiate vom Spielzeug-Mähdrescher bis zum Multimediasessel

Auf Platz zwei der Imitate-Liste 2010 landete das Plagiat des Spielzeug-Mähdreschers „Claas Lexion 480“. Das Original stammt von dem in Fürth ansässigen Spielwarenunternehmen Bruder, eine polnische Firma vertreibt die Fälschung. Den dritten Platz vergab die Aktion Plagiarius an die Kopie des Multimediasessels “Music Rocker cubic”, vertrieben durch die Heilbronner Handelsgesellschaft friboss. Das originale Produkt stellt die Firma Easychair in Blomberg her.

Sonderpreise für Nachahmungen von Messersets

Außerdem wurden sechs gleichrangige Preise vergeben, etwa für die chinesische Fälschung eines Glasschneiders, das aus Luxemburg stammende Plagiat von Liebeskugeln und eine wiederum chinesische Kopie einer Handbrause. Als Plagiate "ausgezeichnet" wurden außerdem Nachbildungen von Deko-Elementen und die Nachahmung eines Haushaltshackers, beides stammt ebenfalls aus China. Sonderpreise verlieh die Aktion Plagiarius an die Kopie eines Küchenmessersets der Firma Zwilling aus Solingen, die in China gefertigt wurde, und die Fälschung eines im Original aus Japan stammenden Messersets mit Messerblock.

Schmähpreis für Fälschungen

Der „Plagiarius“ wurde in diesem Jahr auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ bereits zum 34. Mal verliehen. Die jährlichen Statistiken des Zolls machten die Dimension dieser Art von Wirtschaftskriminalität deutlich, betont die Aktion Plagiarius. Allein an den EU-Außengrenzen hätten Zollbeamte im Jahr 2008 mehr als 178 Millionen rechtsverletzende Artikel sichergestellt. Das sei eine Zunahme um mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der beschlagnahmten Waren stammten dabei laut EU-Kommission aus China.

Gewinnspannen höher als bei Drogenhandel

Die Bandbreite der Produktpiraten reiche dabei vom Kleinkriminellen in der Hinterhof-Werkstatt bis hin zur organisierten Kriminalität, so die Aktion Plagiarius. Die Gewinnspannen mancher Produkte, etwa gefälschter Medikamente oder raubkopierter CDs und DVDs, seien inzwischen höher als beim Drogenhandel, die Risiken einer Strafverfolgung hingegen sehr gering.

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