Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Konjunktur: Industrie erwartet harte Zeiten


Konjunktur  

Industrie erwartet harte Zeiten

15.01.2009, 13:50 Uhr | AP

Die deutsche Wirtschaft muss sich aus Sicht der Industrie auf harte Zeiten gefasst machen. Die Auftragslage hat sich inzwischen deutlich verschlechtert, teilweise gibt es schon eine deutlich schrumpfende Produktion, wie der neue Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, in Berlin berichtete.

Rückgang des Welthandels möglich

Er erwartet, dass dieses Jahr die Wirtschaftsleistung um mindestens zwei Prozent sinkt. "Da sind die Konjunkturpakete aber schon eingepreist", sagte Keitel. Das Neue an der weltweiten Rezession sei, dass fast alle Branchen und Regionen zugleich betroffen sind, meinte Keitel. Deshalb sei 2009 erstmals seit Jahrzehnten ein Rückgang des Welthandels möglich. Zur Lage in Deutschland sagte er: "Die Dramatik der Situation wird erst in den kommenden Wochen und Monaten voll sichtbar werden."

"Es kommt zur rechten Zeit"

Keitel riet der Politik, im Superwahljahr 2009 den Mund nicht zu voll zu nehmen. "Sie darf den Menschen nicht vorgaukeln, der Staat könne die Situation alleine beherrschen", sagte der BDI-Chef. "Der Staat wird niemals genügend Geld zur Verfügung stellen können, um die Krise alleine auszutarieren." Zum inzwischen in der Regierung beschlossenen zweiten Konjunkturpaket sagte der BDI-Chef: "Es kommt zur rechten Zeit. Die Schwerpunkte sind zum größten Teil richtig gesetzt." Nun nehme aber die Staatsverschuldung gewaltig zu. Deshalb müsse die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode eine verbindliche Schuldenbremse beschließen.

Gegen direkte Staatsbeteiligungen

"Und sie muss deutlich machen, dass es keinen Spielraum mehr gibt für weitere Pakete", betonte Keitel. Klar wandte sich der Verbandspräsident gegen direkte Staatsbeteiligungen an produzierenden Unternehmen, so wie es in Teilen der Union diskutiert wurde. Es müsse bei der in der sozialen Marktwirtschaft bewährten Aufgabenverteilung bleiben. "Wir dürfen nicht aus Angst staatssüchtig werden und die Kraft des Marktes verkennen", mahnte Keitel.

Kritik an zögerlicher Kreditvergabe

Zum Thema Jobgarantie deutscher Firmen äußerte sich Keitel skeptisch. Dieser Weg sei nicht für alle Unternehmen gangbar. "Eine gesetzliche Verpflichtung, Arbeitsplätze zu erhalten, kann es in einer Marktwirtschaft nicht geben", betonte er. Kritik übte der BDI-Präsident daran, dass die Banken ihre Anforderungen selbst für hervorragend aufgestellte Firmen erheblich verschärft und die Konditionen massiv verteuert hätten. "Das muss sich ändern. Sonst laufen wir Gefahr, in eine wirkliche Kreditklemme zu geraten", mahnte Keitel.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Erstellen Sie jetzt 100 Visiten- karten schon ab 9,99 €
von vistaprint.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal