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Textilhandel: "Abwrackprämie" für gebrauchte Kleidung


Textilhandel  

"Abwrackprämie" für gebrauchte Kleidung

05.02.2009, 14:28 Uhr | t-online.de/business / dpa-AFX

Textilhandel: "Abwrackprämie" für gebrauchte Kleidung.

Ein-Euro-Gutschein für abgelegte Kleidung. (Foto: I:CO)

Abwrackprämie nur für alte Autos? Die Idee haben jetzt auch die ersten Textilhändler aufgegriffen - der Umwelt zuliebe. Ab sofort vergeben mehrere Unternehmen der Branche in ihren Filialen Gutscheine für dort zur Wiederverwertung abgelieferte gebrauchte Schuhe und Kleidung. Das teilte die Schweizer Firma I:CO mit, die die abgegebenen Stücke sortieren und verwerten oder wiederverwenden wird.

Einfache Idee

In den Filialen der Adler-Modemärkte, des Reparatur-Service Mister Minit, des Schuhhändlers Reno und der Reinigung Stichweh sollen bundesweit noch in diesem Jahr rund 1000 Sammelstellen bereit stehen. Der Name der Firma, an die Kleidung und Schuhe dann weitergegeben werden, ist Programm: I:CO steht für "I collect" - auf deutsch "Ich sammle". Die I:CO-Partner sammeln entsprechend gebrauchte Textilien. Deren ehemalige Besitzer erhalten dafür Gutscheine, die den nächsten Einkauf bei den Firmen, die an der Aktion teilnehmen, günstiger machen.

Recycling statt wegwerfen

Bislang erfassen karitative und private Sammler 60 bis 70 Prozent der Alttextilien und Schuhe in Deutschland. Der Rest, rund 400.000 Tonnen jährlich, wandert in den Hausmüll. Das I:CO-System hingegen soll dazu motivieren, getragene Kleidung und Schuhe abzugeben. "Unsere Kunden können etwas Gutes für die Umwelt tun und damit bei ihrem nächsten Einkauf bares Geld sparen", erklärte Wolfgang Krogmann, Chef der Adler Modemärkte. "Für uns beweist das System, dass sich Umsatzsteigerung und Nachhaltigkeit bestens ergänzen."

Gutscheine für Alttextilien

Die Textil-Einzelhandelskette Adler ist in Deutschland, Österreich und Luxemburg vertreten. In 125 Modemärkten, der Zentrale in Haibach bei Aschaffenburg und der Tochterfirma Motex sind derzeit mehr als 3900 Mitarbeiter tätig. Gesammelt werden soll jedoch nur in den deutschen Filialen - mit dem Tütensystem "i:collection bag". Diese Sammeltüten sind in den teilnehmenden Filialen zu bekommen. Für jede Tüte mit Alttextilien oder Schuhen, die bei Adler abgeben wird, erhält der Kunde Ein-Euro-Gutscheine. Für eine kleine Tüte wird ein Gutschein ausgegeben, für eine mittlere zwei Gutscheine, für eine große Tüte drei Gutscheine. Bei einem Einkauf im Wert von zehn Euro kann der Kunde einen Gutschein einlösen und somit zehn Prozent sparen.

Textilreinigungskette macht mit

Nach dem selben Prinzip nehmen alle Filialen der in norddeutschen Textilreinigungskette Stichweh an der Aktion teil. Nach eigenen Angaben werden zurzeit insgesamt 90 der Ladenbetriebe nach dem Franchise-System von selbständigen Unternehmern geführt. Außerdem arbeiten 42 Annahmestellen für Stichweh. Neben der Textilpflege gehören Wäschedienst, Leder- und Teppichreinigung zum Angebot.

Gebrauchte Schuhe für Mister Minit

Beim Schuh- und Schlüsseldienst Mister Minit, einem der größten Franchisegeber Deutschlands, werden ab sofort benutzte Schuhe direkt an der Beratungstheke entgegengenommen. "Es ist paradox, dass schätzungsweise 300 Millionen Schuhe jährlich in die schwarze Tonne geworfen werden", erklärte Andreas Berents, Geschäftsführer von Mister Minit. Pro Paar erhält der Kunde einen Gutschein im Wert von einem Euro. Fünf gesammelte Gutscheine kann der Kunde dann zum Beispiel einlösen, wenn er Mister-Minit-Dienste für mindestens 15 Euro in Anspruch nimmt. Der Marktführer in seinem Bereich beschäftigt deutschlandweit in rund 250 Shops 500 Mitarbeitern und verfügt über 60 Franchisenehmer.

Alte Treter in den "i:counter"

Der Osnabrücker Schuhhandel Reno Fashion & Shoes gehört mit etwa 750 Filialen und 4000 Mitarbeitern zu den führenden Schuhfilialisten in Europa. Das Unternehmen hat für die Aktion in 13 Filialen an den Standorten Hamburg, München, Osnabrück und Karlsruhe sogenannte i:counter aufgestellt. Wirft man in diese ein Paar alte Schuhe, gibt der Automat einen Gutschein über einen Euro aus. Der wiederum lässt sich sofort beim nächsten Einkauf in einer Reno-Filiale einlösen - bei einem Mindesteinkaufswert von zehn Euro. Bis Ende des Jahres wolle Reno möglichst alle Filialen mit i:countern ausgestattet haben, so Reno-Pressesprecherin Sandra Schreiber im Gespräch mit t-online.de/business.

Schon bei der Produktion ans Recycling denken

„Nur wenn alles, was wir produzieren, wieder in einen neuen Kreislauf eingebracht werden kann, ist eine nachhaltige Besserung unserer Umwelt zu erreichen“, erläutert Stephan Wiegand, Verwaltungsrat der I:Collect AG. Jedes Unternehmen müsse schon bei der Produktion eines Artikels an dessen "Leben danach" denken, damit "wir mit unseren Recyclingmöglichkeiten eine endlose Produktionskette entwickeln können“. Die I:Collect AG ist ein Partnerunternehmen der SOEX Textil-Vermarktungs GmbH mit Sitz in Bad Oldesloe.

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