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Insolvenz: Pleitewelle trifft vor allem Mittelstand


Insolvenz  

Pleitewelle trifft vor allem Mittelstand

10.02.2009, 16:54 Uhr | AP

Insolvenz: Pleitewelle trifft vor allem Mittelstand.

2009 könnte eine Pleitewelle noch mehr deutsche Firmen erfassen als im Vorjahr. (Foto: Imago)

Märklin, Schiesser, Rosenthal: Der kräftig steigenden Pleitewelle in Deutschland fallen in erster Linie mittelständische Unternehmen zum Opfer. Nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform geraten vor allem Betriebe mit geringem Eigenkapital in Gefahr, die Auftragseinbrüche oder große Zahlungsausfälle verkraften müssen. 2008 waren die Firmenpleiten in Deutschland erstmals seit fünf Jahren gestiegen. Und für 2009 erwartet Creditreform sogar bis zu 18 Prozent mehr Insolvenzanträge als 2008.

Gut gerüstet, aber vom Export abhängig

Dank des Kurzarbeitergeldes der Arbeitsämter und der staatlichen Konjunkturprogramme sei die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich einerseits gut für die Krise gerüstet. Anderseits sei die Abhängigkeit vom Export groß.

Bis zu 35.000 Firmenpleiten erwartet

2008 waren die Firmenpleiten in Deutschland erstmals seit fünf Jahren gestiegen - um 2,2 Prozent auf 29.800 Fälle. Für 2009 erwartet Creditreform unverändert bundesweit 33.000 bis 35.000 Firmenpleiten. Das wären bis zu 18 Prozent mehr Insolvenzanträge als 2008. Durch die Firmenpleiten drohe der Verlust von mehr als einer halben Millionen Arbeitsplätze, 63.000 mehr als 2008, bekräftigte die Wirtschaftsauskunftei ihre eigene Prognose vom Jahresbeginn. Bei den Verbraucherinsolvenzen wird im laufenden Jahr mit einem Anstieg um bis zu 47 Prozent auf 145.000 Anträge gerechnet. Darauf deuteten die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hin.
Quelle: creditreform.de

* Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen für das Jahr 2008 wurde von Creditreform geschätzt.

** Die Prognose zur Anzahl der Unternehmensinsolvenzen von Creditreform geht von 33.000 bis 35.000 Firmenpleiten in 2009 aus.

Immer mehr Zusammenbrüche in Spanien und Irland

In Westeuropa insgesamt stieg die Zahl der Firmenpleiten 2008 um elf Prozent auf gut 150.000 Fälle. Lediglich in den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz ging die Firmenpleiten 2008 zurück. Dagegen haben sich die Unternehmenszusammenbrüche in Spanien und Irland laut Creditreform mehr als verdoppelt.

Dienstleistungssektor besonders betroffen

Der größte Teil der Firmenpleiten betraf den Dienstleistungssektor mit einem Anteil von 36,4 Prozent (2007: 34,3 Prozent). Dem Bausektor wurden rund 20 Prozent (2007: 17,6 Prozent) zugerechnet. Auf den Handel entfiel jede dritter Antrag (2007: 35,7 Prozent). Industrieunternehmen waren weniger stark betroffen. Ihr Anteil ging von 12,4 Prozent auf elf Prozent zurück.

Schwieriger Zugang zu Krediten

"Vielen bonitätsschwachen Unternehmen wird die geringere Nachfrage, gepaart mit einer eingeschränkten Kreditvergabe, Schwierigkeiten bereiten", sagte Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl. Für eigenkapitalschwache Unternehmen habe sich der Zugang zu Krediten im Verlauf des vergangenen Jahres verschlechtert. Gerade für kurzfristige Finanzierungen würden mittlerweile erheblich höhere Kosten und Risikoaufschläge fällig. Außerdem habe sich bereits im vergangenen Jahr das Zahlungsverhalten der Kunden verschlechtert. "Je länger ein Betrieb auf seine Zahlungseingänge warten muss, desto stärker ist die eigene Liquidität gefährdet", unterstrich Rödl.

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