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Maschinenbau: Dramatische Auftragseinbrüche im Februar


Maschinenbau  

Dramatische Auftragseinbrüche im Februar

01.04.2009, 10:09 Uhr | dpa

Die Talfahrt im deutschen Maschinenbau hat sich weiter beschleunigt. Im Februar lagen die Auftragseingänge real 49 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Dies ist der größte Rückgang seit Beginn der Statistik 1958.

Prognose gekippt

Der Verband kippte zugleich seine Prognose eines Produktionsrückgangs von sieben Prozent für das laufende Jahr. Nun werde mit einem Minus von zehn bis 20 Prozent gerechnet. "Natürlich ist die Tatsache, dass wir unsere Prognose bereits nach sechs Wochen wieder zurücknehmen müssen, auch für uns extrem unbefriedigend", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. "Doch der dramatische Rückgang von Auftragseingang und auch Umsatz lässt uns keine andere Wahl." Da nach wie vor unklar sei, ob und wann die Investoren wieder Vertrauen finden, habe man sich zudem entschieden, für die Prognose nur noch eine Spannbreite und keine einzelne Zahl anzugeben.

50 Prozent weniger Nachfrage aus dem Ausland

Nach den jüngsten Daten sank die Inlandsnachfrage um 45 Prozent, die Nachfrage aus dem Ausland sank um 50 Prozent. In dem weniger von kurzfristigen Schwankungen beeinflussten Dreimonatsvergleich Dezember 2008 bis Februar 2009 ergibt sich ein Minus von 44 Prozent. Für den Januar allein hatte der Verband vor einem Monat ein Auftragsminus von 42 Prozent bekanntgegeben. Der Maschinenbau ist einer der größten Industriezweige in Deutschland.

Kein Abbau der Stammbelegschaften geplant

Die deutschen Maschinenbauer halten trotzdem an ihren Mitarbeitern fest. "Es gibt keine nennenswerten Einschnitte bei den Stammbelegschaften", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Hannes Hesse. "Wir haben aber jede Menge Kurzarbeit." Zudem hätten große Teile der Leiharbeiterschaft gehen müssen. Mit 975.000 Festangestellten zählt der Maschinenbau zu den größten Arbeitgebern im Land und zu den wichtigsten Industriezweigen.

Firmen sparen an Sachkosten

"Die Unternehmen sparen momentan vor allem an den Sachkosten", so Hesse. Darunter fallen Reisen, Büromaterial oder Neuanschaffungen. "Es wird jeder Euro umgedreht." Ziel sei es, die Belegschaften mit allen Mitteln zu halten. "Die kann man nicht so leicht ersetzen", betonte Hesse. Wenn es wieder aufwärtsgehe, werde jeder Mann und jede Frau gebraucht. Hesse warnte aber: "Die Unternehmen müssen Mitte des Jahres Licht am Ende des Tunnels sehen." Ein halbes Jahr einer derartigen Flaute könne mit Kurzarbeit und dem Abbau von Arbeitszeitkonten überbrückt werden, aber kein ganzes.

"Ich rechne aber nicht mit massenhaften Insolvenzen"

"Wir haben die Hoffnung noch nicht verloren, dass es im zweiten Halbjahr wieder aufwärtsgeht", sagte der VDMA-Hauptgeschäftsführer. Es gebe Signale, dass der März besser gelaufen sei als der Februar. Von einem Plus bei den Aufträgen sei die Branche aber noch weit entfernt, räumte Hesse ein. Trotz rückläufiger Produktion: "Ich rechne aber nicht mit massenhaften Insolvenzen", sagte Hesse. In den guten Jahren hätten die deutschen Maschinenbauer ihr Eigenkapital kräftig aufgestockt und ihre Schulden gesenkt.

Finanzierung ist "Kernthema"

Das Problem ist laut Hesse derzeit aber, an ausreichend flüssige Mittel zu kommen. "Es fehlt das Geld aus den Anzahlungen für die Aufträge." Zugleich knauserten die Banken bei kleineren Beträgen und langfristigen Projekten mit Krediten. Der VDMA-Hauptgeschäftsführer betonte aber: "Es gibt keine breite Kreditklemme im Mittelstand." Direkte staatliche Hilfen lehnte Hesse ab. Stattdessen verlangte er steuerliche Erleichterungen, um das Geld in den Unternehmen zu halten. "Kernthema ist die Finanzierung. Wenn das Problem gelöst ist, läuft das Geschäft wieder." Dann bestehe sogar die Chance, im internationalen Wettbewerb gestärkt hervor zu gehen.

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