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Firmenpleiten: Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt um 16 Prozent


Firmenpleiten  

Kein Silberstreif am Horizont

03.02.2010, 16:38 Uhr | dpa / t-online.de/business

Firmenpleiten: Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt um 16 Prozent. Auch 2010 werden wegen der Krise zahlreiche Firmen dem Pleitegeier zum Opfer fallen.  (Foto: manager-magazin.de)

Auch 2010 werden wegen der Krise zahlreiche Firmen dem Pleitegeier zum Opfer fallen. (Foto: manager-magazin.de)

Eine neue Welle von Firmenpleiten rollt über Westeuropa. Schon 2009 hat die Wirtschaftskrise viele Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Insgesamt traten 185.000 Betriebe den Gang zum Insolvenzrichter an - 22 Prozent mehr als 2008, teilte die Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit.

40.000 Unternehmensinsolvenzen für 2010 erwartet

In Spanien und Irland verdoppelten sich die Zahlen nahezu. In diesem Jahr erwartet Creditreform bis zu 210.000 Firmenzusammenbrüche. Deutschland kam mit einem Anstieg von 16 Prozent auf rund 34.300 Unternehmenspleiten noch relativ glimpflich davon. Aber schon in diesem Jahr könnte die Zahl auf 40.000 Fälle hochschnellen und damit der Höchststand aus dem Jahr 2003 erreicht werden, sagte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl.

Creditreform: Lage verschärft sich

"Es gibt derzeit keinen Silberstreif am Horizont", betonte Rödl. Die Finanzierungssituation der Betrieb sei prekär und die Geldbeschaffung schwierig. Die Wirtschaftskrise habe in den Bilanzen der Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen. Durch die schlechte Ertragslage hätten viele Betriebe zudem keine Kapitalrücklagen bilden können. Darüber hinaus verschärfe sich die Lage durch den Anstieg von Forderungsausfällen. Die mittlere Forderungslaufzeit europäischer Unternehmen betrage derzeit fast zwei Monate.

Mittelständler in Gefahr

In diesem Jahr sollen nach weiteren Einschätzungen der Creditreform auch immer mehr Mittelständler in den Sog der Pleitewelle geraten. Kamen 2009 knapp die Hälfte aller Insolvenzfälle aus dem Mittelstand, könnte der Anteil in diesem Jahr auf über 80 Prozent ansteigen. Ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent reiche nicht aus, um die Welle der Firmenzusammenbrüche in Europa zu bremsen. Erst 2011 könnte sich die Lage entspannen, betonte Rödl.

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