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Traditionsunternehmen: Märklin & Co. - nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs


Märklin & Co.: Nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs

10.01.2011, 11:00 Uhr | t-online.de/business

Traditionsunternehmen: Märklin & Co. - nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs. Märklin & Co.: Nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs (Fotos: dpa, Montage: toi)

Märklin & Co.: Nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs (Fotos: dpa, Montage: toi)

Die deutschen Traditionsunternehmen schienen unverwüstlich - und trotzdem hat die Finanzkrise so einige nicht verschont: Märklin, Rosenthal, Schiesser und Co. schlitterten in die Pleite. Doch inzwischen haben sich die starken Marken zurück in die schwarzen Zahlen gekämpft. Wir zeigen, bei wem der Neustart funktioniert hat.

Italiener retten Porzellanhersteller

Beispiel Rosenthal: Der im bayerischen Selb ansässige Porzellanhersteller mit der Krone im Unternehmenslogo rutschte 2009 mit mehr als 1000 Mitarbeitern in die Pleite. Damals war der irische Konzern Waterford Wedgwood, zu dem Rosenthal seit 1997 gehörte, durch Liquiditätsprobleme ins Trudeln geraten und zusammengebrochen. In dem italienischen Besteckhersteller Sambonet fand sich ein Käufer, der den gesamten Geschäftsbetrieb von Rosenthal einschließlich Mitarbeitern, Markenrechten, Patenten und Produktionsstätten übernahm.

Inzwischen geht es in Selb deutlich aufwärts - zum Beispiel mit einem neuen Outlet-Zentrum, das auf rund 3500 Quadratmetern die Markenwelt von Rosenthal präsentiert. Außerdem sollen dort nach Angaben des Unternehmens demnächst die Bekleidungsmarken Trigema und MAC einziehen.

Wieder auf dem Erfolgsgleis

Nach der Pleite wieder auf Erfolgskurs - die Meldung kommt derzeit auch von Märklin. Eine gute Nachricht für die rund 900 Mitarbeiter, die heute noch in Göppingen und im ungarischen Györ für die Traditionsmarke arbeiten. Nachdem Märklin 2004 in die roten Zahlen gerutscht war, hatte 2006 der Finanzinvestor Kingsbridge das Unternehmen von den bisherigen Eignerfamilien Märklin, Friz und Safft gekauft. 2009 mussten die Eisenbahnbauer trotzdem Insolvenz anmelden - zeitgleich mit dem 150. Firmenjubiläum.

Insolvenzplan statt Verkauf

Jetzt stehen die Signale scheinbar wieder auf Grün: Insolvenzverwalter Michael Pluta erwartet Medienberichten zufolge einen Umsatz von 104 bis 107 Millionen Euro für das Jahr 2010. Pluta hatte bislang vergeblich einen Käufer für Märklin gesucht. Der auf 60 Millionen Euro festgesetzte Verkaufspreis schreckte potenzielle Investoren ab. Im Dezember 2010 segnete schließlich die Mehrheit der rund 1349 Gläubiger den Insolvenzplan ab. Bevor das Unternehmen jetzt an neue Investoren veräußert werde, solle die Sanierung abgeschlossen sein, wird Pluta auf swr.de zitiert.

Kultauto macht Pleite

In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders brachte der Cabriobauer Karmann aus Osnabrück den VW Karmann Ghia auf den Markt, einen eleganten Zweisitzer auf Käfer-Basis. "Der Wagen hat den Namen Karmann weltweit bekannt gemacht", erklärte ein Karmann-Sprecher 2005 zum 50-jährigen Jubiläum des Kultautos. 2009 schlingerte Karmann trotzdem in die Insolvenz. Als Grund gab das Unternehmen drohende Zahlungsunfähigkeit durch bevorstehende finanzielle Verpflichtungen an.

Neue Porsche-Modelle aus Osnabrück

Karmanns Rettung vor dem endgültigen Aus war die Übernahme durch Volkswagen 2009. Jetzt will der Konzern in Osnabrück auch Porsche-Modelle bauen. "Wir werden den Standort Osnabrück schrittweise zum Mehrmarken-Standort ausbauen. Daher bereiten wir uns mittelfristig auch auf den Bau der Porsche-Modelle Boxster und Cayman vor", erklärte Ludger Teeken, Sprecher der Geschäftsführung des VW-Werks Osnabrück, im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Belegschaft soll wachsen

Mit diesen drei Modellen habe das Werk in den kommenden Monaten sehr gut zu tun, so Teeken gegenüber der Zeitung. Und das bedeute gesicherte Beschäftigung am Standort. Derzeit sind demnach 832 Mitarbeiter bei Volkswagen Osnabrück beschäftigt, bis Ende 2012 soll die Belegschaft Teeken zufolge sogar auf insgesamt 1800 Beschäftigte wachsen.

Feinripp zog nicht mehr

Ähnlich optimistisch schaut Schiesser in die Zukunft. Der Radolfzeller Wäschehersteller rutschte im Februar 2009 in die Pleite. Trends und neue Entwicklungen wurden verschlafen. Als einen Fehler, der zu hohen Verlusten geführt habe, nannte Insolvenzverwalter Holger Grub außerdem die Ausweitung der Produktion auf andere Marken wie Tommy Hilfiger, Puma oder Ralph Lauren. Negativ hatte sich auch die Verlagerung der Produktion nach Fernost und Osteuropa ausgewirkt: Die Qualität der Schiesser-Produkte hatte deutlich nachgelassen.

Schlüssiges Sanierungskonzept

Dass der Wäschespezialist schon im Sommer 2009 wieder schwarze Zahlen schrieb, verdankte er einem schlüssigen Sanierungskonzept. Dazu gehörten die Trennung von den verlustreichen Lizenzgeschäften, der Ausbau des Internethandels und die Erweiterung des Outlet-Centers in Radolfzell.

Marke soll sexy werden

Auch die Belegschaft zog mit - und arbeitete zunächst 40 anstatt 37 Wochenstunden ohne Lohnausgleich. Zum letzten Jahreswechsel ließ Schiesser die Insolvenz hinter sich - und hat als jetzt wieder eigenständiges Unternehmen viel versprechende Pläne: eine neue sexy Marke und den Gang an die Börse im zweiten Quartal 2011.

Joop soll Image aufpolieren

Für ein modernes Design haben die Radolfzeller Modedesigner Wolfgang Joop an Bord geholt. Der 66-Jährige soll als Kreativdirektor das verstaubte Schiesser-Image aufpolieren und dafür zehn Prozent der Unternehmensanteile erhalten. Gelinge der Plan und der Börsengang bringe um die 80 Millionen Euro in die Schiesser-Kassen, könnte Schiesser die Forderungen der Gläubiger zu 100 Prozent zurückzahlen, berichtete die Berliner Zeitung. Ein Happy End, das noch aussteht.

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