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Energiesparen: Firmen unter weniger Strom


Energiesparen  

Firmen unter weniger Strom

12.06.2009, 13:24 Uhr | FTD, Brigitta Moll

Energiesparen: Firmen unter weniger Strom.

Durch Energiesparen können Unternehmen viel Geld sparen. (Foto: Imago)

Energiesparen verbessert nicht nur den Firmenruf, sondern auch die Bilanzen. Dabei helfen staatliche Fördermittel und Mitarbeiter, die auch mal abschalten.

Vier Millionen Euro Energiekosten

Es musste sich etwas tun. Nie wieder wollte Ulrich Schmitz eine solch hohe Zahl sehen. Jedenfalls nicht auf der Energiekostenabrechnung. Bis zu vier Millionen Euro jährlich gab die Leiber GmbH, bei der Schmitz als Produktionsleiter arbeitet, frühre für Energie aus: Strom, Abwasser, Öl und so weiter. Das ist mehr als ein Zehntel des Jahresumsatzes, den Leiber mit Lebens- und Futtermitteln aus Biohefe macht.

Einsparung von 300.000 Euro im Jahr

Leiber wollte sparen, doch wo? Eine Untersuchung der Abwasseranlage zeigte: Das gesamte Reinigungssystem arbeitete unwirtschaftlich. Mehr als 900.000 Euro ließ sich Leiber eine neue Anlage kosten. Viel Geld. Aber das ist schnell wieder drin, sagt Ulrich Schmitz. "Wenn wir in Energietechnik investieren, erwarten wir, dass sich das nach drei, spätestens aber nach sechs Jahren amortisiert." Im Fall der Abwasseranlage reichen schon drei Jahre. Seit deren Einbau spart die Firma aus dem niedersächsischen Bramsche jährlich 300.000 Euro.

Überlebensstrategie in der Krise

Druckluftanlage, Licht, Trocknungstechnik oder Raumwärme - durch Sparen können Unternehmen ihre Energiekosten um 20 bis 50 Prozent senken. In der Krise gehört das für viele zur Überlebensstrategie. Von 500 deutschen Unternehmen erklärten 79 Prozent in einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena), sie wären bereits aktiv geworden, um ihre Energiekosten zu senken. Weitere sechs Prozent planten dies für die nahe Zukunft.

Wo anfangen?

Sie stellen sich dieselbe Frage wie Schmitz bei Leiber: Wo anfangen? "Mittelständler haben meist keinen Experten für solche Fragen im Haus. Auf dem Gebiet fehlt einfach die Sachkenntnis", sagt Maximilian Gege, Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B. A. U. M.). Einen guten und meist kostenlosen Einstieg ins Thema finden Unternehmer bei Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern (IHKs).

Energieagenturen decken Sparpotenziale auf

Auch Energieagenturen, die sich auf das Thema Energieeffizienz spezialisiert haben, decken in Beratungsgesprächen Sparpotenziale auf. Beide Anlaufstellen können Unternehmer an einen Energieberater vermitteln. Diese Experten, meist Ingenieure, Architekten oder Umwelttechniker, schauen sich den Betrieb genau an: Welche Geräte schlucken wie viel Energie? Wo wird am meisten verschwendet? Die Antworten auf diese Fragen hängen oft mit der Branche zusammen.

Heizungen verbrauchen viel Energie

Im Dienstleistungssektor machen Heizungen fast die Hälfte des gesamten Verbrauchs im Betrieb aus. Dann sind moderne Gebäudehüllen, Sparlampen und Reflektoren das Thema. Produzierende Betriebe können vor allem bei Geräten sparen, beispielsweise Elektromotoren, Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren, sagt Annegret Agricola von der Dena. "Diese Geräte überprüft man am besten nach spätestens zehn Jahren daraufhin, ob sie noch dem Stand der Technik entsprechen", sagt Agricola. "Und wenn ein Gerät ohnehin neu angeschafft werden muss, sollte man es nicht bloß eins zu eins ersetzen."

Einsparung durch erneuerten Energiekreislauf

Leiber etwa hat seine gesamte störungsanfällige Druckluftanlage ausgetauscht. Das neue Gerät passt sich an den Druckluftbedarf an und spart dadurch bis zu 20 Prozent der bisherigen Kosten. Zudem hat die Firma ihren gesamten Energiekreislauf erneuert. So säubert die neue Abwasseranlage nicht nur, sondern produziert dabei gleichzeitig Biogas. Damit produziert ein Blockheizkraftwerk Wärme, die vom Bramscher Leiber-Werk genutzt wird.

Hilfe durch KfW Bankengruppe und Bundeswirtschaftsministerium

Das Kapital konnte der Biohefe-Spezialist aus eigenen Mitteln aufbringen. Anderen Unternehmen können Förderprogramme weiterhelfen. Die KfW Bankengruppe und das Bundeswirtschaftsministerium helfen mit dem "Sonderfonds Energieeffizienz". Die Förderung unterteilt sich in zwei Bereiche. So gibt es zum einen Zuschüsse für Beratungsleistungen. Für "Initialberatungen", die auf vorhandenen Energiedaten der Unternehmen beruhen, liegt der Höchstsatz bei 1280 Euro. Bei "Detailberatungen" wird das Unternehmen auf Einsparmöglichkeiten hin untersucht und ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dafür gibt es Förderungen von maximal 4800 Euro. Zum anderen unterstützt der Fonds Unternehmen mit zinsgünstigen Krediten in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro.

Die neue Geschäftsform

Beratung und Gelder gibt es aber auch bei Landesinitiativen wie der gemeinnützigen Agentur Bremer Energie-Konsens, der nordrhein-westfälischen Initiative Progres.nrw oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das unter anderem Biomasseanlagen fördert. Warum selbst investieren, wenn das andere übernehmen können? Contracting nennt sich diese Geschäftsform. Dabei investiert ein Contractor, beispielsweise ein Energieversorger, in eine Anlage, beispielsweise ein Blockheizkraftwerk. Planung, Bau und Wartung übernimmt der Contractor. Genutzt wird die Anlage jedoch vom Vertragspartner des Contractors.

Vorteile für alle

Vorteil für den Vertragspartner: Er spart sich die Investition und kann sich obendrein auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Vorteil für den Contractor: Durch einen Fixpreis und lange Laufzeiten kann er langfristig kalkulieren. Vorteil für die Umwelt: Dem Contractor ist wegen des Fixpreises daran gelegen, möglichst effiziente Anlagen zu bauen und zu betreiben.

Attraktives Geschäftsmodell für Unternehmen

Bislang war dieses Geschäftsmodell vor allem in der Wohnungswirtschaft verbreitet und bei öffentlichen Auftraggebern. Die Dena hat 2007 in einer Studie errechnet, dass allein Bund, Länder und Kommunen bis 2016 durch Contracting jährlich bis zu 300 Millionen Euro an Energiekosten einsparen könnten. Nicht zuletzt wegen der Krise wird Contracting aber auch bei Unternehmen immer attraktiver. Für Deutschland hat das Marktforschungsinstitut Trend Research rund 500 Anbieter ermittelt. Dazu gehören auch große Player wie Eon, das gerade ein Ersatzbrennstoffheizwerk für den Düngemittelhersteller K+S im hessischen Heringen errichtet. Ende des Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Allerdings setzen derzeit viele Contractoren noch ausschließlich auf Vertragspartner mit Umsätzen jenseits der 500-Millionen-Euro-Grenze.

"Die Mitarbeiter müssen ihr Verhalten sinnvoll ändern"

Eine Möglichkeit bleibt jedoch immer: den Verbrauch drosseln. Denn Kleinvieh macht auch Mist. Das muss man allerdings der Belegschaft auch vermitteln, am besten in Form von Schulungen, sagt Andreas Lamberts, Energieberater bei der Handelskammer Hamburg: "Die Mitarbeiter müssen ihr Verhalten sinnvoll ändern." Heißt: Kaffeemaschine nach Gebrauch ausschalten. Computer richtig herunterfahren, statt nur in den Stand-by-Modus zu wechseln. Licht aus in Räumen, in denen sich niemand aufhält. Pumpen und Motoren in der Mittagspause ausschalten. "Allein dadurch, sagt Lamberts, "spart man bis zu zehn Prozent der Stromkosten."

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