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Apotheker als Spione der Pharmaindustrie


Pharmaindustrie  

Apotheker als Spione der Pharmaindustrie

24.08.2011, 11:42 Uhr | mash, t-online.de

Apotheker als Spione der Pharmaindustrie. Apotheker als Spione für die Pharmaindustrie (Quelle: imago images)

Apotheker als Spione für die Pharmaindustrie (Quelle: imago images)

Deutsche Apotheker sollen der Pharmaindustrie im Kampf gegen günstige Arzneimittel aus dem Ausland helfen: Für eine Studie über sogenannte Parallelimporte sollen die Pharmazeuten laut der "Süddeutschen Zeitung" ganz in James-Bond-Manier Informationen über die besagten Medikamente sammeln und weitergeben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf der Redaktion vorliegende Unterlagen. Detektivarbeit, die von den Pharmaherstellern freigebig honoriert wird: Bis zu 1340 Euro können die Apotheker demnach jährlich allein mit einem Medikament dazu verdienen.

Kamera, Chip und genaue Anleitung bekommen

Um Informationen über die Parallelimporte sehr teurer Medikamente herauszufinden, soll das Darmstädter Marktforschungsinstitut IMS Health die Apotheker mit Anweisungen und einer Ausrüstung ausgestattet haben, "die jedem Industriespion gut anstehen würde", so die Zeitung. Geliefert worden seien Digitalkamera, Speicherchip sowie eine Liste mit den für die Pharmahersteller besonders interessanten Mitteln. Vor einem ebenfalls mitversendeten Hintergrund seien die Medikamente dann von vorn, von hinten und von der Seite zu fotografieren, um die Chargennummer zu erfassen.

Die Apotheker sollen dann noch mit Hilfe einer weiteren Liste das Herkunftsland der Medikamente bestimmen. Einmal monatlich solle der Pharmazeut die Chipkarte mitsamt Unterlagen in einen freigemachten Rückumschlag packen und an das Marktforschungsinstitut schicken. Dieses wertet die Daten im Auftrag der Pharmaindustrie aus.

Laut "SZ" wird die Detektivarbeit gut entlohnt: Wer dreimal im Monat zum Beispiel ein Parallelimport des HIV-Mittels Viread herausgebe und vorher fotografiere, könne bis zu 1340 Euro im Jahr verdienen, zuzüglich Mehrwertsteuer.

Pharmaindustrie will Infos sammeln

Das Ziel der ganzen Aktion: Die Pharmaindustrie wolle mehr über die Parallelimporte sehr teurer Medikamente herausfinden, so die Zeitung.

Parallelimporte sind im Ausland hergestellte Medikamente, die sowohl vom ursprünglichen Hersteller als auch von unabhängigen Pharma-Händlern nach Deutschland eingeführt werden. Vorteil für das Gesundheitssystem: Es können große Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben erzielt werden, da die Preise für Medikamente im Ausland meist niedriger sind als in Deutschland. Ein lohnendes Geschäft auch für die Händler, die den Herstellerpreis in Deutschland unterbieten und Gewinn machen können. Die Pharma-Hersteller hingegen verlieren dementsprechend Teile ihres Ertrags.

Die Pharmahändler reagierten laut "SZ" verblüfft und regelrecht geschockt auf die Foto-Studie der IMS. Im Branchenverband BAI sei von einer "kaum glaublichen Initiative mit hohem Skandalpotenzial" die Rede.

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