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Fraport und Siemens bieten für spanische Flughäfen


Fraport und Siemens bieten für spanische Flughäfen

16.09.2011, 15:32 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Fraport und Siemens bieten für spanische Flughäfen. Auch der Flughafen in Barcelona soll verkauft werden  (Quelle: dpa)

Auch der Flughafen in Barcelona soll verkauft werden (Quelle: dpa)

Um Geld in die leere Staatskasse zu spülen, will Spanien seine Großstadtflughäfen in Madrid und Barcelona privatisieren. Das lockt auch deutsche Unternehmen an. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und der Siemens-Konzern bekundeten unabhängig voneinander offiziell ihr Interesse am Betrieb beider Flughäfen. Allerdings verlangt Madrid einen hohen Preis für die Konzessionen. Trotzdem kann sich das Geschäft für das Unternehmen, das am Ende den Zuschlag erhält, lohnen.

Flughafenverkäufe statt teurer Kredite

Siemens will im Erfolgsfall gemeinsame Sache mit dem spanischen Baukonzern FCC und der in Singapur ansässigen Changi Airport Group machen. Siemens sei der weltweit führende Partner von Flughafenbetreibern und bietet Systeme von der Gepäckbeförderung bis zur Flugfeldbefeuerung an. meldet tagesschau.de.

Spaniens Regierung fordert für die Konzessionen zum Betrieb der Flughäfen 5,3 Milliarden Euro plus jährliche Gebühren. Die Einnahmen sollen die Notwendigkeit mindern, sich teure Kredite an den Finanzmärkten zu beschaffen.

Wie die staatliche spanische Flughafengesellschaft AENA mitteilte, meldeten insgesamt sieben Konsortien ihr Interesse an. Davon bewarben sich fünf um die Flughäfen sowohl von Madrid als auch von Barcelona, während zwei Konsortien nur die Konzession für jeweils einen der beiden Airports anstreben. AENA prüft die Bewerbungen und will nach eigenen Angaben in der kommenden Woche bekanntgeben, welche Kandidaten die Bedingungen erfüllen.

Fraport-Angebot mit lokalem Unternehmen

Ein Fraport-Sprecher in Frankfurt sagte, man habe die entsprechenden Unterlagen gemeinsam mit dem spanischen Infrastruktur-Konzern Acciona eingereicht. Am 5. September endete die Frist für die sogenannte Prä-Qualifizierungsrunde. Dabei mussten Bewerber nachweisen, dass sie selbst oder einer ihrer Partner über Erfahrung beim Betrieb größerer Flughäfen verfügen. Ein finanzielles Angebot sei mit diesem Schritt noch nicht verbunden gewesen, sagte der Fraport-Sprecher.

Die im MDAX notierte Fraport AG betreibt weltweit 13 Flughäfen und ist an weiteren Übernahme- oder Betriebsverträgen interessiert. Acciona ist bereits als Dienstleister auf den Flughäfen Madrid und Frankfurt aktiv und hatte 2007 mit Unterstützung der spanischen Regierung die Übernahme des Energiekonzerns Endesa durch die deutsche E.ON torpediert.

Schon im Mai hatte Fraport-Chef Stefan Schulte der "Financial Times Deutschland" zufolge erklärt, sein Unternehmen sei an den spanischen Flughäfen interessiert - wobei der Fokus des Interesses auf Brasilien liege. Dort wird im Jahr 2014 immerhin die Fußballweltmeisterschaft stattfinden, zwei Jahre später bieten dann die Olympischen Spiele ein lohnendes Geschäftsfeld.

Siemens als Finanzpartner

Für die Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen entschieden sich auch Siemens und die Changi Airport Group. FCC, hinter dem mit Esther Koplowitz eine der reichsten Frauen Spaniens steht, erweiterte sein traditionelles Baugeschäft in den vergangenen Jahren um Müllentsorgung, Flughafenhandling und den Betrieb privater Autobahnen. Siemens tritt in dem Dreiergespann über die Sparte Siemens Project Ventures als Finanzpartner auf.

Gegenüber der "Financial Times Deutschland" begründete ein Siemens-Sprecher den Vorstoß des Unternehmens, das bisher noch keine Flughäfen betreibt: "Die beiden Flughäfen in Madrid sind wichtige internationale Verkehrsknotenpunkte." Siemens sei als Infrastrukturausrüster für Flughäfen schon jetzt weltweit tätig.

Kritik an hohen Forderungen

Knackpunkt bei den anstehenden Verhandlungen über die Konzessionsvergabe könnte allerdings der Preis sein. In der Vergangenheit hatten Interessenten bereits die hohen Forderungen der spanischen Regierung kritisiert und einen Nachlass verlangt. Andernfalls sei der Betrieb nicht rentabel, argumentierten sie. Spaniens Regierung verlangt neben dem Einmalpreis von 3,7 Milliarden für Madrid Barajas und 1,6 Milliarden Euro für Barcelona El Prat jährliche Gebühren von 20 Prozent der Flughafeneinnahmen.

Die Konzessionen werden für 20 Jahre vergeben und können um fünf Jahre verlängert werden. Madrid Barajas und Barcelona El Prat gehörten 2010 mit fast 50 Millionen beziehungsweise gut 29 Millionen Passagieren zu den größten Flughäfen weltweit.

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