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Milliarden-Rechenfehler bei "Bad Bank" der HRE


Milliarden-Rechenfehler bei "Bad Bank" der HRE

31.10.2011, 11:57 Uhr | dpa, dapd, dapd, dpa, t-online.de

Milliarden-Rechenfehler bei "Bad Bank" der HRE . Schäuble im Glück: Die "Bad Bank" der HRE hat falsch bilanziert (Quelle: imago images)

Finanzminister Schäuble im Glück: Die "Bad Bank" der HRE hat falsch bilanziert (Quelle: imago images)

Die Rettung der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) hat bereits mehr als drei Milliarden Euro verschlungen. Jetzt aber hat die "Bad Bank" der maroden Immobilienbank, FMS Wertmanagement, bei den Altlasten weniger Schulden als im jüngsten Halbjahresbericht ausgewiesen. Durch eine Korrektur der Verbindlichkeiten lasten auf Deutschland schlagartig rund 56 Milliarden Euro Schulden weniger. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dürfte ein Stein vom Herzen fallen - vorerst.

Fehler bei Bilanzierung

Grund für den wundersamen Schuldenschwund ist einem Sprecher der FSM Wertmanagement zufolge ein Bilanzierungsfehler. Er bestätigte damit einen Bericht des Online-Magazins "stern.de". Demnach werden die Barsicherheiten für Finanzderivate nicht mehr wie bisher aufaddiert, sondern saldiert in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesen. "Wir haben schlichtweg vergessen, zu saldieren", erläuterte der Sprecher. Die Bilanzsumme sei daher um 55,5 Milliarden Euro niedriger.

Dem Bericht zufolge hat der Bilanzierungsfehler Auswirkungen auf die Höhe der deutschen Staatsschulden: Die Bundesrepublik stehe nun mit 55,5 Milliarden Euro weniger in der Kreide. Das Bundesfinanzministerium erklärte die Berechnung für plausibel. Es habe sich offenbar um fehlerhafte Doppelbuchungen gehandelt. Die genauen Hintergründe und Einzelheiten müssten jedoch noch sorgfältig untersucht und bewertet werden.

Korrigierte Bilanzsumme im Halbjahresbericht 2011

Die FMS hatte bereits rückwirkend ihre Bilanz für 2010 korrigiert und 24,5 Milliarden weniger Schulden ausgewiesen als zuvor genannt. Im Halbjahresbericht für 2011 informiert sie, dass die Bilanzsumme zum 30. Juni insgesamt 301,8 Milliarden Euro betrage - anstatt wie ursprünglich 357,8 Milliarden Euro.

Weil die Verbindlichkeiten der FMS gemäß EU-Vertrag in die Berechnung der deutschen Staatsschulden einfließen, hat die Bundesregierung die überarbeiteten FMS-Zahlen für 2010 laut "stern.de" auch an die EU-Statistikbehörde Eurostat gemeldet. Eurostat veröffentlichte vergangene Woche eine neue Übersicht der Defizite und Schulden in den Mitgliedsstaaten und erwähnte auch "Revisionen" für Deutschland wegen der FMS Wertmanagement.

Schuldenschnitt für Hellas könnte Staatsschulden wieder erhöhen

Allerdings könnte sich die Verringerung der Schulden im Zuge der Neuberechnung schnell wieder erübrigen: Der beabsichtigte Schuldenschnitt für Griechenland könnte den deutschen Steuerzahler weitere Milliarden kosten. Wie hart der beschlossene Schuldenschnitt für Hellas die FMS Wertmanagement treffen wird, ist noch offen.

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