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HRE-Rechenfehler ist Gipfel der Peinlichkeit


Bad Bank  

HRE-Rechenfehler: Brutto mit Netto verwechselt

31.10.2011, 18:04 Uhr | dpa, t-online.de - mmr, dpa, t-online.de

HRE-Rechenfehler ist Gipfel der Peinlichkeit. Peinlicher Buchungsfehler bei der Bad Bank der Hypo Real Estate  (Quelle: dpa)

Peinlicher Buchungsfehler bei der Bad Bank der Hypo Real Estate (Quelle: dpa)

Eine "Bad Bank" macht ihrem Namen alle Ehre. Die Buchungspanne von mehr als 55 Milliarden Euro bei der "schlechten" Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) ist nach Expertenansicht ein elementarer Fehler der Buchhaltung. "Das ist ein sehr peinlicher Fehler, der nicht hätte passieren dürfen, weil es klare Bilanzierungsregeln gibt", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Im Wesentlichen hat man dort Brutto mit Netto verwechselt". Er sehe die Verantwortung vor allem bei denjenigen, die diese Bilanz aufgestellt haben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsse sich auf das verlassen, was ihm von den Wirtschaftsprüfern und Bilanzierern an Zahlen vorgelegt werde.

Telefonkonferenz vor Rapport

Erst kürzlich war der Bilanzfehler bei der HRE-Bad-Bank, die FMS Wertmanagement heißt, aufgefallen und wurde Anfang Oktober dem Finanzministerium gemeldet. Vorstände der HRE und ihrer Bad Bank müssen bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch zum Rapport erscheinen, wie das Ministerium mitteilte. Bereits am heutigen Montag sollte es eine Telefonkonferenz geben, auch die zuständigen Wirtschaftsprüfer und die Finanzmarktstabilisierungsanstalt sind eingebunden.

Unfassbarer Fehler

"Dem Ergebnis dieser Gespräche bleibt es vorbehalten, ob weitere Konsequenzen zu ziehen sind", hieß es. Die Verantwortlichen der Bank sollten zudem dem Finanzausschuss des Bundestags Rede und Antwort stehen, betonte der CSU-Politiker Hans Michelbach. Es sei ein "unfassbarer Fehler". Das Finanzministerium wies eine Verantwortung Schäubles zurück. Die Bilanzen der Bank würden nicht vom Bundesfinanzminister gemacht und kontrolliert.

Der Betrag von 55,5 Milliarden Euro war durch fehlerhafte Doppelbuchungen seit dem vergangenen Jahr bei der HRE-Bad-Bank, die FMS Wertmanagement heißt, entstanden. 2010 beliefen sich diese Bilanzfehler auf 24,5 Milliarden Euro, 2011 auf 31 Milliarden Euro, teilte das Finanzministerium mit.

HRE lagerte Rechnungslegung an externen Dienstleister aus

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der FMS Wertmanagement, Price Waterhouse Coopers (PwC), hat nach eigenen Angaben erst in diesem Jahr Kenntnis von den Bilanzfehlern erhalten. Die Bad Bank habe wesentliche Teile der Rechnungslegung an einen externen Dienstleister ausgelagert, hieß es in einer PwC-Stellungnahme am Sonntagabend. Unter Berücksichtigung dieses Tatbestands hätten sich keine Anhaltspunkte für Fehler im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 ergeben.

Internationales Vertrauen angeknackst

Die Berichtigung der Buchungspanne führt dazu, dass die deutschen Staatsschulden mit einem Schlag um 2,6 Prozentpunkte auf 81,1 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung gefallen sind. Das habe nach Ansicht des Fachmanns Rocholl angesichts der Schuldenkrise in der EU auch Einfluss auf das internationale Vertrauen in Deutschland. "Es kommt natürlich zum ungünstigsten Zeitpunkt", sagte Rocholl. Derzeit sei das Misstrauen in Statistiken sehr groß.

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