Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Schweizer Uhren finden unter Chinas Millionären reißenden Absatz


Schweizer Uhren finden unter Chinas Millionären reißenden Absatz

11.11.2011, 16:12 Uhr | dapd, dapd

Schweizer Uhren finden unter Chinas Millionären reißenden Absatz. Patek Philippe zählt zu den renommiertesten Uhrenmarken. (Quelle: AFP)

Patek Philippe zählt zu den renommiertesten Uhrenmarken. (Quelle: AFP)

Eine wachsende Oberschicht und die steigende Nachfrage nach Luxusgütern machen China zum neuen Eldorado für die Schweizer Uhrenindustrie. Doch das Geschäft in der Volksrepublik stellt die Unternehmen der Alpenrepublik auch vor neue Herausforderungen, wie ein wichtiges Branchentreffen zeigte.

Absätze in China um 48 Prozent gestiegen

Der internationale Tag der Uhrenvermarktung in La Chaux-de-Fonds, zu der sich rund 250 Fachleute versammelten, stand unter dem Zeichen des "asiatischen Traums". Klar im Zentrum des Interesses stand allerdings China. "Die asiatischen Kunden haben sehr hohe Qualitätsansprüche", erklärt der Neuenburger Regierungsrat Thierry Grosjean. "Das ist eine einzigartige Chance für die Schweizer Uhrenindustrie."

Ein Blick auf die neusten Zahlen des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) bestätigt diese Einschätzung. Im Zeitraum von Januar bis September stiegen die Absätze in der Volksrepublik China trotz der Frankenstärke um 48 Prozent an, in Hongkong immerhin um 29 Prozent. Die beiden Märkte vereinigen fast 30 Prozent der Exporte der Schweizer Uhrenindustrie auf sich.

Exzellenter Ruf der Schweizer Produkte

Die Fertigungen aus der Eidgenossenschaft genießen in der chinesischen Oberklasse einen exzellenten Ruf. Laut dem jüngsten Huan China Wealth Report stehen Luxusuhren ganz zuoberst auf der Wunschliste chinesischer Millionäre. Die begehrtesten Marken sind Patek Philippe und Vacheron Constantin.

Doch der dortige Markt ist komplex: "Um Erfolg zu haben, sind große Anstrengungen in den Bereichen Marketing und Kommunikation nötig", sagt Michele Sofisti, Chef von Gucci Uhren sowie der Sowind Gruppe. "Das Land zählt etwa eine Million Dollarmillionäre. Aber die Industrie weiß kaum etwas über diese Reichen", sagt der Sinologe und Geograf Guillaume Giroir von der Universität Orléans.

Chinesische Millionäre sind jünger als europäische

Den typischen chinesischen Kunden gibt es nicht. Trotzdem lassen sich gewisse Charakteristika identifizieren. Im Vergleich mit ihren europäischen Gegenstücken sind die chinesischen Millionäre im Schnitt deutlich jünger. Der soziale Status hat bei ihren Kaufüberlegungen einen höheren Stellenwert. Auch der hedonistische Aspekt spielt eine wichtige Rolle, wie mehrere Aussteller bestätigen.

Geschenke machen großen Teil der Einkäufe aus

Chinesen kaufen aber nicht nur für sich selbst, sondern auch, um Anderen eine Freude zu machen. Geschenke machen einen bedeutenden Teil ihrer Einkäufe aus. Sie dienen vor allem der Pflege von Geschäftsbeziehungen. Mit der Expansion von Unternehmen habe sich diese Tendenz noch verstärkt, sagt Alvin Lye, Miteigentümer der singapurischen Azimuth Watch, die ihre Uhren in der Schweiz herstellt.

"Nicht zu vergessen sind die Geliebten reicher chinesischer Geschäftsmänner, die für einen bedeutenden Teil der Luxusgüterausgaben verantwortlich zeichnen", betont Philippe Laurant, Sinologe und Professor an der Business School Lausanne.

Chinas Regierung verbot Werbung für Luxusgüter

Das Profil der reichen Kunden aus der Volksrepublik ist allerdings nicht ohne Widersprüche. So gibt es in der chinesischen Gesellschaft auch eine gewisse Aversion dem Luxus gegenüber, die in konfuzianischen und maoistischen Einflüssen begründet ist, wie Guillaume Giroir unterstreicht. Erst im März dieses Jahres verbot die chinesische Regierung Werbung für Luxusgüter mit der Begründung, diese gefährde den sozialen Zusammenhalt.

Neue Absatzchancen auch bei einfachen Angestellten

Für die Uhrenindustrie sind aber nicht nur die chinesischen Millionäre als Kunden interessant. Auch die Zahl einfacher Angestellter nimmt rapide zu, wodurch sich für Uhrenhersteller neue Absatzchancen bieten. "Man muss nicht steinreich sein, um sich eine Schweizer Uhr zu leisten", bemerkt Philippe Laurent. "Wer in der Schweiz wäre im Übrigen bereit, das Zwölffache seines Monatseinkommens für eine Uhr auszugeben, wie das die Chinesen machen?", fragt er.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Haushaltsgeräte von Samsung kaufen & Prämie sichern
jetzt auf otto.de
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal