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Bankenkrise: Commerzbank braucht wohl frisches Geld


Blitz-Stresstest  

Commerzbank-Aktie im Tiefenrausch - Gerüchte um Kapitalbedarf

03.01.2012, 10:28 Uhr | dpa-AFX, dapd, dpa, t-online.de - sky, dpa, dapd, dpa-AFX

Bankenkrise: Commerzbank braucht wohl frisches Geld. Sturm über dem Frankfurter Finanzdistrikt (Quelle: dpa)

Blick auf das Frankfurter Finanzviertel (Quelle: dpa)

Nächste Runde in der pan-europäischen Bankenkrise: Die Aktie der Commerzbank ist nach Spekulationen um einen höheren Kapitalbedarf eingebrochen. Das Kreditinstitut erfüllt offensichtlich nicht die neuen Anforderungen der Bankenaufsicht. Auf dem Frankfurter Parkett wunderten sich Broker, wie die gelbe Bank zusätzliches Geld zusammen bekommen will – Spekulationen über eine Kapitalerhöhung machten die Runde. Die Aktie sackte um fünfzehn Prozent ab und erreichte zwischenzeitlich bei 1,13 Euro ein Rekordtief. Der DAX schwächelte. Denn auch anderen deutschen Banken droht Kreisen zufolge eine böse Überraschung.

Stress mit dem Test für die Commerzbank

Händler machten Medienberichte für den Einbruch verantwortlich. Darin wird spekuliert, dass die Commerzbank einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund fünf Milliarden Euro habe. Das sei beim Blitz-Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA deutlich geworden. Bislang hatte die Commerzbank angegeben, dass ihr lediglich 2,94 Milliarden Euro fehlen, um die von der Europäischen Bankenaufsicht geforderte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erfüllen.

Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz hatte aber bereits Anfang des Monats gesagt, dass sich dieser Wert noch verändern könnte. Am Markt hieß es, generell sei zwar mit weiterem Bedarf gerechnet worden, allerdings sei die Höhe bislang noch ungewiss gewesen. Ein Sprecher der Commerzbank selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.

Drohende Kapitalerhöhung

Börsianer verwiesen auch auf einen Bericht im "Platow Brief". Darin hieß es: "Sollte sich der Kapitalbedarf der deutschen Banken tatsächlich verdoppeln, wird auch die Commerzbank kaum von weiteren Kapitalanforderungen verschont bleiben. Dabei wird in der Branche ohnehin bezweifelt, dass (Konzernchef Martin) Blessing die 2,9 Milliarden Euro aus eigener Kraft stemmen kann." Im dritten Quartal hatte die Commerzbank einen Betriebsverlust von 855 Millionen Euro eingefahren.

Ähnlich kommentierte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Sollte die Commerzbank tatsächlich fünf Milliarden Euro benötigen, sei ihm nicht klar, wie die Bank das alleine stemmen wolle. Die Spekulationen nannte der Experte zwar auch klar negativ, aber nicht ganz überraschend. Häßler bewertet die Aktien mit "Kaufen" und einem Kursziel von 2,20 Euro.

Kehrtwende bei der Bankenaufsicht

Bislang hatte die europäischen Bankenaufsicht EBA bei den deutschen Banken einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 5,2 Milliarden Euro ausgemacht, bei Europas Banken insgesamt 106 Milliarden Euro. Dafür waren aber noch mildere Kriterien angenommen worden.

Inzwischen verschärfte die EBA die Kriterien, wie es in Kreisen heißt. So sollen schlechte Ergebnisse aus dem dritten Quartal einfließen. Zudem wolle die Behörde strengere Maßstäbe für Risikoanlagen anlegen. Auch die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten bei Staatsanleihen soll nur noch eingeschränkt möglich sein.

Banken brauchen wohl frisches Geld

Ein größerer Kapitalbedarf könnte dazu führen, dass Banken zu Kapitalerhöhungen oder gar neuerlichen Staatshilfen greifen müssen. Kapitallücken sahen die Aufseher bislang nur noch bei der Deutschen Bank, der LBBW und der NordLB.

Die Ergebnisse des Test wird die EBA zunächst den EU-Finanzministern vorstellen, die sich am 30. November wieder treffen. Die EBA in London teilte lediglich mit, sie wolle die Ergebnisse "im Laufe des Novembers" veröffentlichen.

Den Blitz-Stresstest hatte die europäische Politik beim jüngsten Krisengipfel Ende Oktober vereinbart. Die EBA soll ermitteln, wie viel Geld die Institute brauchen, um auch bei diversen Krisenszenarien auf eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu kommen. Kernkapital gilt als Puffer für Krisenzeiten.

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