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Schweizer Nationalbank kann Höhenflug des Franken nicht bremsen


Starke Währung  

Keine Euro-Koppelung - Franken zieht wieder an

09.01.2012, 15:28 Uhr | dapd, t-online.de - sky, schu, dapd, t-online.de

Vergeblicher Kampf der Eidgenossen gegen den starken Franken: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Aktionen gegen die heimische Währung ausgeweitet und beschlossen, die Liquidität auf dem Schweizer-Franken-Geldmarkt nochmals signifikant zu erhöhen. Trotzdem zog der Franken wieder an - denn eine Koppelung des "Fränkli" an den Euro wird es trotz der jüngsten Spekulationen nun doch nicht geben.

Zentralbank will den Franken drücken

Die SNB gab bekannt, dass sie die Liquidität auf dem Schweizer-Franken-Geldmarkt nochmals deutlich erhöhen werde. Dazu würden die Giroguthaben der Banken bei der SNB von 120 Milliarden Franken auf 200 Milliarden Franken aufgestockt. Wenn nötig, werde man weitere Maßnahmen ergreifen, um gegen die Stärke des Franken vorzugehen, erklärte die SNB. Der Franken sei weiterhin "massiv überbewertet".

An den Finanzmärkten überzeugten diese Maßnahmen aber nicht - der Franken legte weiter im Verhältnis zum Euro und zum Dollar zu. In London notierte der Euro 1,2 Prozent schwächer bei 1,13 Franken, der Dollar verlor 1,3 Prozent und wurde mit 0,7859 Franken gehandelt.

Doch keine Euro-Koppelung

Der Grund für den neuen Anstieg des Franken: Anleger hatten erwartet, dass die SNB den Franken fest an den Euro koppelt. In den vergangenen Tagen hatte selbst die Notenbank laut über diesen Schritt nachgedacht. Der starke Franken hat vor allem die Schweizer Exportwirtschaft getroffen. Experten erwarten deshalb einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Schweiz und ein niedrigeres Wirtschaftswachstum.

Eine vorübergehende Euro-Kopplung, die mit dem Verfassungsauftrag der Notenbank vereinbar sei, wurde von SNB-Vizepräsident Thomas Jordan verweigert. Jordan sagte dem "Tagesanzeiger" in Zürich: "Solange dies mit Preisstabilität in der langen Frist vereinbar ist, sind vorübergehende Maßnahmen, die den Wechselkurs beeinflussen, in unserem Mandat enthalten."

Franken kurz vor der Parität

Der Franken hat sich in den vergangenen Monaten zu einer beliebten Fluchtwährung für Anleger entwickelt, die mit Entsetzen der Ausweitung der Geldmenge in den USA und in der Eurozone beobachten. So mussten Schweizer vor der Finanzkrise Ende 2007 noch 1,68 Franken für einen Euro bezahlen. Anfang August dieses Jahres war schließlich mit 1,0095 Franken pro Euro fast die Parität erreicht. Der Franken ist so stabil, weil dank der soliden Haushaltspolitik in der Schweiz nicht die Gefahr besteht, dass die Notenbank der Alpenrepublik bestehende Schulden mit frisch gedrucktem Geld bezahlt.

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