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Bei ETFs immer die Spreu vom Weizen trennen

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Indexfonds  

Wie Anleger bei ETFs die Spreu vom Weizen trennen

29.12.2011, 16:13 Uhr | dpa tmn, tmn

Sie gelten eigentlich als Non plus Ultra für die langfristige Geldanlage: Börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF), überzeugen durch Transparenz und geringe Kosten. Doch der ETF-Markt wird immer vielfältiger. Inzwischen gibt es auch ETF-Spielarten, von denen Privatanleger besser die Finger lassen.

Vorsicht vor undurchsichtigen ETFs

"Neue Arten von Risiken", sollen ETF's bringen, heißt es in einer Stellungnahme des Financial Stability Board (FSB) mit Sitz im schweizerischen Basel. Die Ursache sieht die internationale Kontrollbehörde unter Leitung des designierten EZB-Präsidenten Mario Draghi in der "Komplexität und relativen Undurchsichtigkeit der neuesten ETF-Sorten".

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Ursprünglich waren ETF's einfache Produkte. Sie bilden ein Börsenbarometer wie den Deutschen Aktienindex (DAX) nach. Weil dafür kein Fondsmanager benötigt wird, sind die Kosten niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. "Attraktive Indexfonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auf große, marktbreite Indizes beziehen, in denen möglichst viele Aktien aus vielen Ländern und vielen unterschiedlichen Branchen enthalten sind", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Bei breitgestreuten Fonds sinkt für den Anleger das Risiko eines Verlustes.

ETF-Angebot immer undurchsichtiger

Aber inzwischen hat sich der Markt deutlich erweitert. Laut Bundesverband Investment und Asset-Management (BVI) in Frankfurt ist die Anzahl der ETF's auf dem deutschen Markt in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren es 2004 noch 42, lag die Zahl Ende April schon bei 322.

Gleichzeitig ist aber auch die Bandbreite der Produkte größer geworden. Mittlerweile gibt es zahlreiche sogenannte Strategieprodukte. Dazu gehören etwa Hebelprodukte, bei denen man auf ein Vielfaches eines Indizes spekulieren oder auch ETF's, mit denen man auf fallende Kurse wetten kann.

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Gegen diese Spielarten von Exchange Traded Funds richtet sich die Kritik des internationalen FSB. "Diese ETF's sind zum Teil hochriskant und mit den klassischen börsengehandelten Index-Fonds, die sich auf das passive Nachbilden eines marktbreiten Index beziehen, keinesfalls zu vergleichen", warnt Verbraucherschützer Nauhauser. "Solche Strategie-ETF's braucht niemand, der sein Geld langfristig vernünftig anlegen will."

Das sieht Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf ähnlich: "Das sind Produkte für Profis." Bislang habe der Anleger immer leicht erkennen können, was in einem ETF steckt. "Wenn das jetzt aufgelöst wird, geht ein großer Teil der Transparenz verloren."

Synthetische Replikation über Swaps

Kritisch sieht das FSB auch die bei ETF's inzwischen gängige Praxis, das bei den Anlegern eingesammelte Geld nicht in die im Index abgebildeten Wertpapiere zu investieren, sondern in andere Produkte wie Swaps, also Zinstauschgeschäfte. Solche Geschäfte sind riskant, denn der Kontrahent, also der jeweilige Anbieter der gehandelten Wertpapiere, kann ausfallen.

Allerdings sind Swap-Geschäfte laut Nauhauser in Europa auf zehn Prozent des Fondswerts beschränkt. Außerdem könne der Anleger dem Kontrahentenrisiko ohnehin nicht entgehen. Denn selbst wenn ein Fondsanbieter komplett in die eigentlichen Wertpapiere investiert, gleicht er die dadurch höheren Kosten aus, indem er die Wertpapiere zum Teil am Kapitalmarkt verleiht. "Einzige Alternative wäre es, direkt in Aktien zu investieren."

Allerdings kann man als Privatanleger mit beschränktem Budget in der Regel gar nicht so viele Aktien kaufen, um das Risiko auf ausreichend viele Titel zu verteilen. "Das Kontrahentenrisiko ist vergleichsweise gering", sagt Nauhauser. Das Risiko, mit einzelnen Aktien nicht breit genug zu streuen, sei deutlich höher.

Auf die Streuung kommt es an

Damit wirklich die Gefahr von Kursrisiken minimiert ist, sollte man möglichst Fonds auf Indizes wählen, die Aktien aus vielen Regionen und Branchen vereinen. Ein bekannter weltweiter Aktienindex ist etwa der MSCI World. Das Risiko steigt laut Verbraucherschützer Nauhauser, wenn man ausschließlich auf Indizes für einzelne Branchen oder Weltregionen setzt.

Für den Anleger ist es seiner Meinung nach nicht einfach, die Spreu vom Weizen bei den ETF's zu trennen: "Dazu müsste man ja erstmal wissen, was Spreu ist und was Weizen." Anleger müssen nämlich schon ein bisschen Fachchinesisch oder besser gesagt Englisch können, um die Art des Produkts an dessen Namen zu erkennen.

Mit "Short" etwa sind immer Produkte gemeint, bei denen auf fallende Kurse gewettet wird. Wenn der Kurs beispielsweise des DAX um zehn Prozent steigt, verliert der Anleger des Short-ETF rund zehn Prozent - und umgekehrt. Taucht im Fondsnamen das englische Wort Leverage oder kurz Lev auf, handelt es sich um ein gehebeltes Produkt. Dabei steigt der Fonds bei einem Kursanstieg beispielsweise doppelt so stark wie der eigentliche Index. Anleger machen aber auch doppelt so viel Verlust, wenn der Index fällt.

Unerfahrene Anleger müssen möglicherweise zweimal hingucken, um solche exotischen Anlagen zu erkennen. "Da sollte man sich das Produktinformationsblatt anschauen", rät Finanzexperte Nauhauser. Diese oft auch als Beipackzettel bezeichneten Informationsblätter müssen seit kurzem jedem Anleger ausgehändigt werden. Hier kann man genau sehen, um welche Art von Produkt es sich handelt, wie es funktioniert - und welche Risiken damit verbunden sind.

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