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Wüstenrot-Sex-Skandal: Im Bus zum Puff


In den Puff nach Rio  

"Auf den Hotelfluren war ein munteres Treiben"

23.12.2011, 15:57 Uhr | t-online.de - sky mit dpa, dpa, t-online.de

Wüstenrot-Sex-Skandal: Im Bus zum Puff. Sex-Skandal bei Wüstenrot - Vertreter feierten im Sex-Club (Foto: dpa, imago; Montage: t-online.de)

Rotlicht-Skandal bei Wüstenrot (Foto: dpa, imago; Montage: t-online.de)

Neuer Sex-Skandal in der biederen Finanzbranche – nach der ERGO-Versicherung trifft es diesmal die Bausparkasse Wüstenrot. Freie Handelsvertreter haben sich laut einem Bericht der Zeitung "Handelsblatt" im April 2010 im Nachtclub "Barbarella" in Rio de Janeiro vergnügt. Dabei handele es sich um ein so genanntes "Boate", einen Kontakthof für käuflichen Sex. Der Club liegt im Touristen-Distrikt Copacabana. Das Unternehmen bestätigte inzwischen den Vorfall.

Die interne Revision prüft

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) beteuerte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, dass der krönende Abschluss des Abends im Bordell weder offiziell noch inoffiziell ein Teil des Programm gewesen sei. Eine Überprüfung der Reisekasse und Unternehmenskreditkarten habe zudem ergeben, dass dort kein Geld des Konzerns geflossen sei, betonte ein Sprecher.

Auf Anfrage von t-online.de erläuterte der Konzern, er prüfe die Inhalte im "Handelsblatt", auch die interne Revision untersuche den Vorfall. Die Gesamtkosten für die insgesamt 50 Teilnehmer betrugen demnach rund 203.000 Euro.

Geheime Wünsche der Vertreter werden Wüstenrot

Die pikanten Details dürften der ältesten Bausparkasse Deutschlands einige peinliche Fragen von Kunden nach der Verwendung ihrer Provisionen einbringen. Wahrscheinlich werden viele Mitarbeiter auch süffisant an den Werbeslogan von 2001 erinnert – Wünsche werden Wüstenrot. Auch die Werbebotschaft von 1978 dürfte in vielen Ohren doppeldeutig klingen – den Slogan Bausparen mit riesigen Möglichkeiten haben einige Vertreter nun wohl sehr weit ausgelegt.

Im Bus zum Puff

Das "Handelsblatt" kommentierte süffisant, die Bausparkasse Wüstenrot sei 1921 von einem methodistischen Laienprediger gegründet worden. Doch mit den moralischen Ansprüchen der aktuellen Nummer Zwei in Deutschland sei es nun nicht mehr weit her. Die Zeitung zitierte einen Teilnehmer mit den Worten: "Die Bustüren gingen auf und etwa die halbe Gruppe stieg aus, inklusive Bereichsleiter und Gebietsdirektoren". Und weiter: "Ich habe nur gedacht: Das kann ja wohl nicht sein, dass uns die Wüstenrot hier zum Puff kutschiert."

Bezahltes Vergnügen am Strand

Auch an den Folgetagen kam es nach Schilderung von Teilnehmern zu Exzessen. "Auf den Hotelfluren war ein munteres Treiben", erzählte ein Teilnehmer der Rio-Reise. "Die brasilianische Polizei griff einen unserer Direktoren nachts im Beisein einer Prostituierten am Strand auf."

Nach dem bisherigen Sachstand kehrten zwischen 14 und 20 der freien Handelsvertreter im "Barbarella" ein. Mindestens drei Außendienstler, darunter Führungskräfte, hätten sich Prostituierte mit aufs Zimmer genommen.

Die Sause wird Folgen haben

Laut der internen Nachforschung hätten mehrere Vertreter versucht, schlüpfrige Details zu verschleiern und Informationen zurückzuhalten, die das Ansehen von Wüstenrot schwer schädigen können, schreibt die Zeitung. Sie unterschrieben hierzu sogar eidesstattliche Versicherungen.

"Wir unterstützen, organisieren oder finanzieren keine Aktivitäten, die gegen unseren Verhaltenskodex verstoßen", erklärte Bernd Hertweck, Vorstand der Wüstenrot Bausparkasse AG in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Eindeutige Ausschweifungen im Rahmen einer Dienstreise verstoßen selbstverständlich gegen unsere Verhaltensrichtlinien. In diesen Fällen werden wir, wenn es angemessen und rechtlich möglich ist, personelle Konsequenzen ziehen. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir zumindest disziplinarische Maßnahmen ergreifen."

Privatleben versus Firmen-Ansehen

Der Konzern erläuterte weiter, bei der Reise Ende April habe es sich um die Honorierung besonders hervorragender Leistungen gehandelt. Auf dem Programm hätten aber keine Aktivitäten gestanden, die nicht mit dem Verhaltenskodex vereinbar seien.

Die Mitarbeiter seien grundsätzlich angehalten, diesen Kodex einzuhalten - und sie dürften auch in ihrer Freizeit nichts Unvorteilhaftes oder der Reputation Schädliches unternehmen. Dies gelte vor allem für Führungskräfte.

Als erste Reaktion will die Bausparkasse nun nur noch Incentive-Reisen in Deutschland anbieten.

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