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Ifo-Konjunkturindex: Schuldenkrise bremst deutsche Wirtschaft aus


Ifo: Schuldenkrise bremst deutsche Wirtschaft aus

20.01.2012, 09:24 Uhr | AFP, dpa-AFX, AFP, dpa-AFX

Das Münchner Ifo-Institut erwartet für das kommende Jahr ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum als es die Bundesregierung prognostiziert. Nach der am Dienstag von dem Wirtschaftsforschungsinstitut veröffentlichten Prognose wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt um nur 0,4 Prozent wachsen, die Bundesregierung rechnet hingegen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) kommt unterdessen zu ähnlichen Schlüssen.

Die Abhängigkeit der Konjunkturentwicklung von der europäischen Politik erschwere die Prognose aber erheblich, da ganz unterschiedliche Szenarien möglich seien. Unter der Annahme, dass sich die Eurokrise nicht weiter verschärfe und sich insbesondere Italien weiter am Markt finanzieren könne, dürfte aber eine Rezession - also ein Schrumpfen der Wirtschaft - vermieden werden können.

Arbeitslosenzahl soll um 140.000 sinken

Das Ifo-Institut prognostiziert für das kommende Jahr trotz des nachlassenden Wirtschaftswachstums eine weitere Abnahme der Arbeitslosenzahl. Diese werde sich voraussichtlich um 140.000 auf rund 2,8 Millionen im Jahresschnitt verringern. Die Erwerbstätigkeit werde voraussichtlich um 210.000 Menschen oder 0,5 Prozent steigen.

Schuldenkrise belastet Konjunktur

Einer der zentralen Belastungsfaktoren für die deutsche Konjunktur dürfte demnach die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft sein. Die Verunsicherung gehe auf die Erfolglosigkeit der bisherigen Ansätze zur Lösung der Schuldenkrise im Euroraum zurück. Zur Beunruhigung trage auch bei, dass in den meisten Industrieländern die Fähigkeit der Wirtschaftspolitik zur Bekämpfung neuer Krisen inzwischen sehr begrenzt sei. So mache die hohe Staatsverschuldung in den meisten Ländern Konjunkturprogramme unmöglich, außerdem sei der Spielraum der Zentralbanken in fast allen Volkswirtschaften sehr niedrig, da die Leitzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau liegen.

Auch HWWI senkt Konjunkturprognose deutlich

Nach dem Münchner Ifo-Institut hat auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) seine Konjunkturprognose für Deutschland drastisch gekürzt: Für das kommende Jahr rechnet das HWWI aufgrund der verschärften Schuldenkrise im Euroraum nunmehr nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, wie die Forscher in Hamburg mitteilten. Im Sommer hatte das HWWI noch 2,2 Prozent für möglich gehalten.

Die deutsche Wirtschaft sei zwar bis zum Herbst dieses Jahres noch spürbar gewachsen. Auch habe sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Allerdings greife die Schuldenkrise mehr und mehr auf die Realwirtschaft über, sodass sich die Perspektiven eingetrübt hätten. Bislang seien die guten binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die - noch - hohen Auftragsbestände in der Lage gewesen, die Kriseneinflüsse weitgehend abzufedern.

Mehr als Stagnation nicht zu erwarten

2012 dürfte sich das Wachstum jedoch weltweit deutlich abschwächen und so auch die exportlastige deutsche Wirtschaft mit nach unten ziehen. Mehr als Stagnation sei deshalb in der ersten Jahreshälfte kaum zu erwarten. Für den deutschen Arbeitsmarkt zeigt sich das HWWI indes vergleichsweise zuversichtlich: "Die Unternehmen werden auch bei schwächerer Produktionsentwicklung ihre Fachbelegschaft zu halten versuchen, sodass die Zahl der Arbeitslosen nicht steigen dürfte."

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Inflationsrisiken sind laut HWWI nicht zu befürchten. Die Teuerungssrate sollte 2012 bei konjunkturell bedingt geringen Preiserhöhungsspielräumen und einer nachlassenden Energieverteuerung wieder unter das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank fallen. Wichtige Konjunkturstützen bleiben nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher auch im kommenden Jahr der private Konsum und der Wohnungsbau.

Wie das Ifo-Institut stellt das HWWI seinen Ausblick unter den Vorbehalt, dass sich die Schuldenkrise im Euroraum nicht weiter zuspitzt. Eine schnelle Lösung der Struktur- und Haushaltsprobleme in den Krisenländern zeichne sich nicht ab.

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