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Großbank Unicredit verschleudert neue Aktien


Bankenkrise  

Unicredit bietet neue Aktien zum Discount an

16.01.2012, 16:34 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de - sky, dpa, t-online.de, dpa-AFX

Großbank Unicredit verschleudert neue Aktien. Gebäude der Unicredit in Mailand (Quelle: imago)

Gebäude der Unicredit in Mailand (Quelle: imago)

Neues Warnsignal in der Schuldenkrise: Die italienische Großbank Unicredit bietet ihre neuen Aktien im Rahmen der geplanten Mega-Kapitalerhöhung mit hohem Abschlag an. Anteilseigner können für je eine gehaltene Aktie zwei neue zum Preis von 1,94 Euro kaufen, teilte die Bank in Mailand mit. Dies ist ein Abschlag von 43 Prozent gemessen an dem um das Bezugsrecht bereinigten letzten Kurs und deutlich höher als von Analysten erwartet. Offensichtlich glaubt der Konzern also, dass sie nur zu diesem Schleuderpreis gekauft wird – dies wiederum spricht nicht für die Stabilität der Bank, die im vergangenen Jahr sowieso schon unter Druck geraten war. Die Unicredit-Aktie tauchte umgehend ab und zog an der Börse den gesamten europäischen Bankensektor mit sich.

Unicredit muss Finanzlücke stopfen

Insgesamt will die Unicredit wie geplant 7,5 Milliarden Euro erlösen, um die von der europäischen Bankenaufsicht EBA ausgemachte Kapitallücke größtenteils zu stopfen. Zudem steht im Inland ein schwieriger Umbau mit zahlreichen Stellenstreichungen an. Zuletzt schrieb die Bank einen Verlust in zweistelliger Milliardenhöhe.

Dies lag vor allen an immensen Abschreibungen auf die Beteiligungen in Osteuropa. Die Aktie führte die Verliererliste im EuroStoxx an und büßte zwischenzeitlich knapp zehn Prozent auf 5,72 Euro, sie erreichte damit ein neues Tief in der Geschichte der Bank.

Bankaktien tauchen ab

Die Ausgabe neuer Aktien bedeuten, dass der Gewinn auf mehr Stücke als zuvor verteilt werden muss – Anleger sprechen dann von einer Verwässerung. Die Unicredit-Aktie war alleine im Vorjahr 60 Prozent eingebrochen. Anfang 2007 war das Papier zeitweise mehr als elfmal so viel wert wie aktuell.

In der Sektorwertung des Stoxx Europe 600 gaben Bankenwerte in der Folge deutlich ab, sie waren sie mit Abstand die schwächste Branche. Banco Santander verloren rund vier Prozent, Intesa SanPaolo und BBVA folgten dicht dahinter mit zwei bis rund drei Prozent Abschlag. Auch die Titel der Commerzbank gaben am DAX-Ende um vier Prozent nach, für die Aktien der Deutschen Bank ging es um rund zwei Prozent nach unten.

Neue Skepsis unter Brokern

Börsianer zeigten sich nicht begeistert von der Mitteilung des Mutterkonzerns der Hypovereinsbank. "Der Abschlag von 43 Prozent ist schon heftig", sagte ein Händler. Dies lasse wohl einige Anleger darüber spekulieren, ob sich auch andere Finanzinstitute wie etwa die Commerzbank auf eine Kapitalerhöhung unter ähnlich ungünstigen Vorzeichen einlassen müssen.

Händler Markus Huber von ETX Capital machte im Bankensektor auch Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem sich die Finanzwerte jüngst besser als der Gesamtmarkt entwickelt hatten. Nun richteten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit langsam wieder die bevorstehende Berichtssaison in den USA sowie auf verschiedene Auktionen deutscher und französischer Staatsanleihen, die in den nächsten Tagen bevorstünden.

Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets wies darauf hin, dass sich der Fokus der Anleger nun besonders auf die Versteigerung deutscher und portugiesischer Staatspapiere richte. Die Investoren suchten dabei nach Hinweisen, inwiefern es den europäischen Schuldenländern gelingen werde, die im ersten Quartal fälligen Schulden zu refinanzieren. Die entsprechenden Sorgen um einen Zahlungsausfall der Schuldenstaaten würden derzeit vor allem von den Aktien derjenigen Banken reflektiert, die besonders stark in den Anleihen dieser Länder engagiert seien.

Ein anderer Börsianer ergänzte: "Wenn man sich die jüngsten Operationen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dem Geldmarkt anschaut, muss man sich nicht für Bankaktien begeistern." So ist die "Vorsichtskasse" der Banken bei der EZB zu Beginn des Jahres auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der Europäischen Zentralbank gelten als Zeichen für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise greifen Banken der Eurozone kaum auf diese sehr kurzfristigen Geschäfte mit der Notenbank zurück, da die Konditionen ungünstig sind.

Auch Allianz an Unicredit beteiligt

Die jetzt geplante Kapitalerhöhung der Unicredit ist die dritte seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Bei den beiden vorangegangen Schritten hatte die Bank zusammen sieben Milliarden Euro eingenommen. Seitdem ist Libyen als Großaktionär mit insgesamt rund 7,5 Prozent Anteile an der Bank. Daneben sind die Mediobanca, andere italienische Banken und auch die Allianz an der Bank beteiligt. Der deutsche Versicherer hat sich zusammen mit einigen italienischen Sparkassen bereiterklärt, etwas mehr als 14 Prozent der neuen Aktien zu zeichnen.

Zugleich hat die Führungsspitze der Bank die Hoffnung geäußert, dass andere Großaktionäre rund zehn Prozent der neuen Aktien kaufen. Hier gebe es aber noch keine festen Absichtserklärungen. Die Altaktionäre können ihr Bezugsrecht ab kommenden Montag (9. Januar) bis zum 27. Januar ausüben. Sollten dann nicht alle neuen Aktien über den Tisch gegangen sein, müssen die mit dem Verkauf beauftragten Investmentbanken die Papiere platzieren oder selbst zeichnen.

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