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Allianz will im Skandal um Billig-Brustimplantate nicht haften


Skandal um Billig-Brustimplantate: Allianz will nicht haften

05.01.2012, 14:28 Uhr | AFP, AFP

Allianz will im Skandal um Billig-Brustimplantate nicht haften. Silikonkissen zur Brustvergrößerung sind nicht immer harmlos (Quelle: Archiv)

Silikonkissen zur Brustvergrößerung sind nicht immer harmlos (Quelle: Archiv)

Im Skandal um die mit Billig-Silikon gefüllten Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) will der Versicherer Allianz nicht haften. Nach Ansicht der Allianz ist der Versicherungsvertrag unwirksam, weil PIP betrügerisch gehandelt habe, wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtete.

Allianz: Vertrag wegen falscher Angaben ungültig

Die französische Tochter des Münchner Konzerns habe den inzwischen insolventen Hersteller der minderwertigen Brustimplantate von 2005 bis 2010 versichert, bestätigte das Unternehmen der Zeitung. Demnach ist der Vertrag nach Ansicht des Konzerns ungültig, weil PIP wissentlich falsche Angaben gemacht habe. Der Versicherer habe den Insolvenzverwalter bereits im Juli 2010 verklagt. Die erste Anhörung in dem Verfahren finde am 2. Februar statt.

Die Allianz hatte den Hersteller der Brustimplantate laut "FTD" nach Aufforderung des Bureau central de tarification (BCT) versichert. Das BCT organisiert die Versicherung für Firmen oder Einzelpersonen, die wegen hohen Risikos keine Deckung finden. PIP habe keinen Schaden gemeldet, sagte eine Allianz-Sprecherin der Zeitung.

Billiges Silikon soll für Krebserkrankungen verantwortlich sein

Die 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit hunderttausende mit einem Billig-Silikon gefüllte Brustimplantate verkauft. Danach war es vermehrt zu Rissen in den Einlagen und in der Folge zu Entzündungen bei den betroffenen Frauen gekommen. Die Brustimplantate werden teils sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht.

In einem bisher einzigartigen Aufruf empfahlen die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen. Wie häufig die Silikonkissen auch bei Frauen in Deutschland eingesetzt wurden, ist bislang nicht bekannt. Allein in Baden-Württemberg sollen die Implantate in mindestens zehn Kliniken verwendet worden sein, meldete der "Spiegel". Offiziell registriert wurden bislang mindestens 19 Fälle, in denen die Implantate gerissen sind.

Material war nur zur Verwendung in der Industrie bestimmt

Am 3. Januar hatte der deutsche Chemiegroßhändler Brenntag erklärt, Silikon an PIP geliefert zu haben. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Medienvertretern, es handele es sich dabei um ein Material mit dem Namen "Baysilone", das zum Beispiel als Dichtungsmasse in der Baubranche eingesetzt werde. Zugleich betonte Brenntag jedoch, PIP sei in den mitgelieferten Produktangaben darüber informiert worden, dass das Silikon nur zur Verwendung in der Industrieproduktion bestimmt sei.

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