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VW-Investoren wollen Milliarden von Bundespräsident Wulff


VW-Investoren wollen Milliarden von Bundespräsident Wulff

06.01.2012, 15:48 Uhr | t-online.de, dpa-AFX, dpa-AFX , t-online.de

VW-Investoren wollen Milliarden von Bundespräsident Wulff. Bundespräsident Christian Wulff war früher VW-Aufsichtsrat (Quelle: dpa)

Bundespräsident Christian Wulff war früher VW-Aufsichtsrat (Quelle: dpa)

Bundespräsident Christian Wulff droht weiteres Ungemach aus seiner Vergangenheit als niedersächsischer Ministerpräsident. Wie die "WirtschaftsWoche" vorab berichtet, fordern VW-Investoren von Wulff 1,8 Milliarden Euro Schadenersatz im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche. Wulff habe im Aufsichtsrat von Volkswagen nicht die Interessen der VW-Aktionäre vertreten, sondern die der Porsche-Eigner, den Familien Porsche und Piëch.

Bei den Klägern soll es sich um 67 Banken, große Versicherungen sowie Staats-, Pensions- und Hedge Fonds aus Europa, den USA und Asien handeln. Laut "WirtschaftsWoche" haben die Investoren einen Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Gütetermins gestellt. Der Antrag liegt dem Magazin nach eigenen Angaben vor. Die Kläger beziffern ihren Schaden demnach auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Ähnliche Anträge seien auch gegen vier Verantwortliche und Ex-Manager der beteiligten Unternehmen eingereicht worden.

Wulff soll geschwiegen haben

Die Kläger werfen Wulff vor, die VW-Aktionäre und Marktteilnehmer nicht rechtzeitig informiert zu haben als er von den Übernahmeplänen Porsches erfuhr. Er habe gewusst, dass Porsche Anleger belogen habe, schreibt das Magazin. Wulff habe "schweigend und untätig zugesehen, wie Porsche Nutznießer der Kapriolen wurde und 5,4 Milliarden Euro Beute machte", heißt es in dem Antrag.

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Das Güteverfahren sei Wulff bisher nicht bekannt gewesen, teilten seine Anwälte der "WirtschaftsWoche" mit. Ansonsten habe es keine inhaltliche Stellungnahme der Anwälte und des Bundespräsidialamtes gegeben. Der Antrag sei am 28. Dezember bei einer staatlich anerkannten Gütestelle in Karlsruhe eingereicht worden. Dazu hätten die Finanzinvestoren für das Verfahren ihre Ansprüche an die Berliner Prozessführungsgesellschaft ARFB abgetreten.

Weitere Milliardenklagen

Mit den 1,8 Milliarden Euro ist die Summe der Schadenersatzforderungen im Porsche-VW-Komplex weiter angestiegen. Zuletzt lag sie bei vier Milliarden Euro. Wie die "WirtschaftsWoche" berichtete, haben sich weitere Investoren einer Schadenersatzklage angeschlossen, die Anwälte bei Gerichten in Stuttgart und Braunschweig eingereicht haben. Auch in den USA wollen Fonds Schäden ersetzt haben, die sie bei der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche angeblich erlitten haben.

2008 hatte Porsche versucht, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Dazu hatte der Sportwagenbauer heimlich Optionen auf einen großen Teil der VW-Aktien gekauft. Als die Aktion bekannt wurde, löste sie heftige Kursturbulenzen bei Volkswagen aus, da es kaum noch frei handelbare Stammaktien gab.

Der gescheiterte Übernahmeversuch von Porsche

Die Übernahme scheiterte am VW-Gesetz. Porsche hatte darauf vertraut, dass die EU das Gesetz kippt, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität bei Volkswagen sichert. Damit bekam der Sportwagenbauer nicht den geplanten Zugriff auf das VW-Vermögen, das die Übernahme hätte finanzieren sollen.

Fonds könnten unter anderem bei Leerverkäufen geschädigt worden sein. Sie mussten Aktien zu ungeplant hohen Kursen kaufen, um sie wie vereinbart den Verleihern zurückgeben zu können. Diese Käufe in einem engen Markt trieben den Kurs der VW-Aktie seinerzeit kurzfristig auf über 1000 Euro und machten den Wolfsburger Konzern so zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Für Porsche endete die schuldenfinanzierte Aktion in einem Desaster - der Sportwagenbauer wurde stattdessen von Volkswagen geschluckt. Die Fusion hängt aber wegen der zahlreichen Schadenersatzklagen in der Luft.

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