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Software AG schockt Aktionäre: Kurssturz nach Verfehlung der Geschäftsziele


Software-Hersteller  

Kurssturz der Software AG nach Verfehlung der Geschäftsziele

10.01.2012, 13:57 Uhr | dpa-AFX, t-online.de - mmr, dpa-AFX, t-online.de

Software AG schockt Aktionäre: Kurssturz nach Verfehlung der Geschäftsziele. Die Zentrale der Software AG in Darmstadt (Quelle: dpa)

Die Zentrale der Software AG in Darmstadt (Quelle: dpa)

Schock für Aktionäre der Software AG: Ein schwaches US-Geschäft und die Zurückhaltung der Kunden haben ausgerechnet das für Softwarehersteller immens wichtige Schlussquartal verhagelt. Umsatz und Gewinn gingen deutlich zurück, die Ende Oktober gesetzten Jahresziele sind deswegen nicht mehr haltbar. Bei beiden Werten rechnet das Unternehmen jetzt mit einer Stagnation anstatt mit wie bisher mit einem Anstieg. Am Markt löste die Nachricht einen Kursrutsch aus. Die im TecDAX notierte Aktie fiel zeitweise um mehr als 25 Prozent auf unter 23 Euro und damit wieder auf das Niveau von Anfang Oktober 2011 zurück.

Die aktuelle Gewinn- und Umsatzwarnung ist bereits die zweite herbe Enttäuschung für Investoren innerhalb von zwölf Monaten. Bereits im Juli war der Kurs eingebrochen, nachdem das Unternehmen aus Darmstadt überraschend einen Umsatzrückgang für das zweite Quartal bekannt gegeben hatte. Seitdem hinkt die Aktie des zweitgrößten deutschen Herstellers von Software dem Papier des Konkurrenten SAP hinterher. Die Titel des größten europäischen Software-Herstellers litten ebenfalls und gehörten zu den wenigen Tages-Verlierern im Deutschen Aktienindex DAX.

Probleme in den USA

Einige Experten rechnen damit, dass SAP in den kommenden Tagen ebenfalls Eckdaten für 2011 veröffentlichen wird. Das Geschäft bei SAP soll jedoch zuletzt sehr rund gelaufen sein, Analysten rechnen mit Rekordwerten. Ganz anders sieht es bei der Software AG aus: Probleme in den USA und die weltweit schwächere Konjunktur belasteten das Geschäft im vierten Quartal. Der Umsatz werde daher mit 290 bis 295 Millionen deutlich unter dem Vorjahreswert liegen - bereinigt um Währungseffekte seien es acht bis zehn Prozent.

Lizenzumsatz bricht ein

Der für Software-Hersteller besonders interessante Lizenzumsatz, der die Basis für die meisten weiteren Erlöse ist, sank um 25 bis 27 Prozent auf 90 bis 95 Millionen Euro. Die Darmstädter litten vor allem darunter, dass die Kunden in der Sparte Datenmanagement (ETS) nicht wie sonst üblich zum Jahresende kräftig investiert haben. Der Umsatz ging hier daher um rund ein Viertel auf rund 100 Millionen Euro zurück. Zudem stagniert das Geschäft in dem von der Software AG als Wachstumsmarkt deklarierten Bereich Prozesssoftware (BPE). Hier konnten Zuwächse in Europa die Schwäche in den USA lediglich ausgleichen. Der Umsatz der Sparte liege im vierten Quartal währungsbereinigt bei 145 bis 148 Millionen Euro, hieß es.

Gewinnrückgang im vierten Quartal

Auf das Jahr gesehen lag der Umsatz mit rund 1,1 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres und damit deutlich unter der im Oktober veröffentlichten Prognose. Damals hatte das Unternehmen beim Umsatz einen währungsbereinigten Anstieg um zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn werde jetzt ebenfalls allenfalls so hoch wie 2010 (175,6 Millionen Euro) ausfallen. Hier war bisher ein Plus von 10 bis 15 Prozent erwartet worden. Doch diese Prognose ist nach einem Gewinneinbruch im vierten Quartal um bis zu 30 Prozent auf 45 Millionen Euro nicht mehr zu halten.

Analysten überrascht

Laut Analystin Alla Gorelova von der Steubing AG war das Verfehlen der Ziele nicht zu erwarten gewesen. "Meine Schätzungen haben sogar deutlich über dem tatsächlichen Wert und den bisherigen Unternehmensprognosen gelegen", so die Expertin. Hauptverantwortlich sei die Server-Sparte ETS gewesen. Ähnlich äußerte sich ein weiterer Marktteilnehmer. Während sein Haus mit einem Umsatz von 331 Millionen Euro im vierten Quartal gerechnet habe, blieben die genannten 290 bis 295 Millionen Euro klar hinter diesem von dem Analysten gesteckten Ziel zurück. Ähnlich sei das Bild bei Lizenzumsätzen und Gewinn. Wenn man sich die Aussagen der Konkurrenten ansehe oder auch die Gewinnwarnung vom Weltmarktführer Oracle, so laufe alles auf ein eher unternehmensspezifisches Problem hinaus.

Für Analyst Oliver Finger von der DZ Bank kommt die deutliche Umsatz- und Gewinnwarnung ebenfalls überraschend. Bislang habe er den Eindruck gehabt, dass die Produkt-Pipeline in einem gesunden Zustand sei. Daher komme vor allem der Rückgang in den USA als eine deutlich negative Überraschung. Er werde voraussichtlich sein Bewertungsmodell überarbeiten müssen.

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