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Falschgeld: Die Zahl falscher Euro-Scheine nimmt ab


Weniger Falschgeld in Deutschland in Umlauf

16.01.2012, 15:04 Uhr | dpa, AFP, t-online.de, AFP, dpa, t-online.de

Falschgeld: Die Zahl falscher Euro-Scheine nimmt ab. Weniger falsche Fünfziger (Quelle: dpa)

Weniger falsche Fünfziger (Quelle: dpa)

Falsche Euro-Scheine sind 2011 in Deutschland so selten aufgetaucht wie noch nie. Polizei, Handel und Banken zogen im vergangenen Jahr rund ein Drittel weniger Falschgeld aus dem Verkehr als 2010, wie die Bundesbank in Frankfurt am Main mitteilte. Rund 39.000 Blüten registrierte die Notenbank im vergangenen Jahr mit einem Schaden von 2,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten 60.000 Falschnoten noch Einbußen von 3,4 Millionen Euro verursacht.

"Die Zahl der falschen Banknoten in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Euro", sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele. Das sei bemerkenswert, da 2002 Banknoten im Wert von rund 300 Milliarden Euro im Umlauf waren. Jetzt beläuft sich deren Wert auf rund 880 Milliarden Euro. Trotzdem ging die Zahl der Blüten deutlich zurück. "Im Verhältnis zum Geldumlauf ist der Rückgang noch deutlicher."

Deutschland steht vergleichsweise gut da

Auch weltweit wurden in den vergangen sechs Monaten wesentlich weniger Falschnoten sichergestellt. Ihre Zahl ging im zweiten Halbjahr 2011 im Jahresvergleich um rund ein Fünftel auf 310.000 zurück, wie die Europäische Zentralbank in Frankfurt berichtete. Im Vergleich zum ersten Halbjahr stieg die Zahl der Blüten jedoch um rund fünf Prozent leicht an. Im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern steht Deutschland gut da. Rechnerisch kamen 2011 laut Bundesbank fünf (2010: sieben) Blüten auf 10.000 Einwohner. Im gesamten Euro-Raum liegt das Verhältnis bei 18 Fälschungen auf 10.000 Einwohner.

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Weniger falsche Fünfziger

Das illegale Geschäft mit falschen Fünfzigern, in der Vergangenheit besonders beliebt, ging im vergangenen Jahr besonders stark zurück, wie die Bundesbank mitteilte. Dagegen hätten aber Fälschungen der 20-Euro-Note um zehn Prozent zugenommen. Ihr Anteil liege nun fast gleichauf mit den Fälschungen der Fünfziger.

Rückgang deutet noch keinen Trend

"Über die genauen Hintergründe für den Rückgang können wir nur spekulieren", sagte Thiele über die Entwicklung in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe die Polizei in Europa vier Fälscherwerkstätten das Handwerk legen können. Außerdem habe die Bundesbank ihre kostenlosen Präventionsschulungen 2011 im Jahresvergleich von 1300 auf 1500 erhöht. "Wenn es mal wieder eine neue Fälscherbande gibt, kann die Zahl der Fälschungen auch wieder hoch gehen. Aus dem derzeitigen Rückgang können wir noch keinen Trend für die Zukunft ableiten."

Verbraucher müssen stets achtsam sein

Dennoch warnt die Bundesbank beim Verkehr mit Geldnoten immer wachsam zu sein - denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Auch wenn ein Rückgang deutlich ist, mache eine zunehmende Spezialisierung der Hersteller "das Erkennen der Fälschungen immer schwieriger", teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit. "Die Qualität der Euro-Fälschungen hat sich kontinuierlich verbessert." Organisierte Falschgeldhersteller seien mittlerweile imstande, auch Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Wasserzeichen und Mikroschrift "in verwechslungsfähiger Qualität" nachzumachen.

Noch habe aber jedes Imitat Schwachstellen gehabt: "Bisher wurde noch keine Fälschung registriert, bei der gleichermaßen alle Sicherheitsmerkmale verwechslungsfähig imitiert worden sind", erklärt das BKA. "Fälscher konzentrieren sich bei der Nachahmung meistens auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale", ergänzt eine Sprecherin der Bundesbank.

So erkennt man eine Fälschung

Das Sicherheits-Mantra lautet: fühlen, kippen, sehen. Erfühlen lassen sich leichte Erhebungen an einzelnen Stellen der Scheine. Durch Kippen der Banknote wechseln Hologramme, Glanzstreifen oder Spezialfarben ihr Aussehen. Im Gegenlicht zu sehen sind das Wasserzeichen und das Durchsichtsregister - hierbei ergeben Fragmente auf Vorder- und Rückseite vollständige Ziffern.

Empfehlenswert sei zudem, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelfrei echte Note zum Vergleich heranzuziehen - etwa eine vom Geldautomaten ausgezahlte Banknote. Durch die Prüfung mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lasse sich dagegen nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen. Diese Hilfsmittel sollten deshalb besser in Kombination mit der Prüfung anderer Sicherheitsmerkmale genutzt werden, so der Hinweis der Bundesbank.

Rückgang bei Münzfälschungen

Auch die Zahl der falschen Münzen ging 2011 zurück. Wurden 2010 noch 67.400 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt, sank die Quote im letzten Jahr auf rund 52.700 Stück. Die Fälschungen traten laut Pressebericht ausschließlich bei den drei höchsten Stückelungen auf - 75 Prozent (39.507 Münzen) aller Fälschungen entfielen auf zwei Euro Stücke.

Unterscheiden könne man die Fälschungen in der Regel nur visuell: Während bei echten Münzen das Münzbild deutlich abgrenzt aus dem Münzgrund hervorgeht, wirken die Fälschungen dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf. Auch anhand der Farbtönung und einer unregelmäßigen oder unvollständigen Randprägung kann man eine Fälschung ausmachen. Echte Ein- und Zwei-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch - Fälschungen dagegen haften sehr fest am Magneten.

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