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Arzeimittel-Preise: Millionenpoker für Pharmabranche startet


Millionenpoker für Pharmabranche startet

23.01.2012, 09:35 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Arzeimittel-Preise: Millionenpoker für Pharmabranche startet. Millionenpoker für Pharmamarkt startet (Quelle: dpa)

Millionenpoker für Pharmamarkt startet (Quelle: dpa)

Unmittelbar vor den ersten Preisverhandlungen über ein Arzneimittel nach einem grundlegend neuen Verfahren hat der Pharmakonzern AstraZeneca gespannte Erwartungen geäußert. "Das werden sehr intensive Gespräche werden", sagte Verhandlungsführer Claus Runge von der Geschäftsleitung der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Wir sind gespannt, was uns erwarten wird."

An diesem Montag starten in Berlin die ersten Preisverhandlungen nach den Vorgaben des schwarz-gelben Arzneigesetzes AMNOG. Es gilt als wichtigster Einschnitt angesichts immer höheren Milliardenkosten für Arzneimittel seit Jahren. Nun verhandelt der Spitzenverband der Krankenkassen mit AstraZeneca in vier Verhandlungsterminen bis Mai über den Erstattungspreis der Kassen für den neuen Blutverdünner Ticagrelor (Brilique), dem ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich nachgesagt wird.

Neue Preise sollen Geld sparen

Runge betonte die Offenheit des Verfahrens. "Es gibt keinen Algorithmus in der Preisfindung", sagte er, also keine eindeutige Vorschrift. "Wir haben kein Lineal, das wir anlegen können." Laut dem neu geschaffenen Mechanismus sollen die Kassen nur für Mittel, die wirklich mehr bringen, auch mehr zahlen - wie viel, das wird ausgehandelt. Zuvor werden die Medikamente auf ihren Zusatznutzen gegenüber vergleichbaren Therapien geprüft.

Bei Ticagrelor hatte der unabhängige Gemeinsame Bundesausschuss, das oberste Gremium von Ärzten, Kassen und Kliniken, festgestellt, dass das Mittel bei rund 80 Prozent der Patienten mit Akutem Koronarsyndrom, also unter anderem mit Herzinfarkt, einen zusätzlichen Nutzen hat gegenüber bisher gebräuchlichen Mitteln wie Clopidogrel. Er erwarte einen "fairen Preis", sagte Runge. Das Präparat sei eine echte Innovation. Für bestimmte Patienten war das Votum der Prüfer negativ ausgefallen.

Neue Situation für beide Seiten

Wie nun der Erstattungspreis im Einzelnen ermittelt werde, sei schwer vorhersehbar, sagte Runge. So werde erst im Februar geklärt werden können, welche Rolle die Vergleichspreise für das Mittel in anderen europäischen Ländern spielen. Hier hatte es im Vorfeld Streit zwischen Kassen und Pharmabranche gegeben. Es handele sich um eine neue Situation für beide Seiten, betonte Runge.

Pharmaverbände hatten davor gewarnt, dass das neue Verfahren die teure Entwicklung innovativer Medikamente hemmt. Kassen erwarten hingegen, dass der Druck hin zu echten Neuerungen steigt. Runge sagte: "Das Leben ist weder Schwarz noch Weiß." So müsse das neue Verfahren weder zwangsläufig ein Hemmnis für Innovationen sein. Noch sei ausgemacht, dass hilfreiche Neuerungen dadurch gefördert würden.

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Trotz auslaufender Patente auf Arzneimittel - die hohe Preise sichern - zeigte sich Runge insgesamt zuversichtlich. Sieben Neueinführungen seien bei AstraZeneca geplant, die meisten davon müssten sich dem neuen Verfahren stellen.

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