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SAP nach Rekordergebnis optimistisch


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SAP nach Rekordergebnis optimistisch

25.01.2012, 13:44 Uhr | dpa-AFX, dpa, dpa, dpa-AFX

SAP nach Rekordergebnis optimistisch. Der Firmensitz von SAP in Walldorf (Quelle: dapd)

Der Firmensitz von SAP in Walldorf (Quelle: dapd)

Starke Zahlen von SAP: Europas größter Softwarehersteller hat im besten Jahr seiner Geschichte unter dem Strich 3,4 Milliarden Euro eingestrichen und den Gewinn damit fast verdoppelt. "Wir haben unsere Vorgaben bei weitem übertroffen", sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Frankfurt am Main. Auch der Ausblick überzeugte. Die Aktie tendierte trotzdem im Minus, da das Thema Griechenland die Börse bremste.

Sonderfaktor Oracle

Operativ verbuchte SAP im vergangenen Jahr 4,9 Milliarden Euro Gewinn, was nach 2,6 Milliarden Euro zuvor einem Plus von 88 Prozent entspricht. Dieser Sprung basiert zu einem Großteil ausgerechnet auf einem juristischen Triumph über den Konkurrenten Oracle. 2011 hatte eine US-Richterin eine vorherige Entscheidung kassiert, wonach die Walldorfer 1,3 Milliarden Dollar Schadenersatz an ihren Erzrivalen zahlen sollten. Weil diese milliardenschwere Wiedergutmachung damit vom Tisch war, durfte SAP die Rückstellungen für dieses juristische Risiko um rund drei Viertel reduzieren - das ließ die Kasse klingeln.

SAP zeigt sich für die Zukunft optimistisch

Der Konzern rechnet nun auch 2012 mit einem zweistelligen Umsatzplus. Gestärkt durch mehrere Milliardenübernahmen und hohe Nachfrage für Unternehmenssoftware und Analyseprogrammen stellt das Unternehmen Steigerungen in Aussicht, die über den Markterwartungen liegen. Damit setzen sich die Walldorfer von weiten Teilen der Branche - einschließlich des Rivalen Oracle - ab. Die meisten Softwarehersteller leiden derzeit unter einer Auftragsflaute.

"Wir sind auf dem besten Weg, bis 2015 unser Umsatzziel von 20 Milliarden Euro zu übertreffen und eine operative Marge von 35 Prozent zu erreichen", sagte Brandt weiter. Der Umsatz mit dem Verkauf von Software und softwarebezogenen Dienstleistungen soll in diesem Jahr um zehn bis zwölf Prozent auf bis zu 12,7 Milliarden Euro steigen. 2011 kletterte diese wichtige Kennziffer für die Entwicklung des operativen Geschäfts um 15 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Dazu soll der jüngste Milliardenzukauf SuccessFactors, der bis Ende März abgeschlossen werden soll, bis zu zwei Prozentpunkte beitragen.

Beim Betriebsergebnis vor Sonderposten peilen die Walldorfer einen Anstieg auf 5,1 Milliarden Euro bis 5,3 (Vorjahr: 4,7) Milliarden Euro an, und damit mehr als bisher am Markt erwartet wurde. Beim Gewinn rechnen sie allerdings noch nicht mit einem Beitrag von Successfactors. Die operative Marge vor Sonderposten legte im vergangenen Jahr von 32 auf 33 Prozent zu.

Hoffen auf andauernden Erfolg

Mit diesem Ausblick beruhigt SAP Sorgen am Markt, das starke vierte Quartal sei lediglich Nachholeffekten nach schwachen Phasen davon geschuldet. Dank der Zukäufe und des Fokus auf Vertrieb und Vermarktung hatte das Unternehmen 2011 das beste Ergebnis in seiner Geschichte erzielt. Sowohl mit klassischer Unternehmenssoftware als auch mit den zugekauften Sparten Analyse und Software für mobile Geräte lief das Geschäft hervorragend.

Zudem erhofft sich SAP hohes Wachstum mit der Datenbanksoftware Hana, die es Unternehmen erlaubt, enorme Mengen an Daten in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit zu durchforsten. Mit dieser Technik, auf die auch die Konkurrenz aufspringt, hat SAP Experten zufolge einen Vorsprung von einem bis zwei Jahren - in der Technikwelt eine Ewigkeit.

Analysten positiv gegenüber SAP

Die Aktie hatte schon nach der Vorlage der Eckdaten für das vergangene Jahr am 13. Januar deutlich an Wert gewonnen und stößt laut Händlern nun bei Kursen um 45 Euro auf starken technischen Widerstand.

Mirko Maier von der Landesbank Baden-Württemberg betonte, dass die endgültigen Quartalsergebnisse nicht von den vorläufigen Zahlen abwichen und der Fokus deshalb vor allem auf dem Ausblick gelegen habe. Seiner Einschätzung nach liegt das Ziel für den Umsatz in der Sparte Software und softwarebezogenen Serviceerlöse (SSRS) über seinen bisherigen Annahmen, weshalb er eine Anpassung seiner Schätzungen in Aussicht stellt. Bislang empfiehlt er die Aktie zu "Halten" und nennt ein Ziel von 46 Euro.

Auch für Laurent Daure vom Analysehaus Kepler übertrifft SAP mit dem Ziel, die Umsätze für SSRS im Jahr 2012 um zehn bis 12 Prozent zu steigern, seine bisherigen Schätzungen. Angesichts des wirtschaftlichen Umfelds sieht er den dazu nötigen Anstieg der Lizenzumsätze aber als ambitioniert an. Zudem müsse SAP noch seine Fähigkeit bei der Steigerung der Erlöse durch Cloud-Anwendungen unter Beweis stellen. Er bleibt für die Titel auf "Buy" mit einem Ziel von 46 Euro.

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