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EU untersagt Fusion von Deutsche Börse und NYSE


EU untersagt deutsch-amerikanische Börsenfusion

01.02.2012, 13:18 Uhr | AFP, t-online.de

EU untersagt Fusion von Deutsche Börse und NYSE. Ein  Börsenhändler auf dem Parkett der New Yorker Börse NYSE Euronext (Quelle: dpa)

Broker an der Wall Street (Quelle: dpa)

Aus der Traum von der weltgrößten Börse: Die Fusionspläne von Deutscher Börse und NYSE Euronext scheiterten am Mittwoch am Veto der Brüsseler Wettbewerbshüter. Fast genau ein Jahr nach Ankündigung der Megafusion versagte die EU-Kommission dem Mega-Deal ihre Zustimmung. Die Entscheidung war keine Überraschung, nachdem die Signale zuletzt eher auf Rot als auf Grün standen.

"Ungeachtet der von den Unternehmen angebotenen Abhilfemaßnahmen ist die Europäische Kommission zu der Einschätzung gelangt, der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb", teilte die Deutsche Börse mit. Mit der förmlichen Zustellung der Entscheidung verliere das Angebot seine Wirksamkeit.

Klage vor dem EuGH möglich

Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) klagen. NYSE-Chef Duncan Niederauer hatte kürzlich juristische Schritte gegen ein Veto nicht ausgeschlossen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich nach früheren Angaben vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex (Deutsche Börse) und Liffe (NYSE Euronext) auf mehr als 90 Prozent Marktanteil - ein Monopol im europäischen Terminhandel, wie Almunia schon in den vergangenen Wochen monierte. Der Handel mit Derivaten gilt als besonders lukrativ.

Hessen hatte ebenfalls bedenken

Widerstand gegen das Projekt kam bis zuletzt auch aus Hessen: Die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Börsenaufsicht sorgte sich um die Fortentwicklung der Deutschen Börse am Standort Frankfurt. Ein Knackpunkt: Der fusionierte Konzern sollte über eine in den Niederlanden angesiedelte Dachgesellschaft gesteuert werden. Der gesamte Gewinn wäre dann künftig an die Holding abgeführt worden. Ressortchef Dieter Posch (FDP) hatte immer wieder betont, der vorgelegte Plan reiche nicht aus, um die börsenrechtlichen Bedenken der hessischen Börsenaufsicht auszuräumen.

Die Fusionspartner waren zwar auf Brüssel zugegangen und hatten sich beispielsweise bereiterklärt, das gesamte Aktienderivate-Geschäft der Liffe zu verkaufen. Doch einen Zusammenschluss um jeden Preis, das machten beide Seiten klar, wollten sie nicht.

Für die Deutsche Börse und die New York Stock Exchange (NYSE) war es der dritte Anlauf für einen Zusammenschluss. An dem neuen Unternehmen sollten die Frankfurter 60 Prozent halten, die NYSE 40 Prozent. Seit Mitte Februar 2011 bemühten sich die Konzerne um die Zustimmung von etwa 40 Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks. Anvisiert war ein Abschluss der Transaktion zum Jahresende 2011.


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