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Mega-Fusion in der Rohstoffbranche


Mega-Fusion in der Rohstoffbranche

07.02.2012, 14:35 Uhr | dpa, dpa

 Mega-Fusion in der Rohstoffbranche . Die Fusion soll den Umsatz um hunderte Millionen steigern (Quelle: dpa)

Die Fusion soll den Umsatz um hunderte Millionen steigern (Quelle: dpa)

Auf dem Rohstoffmarkt entsteht ein neuer milliardenschwerer Großkonzern: Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und das Bergbauunternehmen Xstrata haben einen "Zusammenschluss unter Gleichen" vereinbart und schaffen eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar. Das neue Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen ab.

Umsatz soll um 500 Millionen steigen

Die beiden kommen auf einen Marktwert von rund 90 Milliarden US-Dollar (68,7 Milliarden Euro) und einen gemeinsamen operativen Gewinn (EBITDA) von gut 16,2 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss soll den Umsatz mittelfristig mindestens um 500 Millionen Dollar verbessern, wie beide Seiten mitteilten.

Aktienkurs von Xstrata legte kräftig zu

Xstrata-Aktionäre sollen für einen Anteilsschein 2,8 Aktien von Glencore bekommen und künftig 45 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Insgesamt wird das Xstrata damit mit knapp 62 Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht einem Zuschlag von gut 15 Prozent zum Schlusskurs am vergangenen Mittwoch. Danach machte der Konzern die Verhandlungen öffentlich, woraufhin der Aktienkurs vor allem von Xstrata kräftig zulegte. Glencore ist mit 34 Prozent bereits größter Xstrata-Aktionär. Beide Firmen haben ihren Sitz im Schweizer Steuerparadies Zug.

Personelle Weichen sind gestellt

Dabei hält sich die Glencore-Seite zurück, obwohl sie an dem fusionierten Unternehmen die Mehrheit hält. Xstrata-Vorstandschef Mick Davis soll Chef des fusionierten Unternehmens werden, Glencore-Chef und Hauptaktionär Ivan Glasenberg will sich mit der Rolle als Stellvertreter begnügen. Auch die Spitze des Verwaltungsrats soll mit John Bond der bisherige Xstrata-Chairman übernehmen.

Noch ein paar Hürden zu beseitigen

Beide Unternehmen hoffen, den Zusammenschluss im dritten Quartal über die Bühne zu bringen. Dafür bedarf es zunächst rechtlicher Zustimmung. Auch die Aktionäre beider Seiten müssen gefragt werden. Und schließlich können Wettbewerbsbehörden rund um den Globus die Pläne durchkreuzen.

Branchenexperten sehen die Vorteile eines Zusammenschlusses vor allem für Glencore. Als Rohstoffhändler sind die Margen des Konzerns viel kleiner als die von einem Förderunternehmen wie Xstrata. Glencore musste den Xstrata-Aktionären daher einiges bieten, damit sie sich auf das Geschäft einlassen. Der Xstrata-Vorstand empfahl seinen Anteilseignern die Annahme des Glencore-Angebots. Sie müssen nun im April darüber entscheiden. Drei Viertel müssen zustimmen. Da die schon bei Glencore liegenden Anteile nicht stimmberechtigt sind, könnte rechnerisch schon eine Minderheit von 16,4 Prozent der Xstrata-Aktionäre die Fusion blockieren. Damit wird aber nicht gerechnet.

Kartellamt muss noch entscheiden

Offen ist auch, ob die Wettbewerbsbehörden dem Geschäft zustimmen. In der Branche war erst im Jahr 2010 die Zusammenlegung der Eisenerzsparten der beiden Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert. Anders als bei der jetzt geplanten Fusion war damals aber der Zusammenschluss von Produktionsstätten geplant, während sich die Geschäftsfelder von Xstrata und Glencore kaum überschneiden. Zudem käme nach Brancheneinschätzung das fusionierte Unternehmen bei keinem Rohstoff auf einen Marktanteil von mehr als 25 Prozent.

Unternehmen schon lange verbunden

Spekulationen über eine Fusion der beiden Konzerne gab es schon länger, vor allem nach dem Börsengang von Glencore im vergangenen Mai, der das bisher größte Debüt an der Londoner Börse war. Die beiden Unternehmen sind schon seit längerem verbunden. Glencore-Gründer Marc Rich hatte sich Anfang der neunziger Jahre bei Südelektra eingekauft, das 1999 zu Xstrata wurde. 2002 kaufte das Unternehmen die australischen und südafrikanischen Kohleaktivitäten von Glencore für 2,5 Milliarden Dollar. Das war einer der wichtigsten Bausteine für den ebenfalls in diesem Jahr über die Bühne gebrachten Börsengang des Bergbauunternehmens.

Am Aktienmarkt sorgte die offizielle Bekanntgabe der Fusion kaum für Bewegung. Die Xstrata-Aktie fiel in den ersten Handelsminuten leicht. Glencore-Papiere notierten in etwa auf dem Niveau vom Vortag.

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