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EADS verdoppelt Gewinn und Dividende


Luftfahrt-Konzern  

EADS schafft Gewinnverdoppelung und schraubt Dividende rauf

08.03.2012, 13:56 Uhr | dapd, dpa-AFX, t-online.de - mmr, dapd, dpa-AFX

EADS verdoppelt Gewinn und Dividende . Airbus A380: Mutterkonzern EADS schafft tolle Geschäftszahlen  (Quelle: dpa)

Airbus A380: Mutterkonzern EADS schafft tolle Geschäftszahlen (Quelle: dpa)

Von solchen Geschäftszahlen können manche Firmen nur träumen. Nach fünf Jahren an der Spitze des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS verabschiedet sich der Franzose Louis Gallois mit nahezu verdoppeltem Gewinn und vollen Auftragsbüchern: Der EADS-Nettogewinn stieg 2011 um 87 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro, wie der 68 Jahre alte Gallois bei seiner letzten Bilanzpräsentation in Paris erklärte. "Das ist erst der Anfang", sagte Gallois über den Gewinnsprung. Der Kurs der EADS-Aktie legte zeitweise um rund zehn Prozent zu und markierte damit den höchsten Stand seit Frühjahr 2006.

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Der EADS-Umsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 49,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktionäre sollen mit einer auf 45 Cent verdoppelten Dividende an den guten Geschäften beteiligt werden. Im Juni übernimmt der Deutsche Thomas Enders den Vorstandsvorsitz. Die Aktionäre sollen sich dauerhaft auf höhere Dividenden einstellen können, wie Finanzchef Hans Peter Ring ankündigte. Auch der 61-Jährige verlässt in diesem Jahr den Konzern.

Scheidender Chef Gallois weist deutschen Staatssekretär zurecht

Gallois rechnete bei der Bilanzvorstellung mit dem Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, ab, der das Unternehmen zuletzt kritisiert hatte. "Der Brief ist nicht angemessen", sagte Gallois über ein Hintze-Schreiben an Enders, in dem Hintze mehr deutschen Einfluss in dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen forderte. "Was gut ist für das Unternehmen, wird innerhalb des Unternehmens entschieden'", sagte Gallois.

Fürs laufende Jahr sechs Prozent Wachstum angepeilt

Für die Zukunft zeichnen sich noch bessere Ergebnisse der Airbus-Muttergesellschaft ab: Der Umsatz soll 2012 um mehr als sechs Prozent steigen. Beim Vorsteuergewinn vor Einmaleffekten rechnet EADS mit einem Anstieg um 700 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro.

In den vergangenen Jahren galt EADS als eher schwach im Ertrag, weil hohe Entwicklungskosten und teure Doppelstrukturen den Gewinn drückten. Das Jahr 2011 begann schwach, aber gegen Ende legte der Konzern mächtig zu: Allein 612 Millionen Euro vom Eine-Milliarde-Nettogewinn wurden in den letzten drei Monaten eingefahren.

Airbus verzeichnet Auftragsflut

Vor allem bei der wichtigsten EADS-Tochter Airbus erwartet die Konzern-Spitze weiteres Wachstum. 2011 sprang der operative Airbus-Gewinn (EBIT) um 91 Prozent auf 584 Millionen Euro. Im laufenden Jahr soll der Flugzeugbauer 570 Verkehrsflieger ausliefern - ein Plus von sieben Prozent. Die Zahl der Neubestellungen soll noch höher ausfallen - allerdings nicht so hoch wie im Rekordjahr 2011, als die spritsparende Neuauflage des Kassenschlagers A320 mit dem Beinamen "neo" für eine Auftragsflut von insgesamt 1419 Fliegern gesorgt hatte, womit man den Konkurrenten Boeing mit 921 Bestellungen auf den zweiten Platz verwies. Airbus-Verkaufschef John Leahy will nun Aufträge für 600 bis 650 Jets einsammeln - ein Ziel, das sich der Konzernchef nicht zu eigen machen wollte.

Militärgeschäft immer unwichtiger

EADS ist 2011 erneut ziviler geworden: Der Umsatz der militärischen Sparte fiel um 700 Millionen Euro und macht nur noch 11,6 Milliarden der gesamten 49 Milliarden Euro aus. Die europäischen Regierungen sparen bei ihren Armeen. Bei der vor allem in Bayern mit mehreren Werken vertretenen EADS-Militärsparte Cassidian brach der Gewinn ein.

Beim Bau von Airbus-Zivilflugzeugen, der in Deutschland vor allem in Hamburg und Niedersachsen zu Hause ist, verdoppelte sich der Gewinn dagegen beinahe. Der Boeing-Konkurrent lieferte den Rekordwert von 534 Flugzeugen aus. 2012 sollen es 570 Stück werden. Gallois erwartet, dass die Zahl der Neuaufträge darüber liegen wird.

Der Vorstandsvorsitzende kündige an, vom neuen Langstreckenflugzeug A350 werde im April das erste Exemplar montiert. Das erste fliegende Exemplar werde im Sommer gebaut. Zur Reparatur der Haarrisse an den Tragflächen des Riesenjets A380 stellte der Konzern 105 Millionen Euro zurück. Alle 68 Exemplare des Riesenfliegers, die bereits in Betrieb genommen sind, müssen wegen Rissen an Klammern in den Flügeln zum Check.

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