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Phoenix Solar: Nächste Solarfirma in Finanzierungsschwierigkeiten


Marktbereinigung  

Phoenix Solar in Finanzierungsschwierigkeiten

03.04.2012, 12:03 Uhr | dapd, dpa-AFX

Phoenix Solar: Nächste Solarfirma in Finanzierungsschwierigkeiten. Solarpark der Firma Phoenix Solar (Quelle: dpa)

Solarpark der Firma Phoenix Solar (Quelle: dpa)

Die nächste Solarfirma taumelt: Das Photovoltaik-Unternhemen Phoenix Solar hat angesichts der geplanten neuen Kürzung der Solarförderung erheblich um seine Finanzierung zu kämpfen. Für einen Kredit eines Bankenkonsortiums im Volumen von ursprünglich 150 Millionen Euro sei ein Stillhalteabkommen im März verlängert worden, wie die Gesellschaft mitteilte. Die Aktie brach um rund ein Drittel ein. Ein Experte sieht nach der jüngsten Pleitewelle eine anhaltende Marktbereinigung in der Solarbranche.

Phoenix Solar braucht mehr Geld

Phoenix teilte mit, dass Einschnitte "in einigen Schlüsselmärkten" eine Anpassung des Restrukturierungsplans nötig gemacht hätten, der als Basis für die Finanzierungsgespräche mit den Banken diente. Wie eine Unternehmenssprecherin betonte, gehe es bei dem Kredit lediglich darum, das Umlaufvermögen zu finanzieren. Sie verwies auf Vorfinanzierungen, die Phoenix als Handelshaus zu leisten habe.

Beim Kursrutsch dürfte auch die angekündigte Insolvenz des Solarunternehmens Q-Cells eine Rolle gespielt haben, die Aktien von vielen Unternehmen der Branche belastete. Phoenix Solar ist Großhändler und baut als Projektgesellschaft große Solarparks.

Sicherheiten für Kredite nicht mehr ausreichend

Der Sprecherin zufolge hatte Phoenix im dritten Quartal bestimmte Konditionen für die Aufrechterhaltung des Kredits nicht mehr erfüllt. Damals reduzierte das Unternehmen seine Prognose deutlich, Lagerbestandsabwertungen ließen hohe Verluste erwarten. Daher habe sich Phoenix Solar mit den Banken darauf geeinigt, ein Restrukturierungskonzept vorzulegen, auf dessen Basis die Finanzierung bis Ende Februar neu geregelt hätte werden sollen. Dies habe sich wegen der neuen angekündigten Förderungsschritte für die Solarenergie nun verzögert.

Über den zeitlichen Rahmen des verlängerten Stillhalteabkommens wollte sich Phoenix nicht äußern. Die für den 25. April vorgesehene Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2011 verschiebe sich voraussichtlich um einige Wochen, auch der Bericht zum ersten Quartal soll voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Schon vier Solarfirmen pleite

Damit setzt sich die Serie der Hiobsbotschaften aus der Branche fort. Der Solarkonzern Q-Cells hat gerade den Gang zum Insolvenzgericht angekündigt. Damit ist in wenigen Monaten nach Solar Millennium, Solon und Solarhybrid das vierte größere Unternehmen der Branche in die Pleite gerutscht.

Experten sehen die unter Preisverfall und Billigkonkurrenz leidende deutsche Solarwirtschaft vor einer deutlichen Marktbereinigung. "Es wird weiter Schwierigkeiten in der Branche geben", sagte Jan-Philipp Gillmann, Fachmann für Erneuerbare Energien bei der Commerzbank. Allerdings müsse man die Branche, die auch mit der Kürzung von Fördergeldern kämpft, sehr differenziert sehen. "Man kann nicht alles schlecht reden", erklärte Gillmann.

Überkapazitäten in der Branche

"Die Bereinigung des Marktes ist gesund, aber natürlich ist es schlimm, was es da an Einzelschicksalen gibt", sagte Gillmann. Der deutsche Markt sei rückläufig und leide unter Überkapazitäten. Nach einer Konsolidierung dürfte er sich aber tendenziell wieder stabilisieren. "Jede Firma muss jetzt sehen, wie sie sich auf die Marktbereinigung einstellt", erklärte er.

Je nach Geschäftsmodell der Firmen wirken sich die Probleme der deutschen Solarbranche laut Gillmann unterschiedlich aus. "Die Maschinenbauer etwa sind nur mittelbar betroffen, denn sie liefern auch an asiatische Firmen", sagte er. Größere Probleme hätten die Hersteller von Solarzellen und -modulen, die ohnehin schon einem harten Wettbewerb ausgesetzt seien. "Wenn jetzt der Heimatmarkt noch wegfällt, wird es schwieriger", erklärte Gillmann.

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Die besten Chancen haben dem Commerzbank-Analysten zufolge Firmen, die sich geografisch breit aufstellen. "Internationalisierung ist ein Erfolgsfaktor", sagte Gillmann. Je stärker die Abhängigkeit vom deutschen Markt, desto größer seien die Schwierigkeiten. Hoffnung für die darbende Solarwirtschaft hierzulande böten neu entstehende Märkte wie die USA oder Indien. "Die große Frage für eine deutsche Solarfima ist aber, ob sie etwa den Markt in Indien beliefern kann", sagte Gillmann.

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