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Gold bleibt begehrt - auch bei Fälschern


Gold  

Gold bleibt begehrt - auch bei Fälschern

05.04.2012, 13:42 Uhr | t-online.de, sky, dpa-AFX

Gold bleibt begehrt - auch bei Fälschern. Gold bleibt weiter begehrt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gold bleibt weiter begehrt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Osterzeit - Geschenkezeit: Edelmetall ist nicht nicht nur zum Feiertag goldrichtig. Gold steht auch bei Sammlern und Investoren ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Denn ein Blick auf die Preisprognosen großer deutscher Banken zeigt: Wer Gold kaufen will, muss in den kommenden Monaten noch tiefer in die Tasche greifen. Genau deswegen ist Vorsicht angebracht: Der Höhenflug des Goldpreises ruft Betrüger auf den Plan. Jüngst fand sich in Großbritannien im Inneren eines Barren zum großen Teil das Metall Wolfram.

Gefälschter Barren in Großbritannien gefunden

Normalerweise findet sich Wolfram als Draht in Glühlampen. Doch das Metall hat zwei für Gold fatale Eigenschaften: Es ist fast genauso schwer wie Gold und gleichzeitig nahezu wertlos. Und damit ist es interessant für Fälscher.

Für Furore sorgte Ende März ein Fund in Großbritannien: Der australische Händler ABC Bullion warnte die Branche laut Presseberichten vor einem Goldbarren der Schweizer Firma Metalor. Ein nicht näher definierter Händler, dem das Gewicht des Kilobarren verdächtig vorkam, schnitt ihn demnach in der Mitte auf. Und tatsächlich: Fünf runde Wolfram-Stäbe durchzogen den Barren der Länge nach. Damit fehlten dem Goldbarren 30 bis 40 Prozent Gold. Bei einem Ankaufspreis von rund 40.000 Euro ist das ein Verlust von bis zu 16.000 Euro.

Bislang waren in der Gold-Gemeinde stets nur Gerüchte über große Zentralbank-Barren von 12,5 Kilogramm kursiert, die mit Wolfram gefüllt sein sollen. Die meisten Fälschungen dürften aus China stammen, wo es sogar Händler gibt, die Wolfram-Barren in Form eines Goldbarren als Briefbeschwerer verkaufen.

Wenn auch Fälschungen nach Aussage von Branchen-Insidern extrem selten sind, sollten Verbraucher in Zeiten hoher Preise stets auf Nummer sicher gehen und beim Kauf Experten zu Rate ziehen. Aber lohnt überhaupt noch der Kauf des gelben Edelmetalls, oder hat der Goldpreis den Höhepunkt bereits überschritten?

Der Goldpreis hat korrigiert

Das vorläufige Rekordhoch erreichte der Goldpreis im vergangenen September. Damals trieb die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise den Preis für eine Unze (etwa 31 Gramm) zeitweise auf etwa 1920 US-Dollar. Keine Frage: Mit dem Schuldenschnitt in Griechenland und der Entspannung in der Euro-Schuldenkrise spielt Gold derzeit nicht mehr die Rolle als "sicherer Hafen". Aktuell ist das Edelmetall deutlich günstiger zu haben. Der Preis für die Feinunze stand zuletzt unter der Marke von 1700 Dollar.

Mit der Entspannung in der Schuldenkrise senkten führende Banken wie zum Beispiel die Schweizer UBS ihre Prognose. Sie rechnen zwar immer noch mit steigenden Goldpreisen, aber es soll nicht mehr so stark nach oben gehen wie in den vergangenen Monaten erwartet. Auch müssen die Anleger jederzeit mit Rückschlägen beim Goldpreis rechnen. Experten der Deutschen Bank halten beispielsweise einen kräftigen Einbruch in Richtung der Marke von 1500 Dollar für möglich.

Nach wie vor gibt es aber Fachleute, die unbeirrt eine neue Rekordjagd beim Goldpreis erwarten, zum Beispiel die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs. Auch die deutsche DZ-Bank rechnet im laufenden Jahr mit einem neuen Höhenflug. Deren Rohstoffexperte Gabor Vogel geht davon aus, dass die alte Rekordmarke beim Goldpreis zum Jahresende geknackt werden kann.

Die Inflationsangst grassiert

Wichtigster Preistreiber ist die Furcht der Anleger vor einer zu starken Inflation. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Bankensektor der Eurozone mit rund einer Billion Euro geflutet. Bei solchen Summen beschleicht viele Menschen ein mulmiges Gefühl. Die EZB sieht zwar trotz der Geldflut keine ernste Inflationsgefahren, allerdings geht sie aufgrund der gestiegenen Energiepreise inzwischen nicht mehr davon aus, dass das angestrebte Geldwertziel von knapp 2,0 Prozent in diesem Jahr erreicht wird. Das Misstrauen bei einem Teil der Investoren ist groß.

Ein weiterer Preistreiber bleibt die Nachfrage in den arabischen Staaten und in den asiatischen Boomregionen. Goldschmuck ist in den Basaren am Persischen Golf, in der Türkei oder in Indien nach wie vor heiß begehrt. Indien ist geradezu verrückt nach dem Edelmetall.

Goldstreik in Indien

Zuletzt gab es allerdings alarmierende Berichte aus dem Land. Ein Streik der Goldhändler gegen eine Verdoppelung der Einfuhrzölle sorgte für einen Ausnahmezustand auf dem wichtigsten Goldmarkt der Welt. Viele Rohstoffexperten sehen in dem Streik sogar die Ursache für den jüngsten Rückschlag beim Goldpreis.

Von den etwa 300.000 indischen Juwelieren hielten nach Angaben des Verbands der Schmuckhändler zeitweise rund 90 Prozent ihre Läden geschlossen. Normalerweise wechseln in Indien pro Jahr etwa 1000 Tonnen Gold den Besitzer, ein derartiger Nachfrageinbruch beeinflusst also den gesamten Weltmarkt. Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass Privatpersonen in Indien 18.000 Tonnen Gold horten bei einem aktuellen Marktwert von etwa 800 Milliarden Dollar.

Schließlich bleibt Gold eine der bevorzugten Anlageformen für alle Pessimisten an den Finanzmärkten. Für Schwarzmaler unter den Investoren ist die Schuldenkrise keineswegs gebannt und ihre Bekämpfung durch die Geldflut der Notenbanken mit immensen Inflationsgefahren verbunden. Sollte sich die Lage verschärfen, sei nur auf die Wertbeständigkeit von Gold Verlass. Fakt ist nämlich: Gold ist ein knappes Gut und der Wert des gelben Edelmetalls bleibt unabhängig von politischen Entscheidungen.

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