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Siemens-Gewinne vom Winde verweht


Gewinnprognose  

Siemens-Gewinne vom Winde verweht

25.04.2012, 16:35 Uhr | dpa-AFX

Siemens-Gewinne vom Winde verweht . Siemens-Chef Peter Löscher (Quelle: dpa)

Siemens-Chef Peter Löscher (Quelle: dpa)

Deutschlands größter Elektrokonzern Siemens hat wegen anhaltender Probleme bei der Anbindung von vier Windparks in der Nordsee seine Gewinnprognose gekappt. Statt einem Gewinn von sechs Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft rechnet Siemens nun im Geschäftsjahr 2011/2012 nur noch mit einem Überschuss von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte.

Analysten hatten mit einer derart deutlichen Prognose-Reduzierung gerechnet, die Commerzbank stufte Siemens sogar auf "Kaufen" herauf. Die Siemens-Aktie legte deshalb im frühen Mittwochshandel an der Börse zu.

Wind-Projekte teurer als gedacht

Grund für die Ziel-Korrektur: Bei der Anbindung großer Windparks vor Helgoland und Borkum ans deutsche Stromnetz liegt Europas größter Elektrokonzern ein Jahr hinter dem Zeitplan zurück. Deshalb muss Siemens Vertragsstrafen an den Netzbetreiber zahlen und außerdem zusätzliches Personal einstellen, um den Rückstand nicht noch größer werden zu lassen. Die Probleme hatten Siemens schon im ersten Quartal seines im Oktober beginnenden Geschäftsjahres 203 Millionen Euro gekostet, jetzt kamen weitere 278 Millionen dazu. Und Löscher erwartet noch mehr. Die bisherige Gewinnprognose müsse hauptsächlich deswegen um 600 bis 800 Millionen Euro nach Steuern gesenkt werden, sagte der Konzernchef. "Das ist eine sehr bittere Lehre." Der Großteil der Belastungen dürfte damit laut Löscher durch sein, weitere wollte er aber nicht ausschließen.

Hohe Beteiligungsverluste

Auf dem Gewinn des zweiten Geschäftsquartals (Ende März) drückte zudem ein Beteiligungsverlust von 640 Millionen Euro von der seit Jahren kriselnden Telefonnetz-Tochter NSN. "Wir arbeiten die Probleme konsequent ab", versprach Löscher.

Quartalszahlen im Großen und Ganzen okay

Im Industriegeschäft lief es für den Konzern im Großen und Ganzen rund. Mit Ausnahme des Energie-Geschäfts fielen Umsatz und Gewinn in den einzelnen Sektoren höher aus als gedacht. Zwar sank der Auftragseingang zwischen Januar und März unerwartet deutlich um 13 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Hier machten sich fehlende Großaufträge bemerkbar. Finanzvorstand Joe Kaeser rechnet aber mit einer Belebung im zweiten Halbjahr. Löscher betonte: "Für das Gesamtjahr 2012 sind wir bei Auftragseingang und Umsatz auf Kurs, unsere Ziele zu erreichen", sagte er - das heißt, den Umsatz mindestens drei Prozent zu steigern und beim Auftragseingang den Umsatz zu übertreffen.

Das Ergebnis der mittlerweile vier Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie, Gesundheit, sowie Infrastruktur und Städte, das Siemens als Sektorenergebnis ausweist, brach von 3,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,9 Milliarden Euro ein. Im Vorjahr hatte Siemens allerdings auch einen Sondererlös von 1,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf seines Anteils an Areva verbucht. Unter dem Strich standen nach 2,8 Milliarden Euro vor einem Jahr nur noch gut eine Milliarde Euro.

Osram-Börsengang wartet auf Marktfenster

Der Umsatz legte wegen des immer noch dicken Auftragspolsters hingegen von 17,8 Milliarden auf 19,2 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit einem weniger starken Plus gerechnet. Der Börsengang von Osram ist weiterhin für Herbst geplant. Hier bleibe Siemens "auf der Spur", sagte Löscher. "Wir warten auf ein Marktfenster."

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